Vor der Meisterfeier und dem Endspiel im DFB-Pokal bekommt es der 1. FC Köln mit der Top-Elf des FC Bayern München zu tun. Trainer Vincent Kompany erwartet motivierte Geißböcke – zum ganz persönlichen „Pokalfinale“ in der Allianz Arena.
Wenn man am letzten Spieltag der Übergabe der Meisterschale beiwohnen darf, hat man entweder ganz viel richtig gemacht – oder aber man ist, wie der 1. FC Köln am Samstagnachmittag, beim FC Bayern München zu Gast. Die Dominatoren dieser Bundesliga-Saison wollen ihrem Rekordjahr einen gebührenden Abschluss hinzufügen und passend zu den anschließenden Feierlichkeiten in der Allianz Arena noch einmal das Publikum begeistern.
Am Geißbockheim rechnet niemand damit, dass sich die Bayern am 34. Spieltag in Gönnerlaune zeigen werden – auch aufgrund des Pokal-Endspiels in der Folgewoche. „Wir glauben, dass die Bayern mit ihrer stärksten Mannschaft auflaufen werden. Wenn ich Trainer in München wäre, würde ich die beste Mannschaft aufs Feld stellen, um mich auf das DFB-Pokal-Finale vorzubereiten“, sagt FC-Coach René Wagner.
Kompany kennt keine Gnade
Der tatsächliche Bayern-Trainer Vincent Kompany sieht es ähnlich wie sein Kölner Kollege, kennt keine Gnade: „Wir werden reingehen wie in jedes Spiel und alles dafür tun, das Spiel zu gewinnen. Es ist eine FC-Bayern-Sache: Jedes Spiel musst du gewinnen.“ Auch der Saisonabschluss sei „kein freies Spiel“, betont der Belgier: „Es muss alles passen.“ Fast schon eine Drohung.
Der FC dürfte es also mit Harry Kane, Michael Olise & Co. zu tun bekommen – und mit Manuel Neuer. Trotz Jonas Urbigs starkem Auftritt beim 1:0 in Wolfsburg wird die etatmäßige Nummer eins wieder zwischen den Pfosten stehen. Kompany: „Es ist für Jonas wahrscheinlich ein emotionales Spiel, weil es Köln ist. Aber Manu spielt. Jonas wird noch ganz, ganz oft die Chance haben, gegen Köln zu spielen. Da bin ich mir sicher.“
Für die Tabelle hat das Duell keine wirkliche Bedeutung mehr – und doch erwartet Kompany am Samstagnachmittag zwei hochmotivierte Mannschaften. „Köln hat kein Risiko in dem Spiel, sie sind safe und wahrscheinlich auch zufrieden. Aber dieses eine Spiel in der Allianz Arena ist immer wie ein Pokalfinale.“ Der Gegner der Bayern kann stets das eigentlich Unmögliche erreichen und den Primus ärgern.
Kompany warnt vor Konterstärke des 1. FC Köln
„Es ist für jeden Spieler ein großes Ziel“, weiß Kompany und beschreibt den FC als „konterstarke Mannschaft“, als „emotionalen Verein“. Er warnt noch einmal: „Sie wollen ihren Titel holen in der Allianz Arena und das vergessen wir nicht.“ Selbstredend gönnt er den Kölnern diesen Titel nicht.
Die Bayern wollen ihren 28. Sieg, wollen ihren Torrekord ausbauen. „Das Speziellste am FC Bayern ist, dass du ein sehr gutes Spiel machen und trotzdem verlieren kannst“, sagt René Wagner, der diese Erfahrung in dieser Saison schon zweimal als Co-Trainer machen musste. Sowohl beim 1:4 im Pokal als auch beim 1:3 zum Abschluss der Hinrunde spielten die Geißböcke durchaus stark mit, gingen sogar jeweils in Führung – und waren doch deutlich unterlegen.
Wagner mit Achtungserfolg für eigene Zukunft?
Mit ihren Niederlagen standen die Kölner natürlich nicht alleine da, auch Wagner staunt: „Ich habe es mir aufgeschrieben, weil man es manchmal nicht glauben kann: Die Bayern haben 117 Tore geschossen. Die Nächstbesten sind Stuttgart mit 69 und Dortmund mit 68 Toren. Wir wollen alles reinhauen und eine gute Leistung bringen.“
Alles andere wird nicht reichen, um eine Chance auf die Sensation zu haben. „Wenn man Glück hat, lassen die Bayern einen nahe dran. Wenn man ganz viel Glück hat, kann man ein Spiel auch mal gewinnen.“ Für Wagners persönliche Zukunft als Cheftrainer wäre solch ein Achtungserfolg wohl tatsächlich ähnlich bedeutsam wie ein Pokalsieg.






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