Zwei Offensivstars dürften sich verabschieden, andere sollen gehen: Der 1. FC Köln steht im Sommer vor einem massiven Umbruch. Es scheint, als mache der Verein unter dem neuen Cheftrainer „Tabula Wagner“.
Die Frage, wer in der kommenden Saison Cheftrainer des 1. FC Köln sein wird, war schnell geklärt. Nur einen Tag, nachdem man bei der Abschlussfeier eine minutiöse Aufarbeitung der Saison angekündigt hatte, trat der Gemeinsame Ausschuss zusammen und bestätigte in einer rund vierstündigen Sitzung René Wagner als erklärten Wunschkandidaten von Sportchef Thomas Kessler.
Wesentlich schwieriger dürfte derzeit die Frage zu beantworten sein, wer in der nächsten Saison das Trikot des 1. FC Kölns tragen wird. Es dürfte zu einem Umbruch kommen, der kaum zu vergleichen sein wird mit den Vorjahren. Denn zwei Stars wollen scheinbar, andere müssen wohl weg: Der FC macht Tabula Wagner!
Bringen diese zwei FC-Stars viel Geld?
Klar ist die Situation bei Said El Mala: Kommt ein Club, bietet jenseits der Schmerzgrenze von 50 Millionen Euro und ist der Shooting-Star ebenfalls fein mit dem Angebot, dann wird ein Wechsel über die Bühne gehen. Darauf jedenfalls stellen sich alle am Geißbockheim ein und planen schon längst zweigleisig: ohne und mit dem Millionen-Regen.
Noch klarer ist der Fall Jakub Kaminski: Der Pole kann dank einer Ausstiegsklausel im neuen Vertrag nach der Leihe für gut 20 Millionen Euro den FC verlassen. Clubs aus der Premier League zahlen solche Beträge aus der Portokasse. „Ich bin mit seinen Beratern in Kontakt“, sagt Kessler. Die Signale scheinen klar zu sein: Kommt ein englischer Verein, ist Kaminski, der derzeit für Polen noch Länderspiele absolviert, weg. Abzüglich der fünf Millionen, die als Ablöse nach Wolfsburg gehen, bliebe unter dem Strich zwar ein tolles Geschäft, aber auch ein schwerer, sportlicher Verlust.
Langjährige FC-Spieler ohne Entwicklung
Dann aber kommen jene Profis, die teils seit Jahren da sind, bei denen eigener Anspruch und sportliche Realität bedenklich auseinandergehen. Bei diesen Spielern hat Wagner gegenüber allen externen Trainern einen entscheidenden Vorteil: Er kennt den Kader in seiner Entwicklung nun schon seit fünf Jahren und weiß, wo er hinschauen muss.
Beginnend mit Denis Huseinbasic, den Wagner in den letzten sechs Spielen gar nicht mehr einsetzte und dreimal davon aus dem Kader strich. Dem Bosnier soll schon deutlich signalisiert worden sein, dass er keine Zukunft in Köln mehr hat. Auch Linton Maina stand in dieser Saison nur noch neun Mal in der Startelf. Nicht zuletzt sein schwacher Auftritt gegen Heidenheim zeigte noch einmal, dass er nur selten konstant spielt und im Vergleich zur 2. Liga auf Erstliga-Niveau nicht nur auf sein Tempo als Waffe zählen darf.
Selbst Jan Thielmann, noch mit einem Vertrag bis 2028 ausgestattet, würde man nach GEISSBLOG-Informationen keine Steine mehr in den Weg legen. Dem Profi, der seit Jahren in seiner Entwicklung stagniert und trotzdem Startelf-Ansprüche hegt, könnte eine relativ unangenehme Unterhaltung mit Sportchef Kessler und Trainer Wagner bevorstehen, sofern Wagner ihn in der Vorbereitung nicht doch noch hinbekommt.
Fragezeichen gar hinter Schwäbe?
Ähnliches gilt für Luca Waldschmidt. Der kam in der vergangenen Saison erst spät ins Rollen, als Lukas Kwasniok Geschichte war und er seine Rolle als Joker bereit war anzunehmen. Das mag für seine spielerischen Qualitäten sprechen, es war aber nicht das erste Mal, dass er sich unter einem FC-Trainer nicht durchsetzen konnte und dann öffentlich formulierte, der Trainer müsse ihm einfach mehr vertrauen. Auch unter Wagner schien er die Joker-Rolle nur bedingt erfreut anzunehmen. Der FC und Waldschmidt müssen zwingend die Erwartungshaltungen klären – oder sich trennen.
Und da ist da noch eine besonders knifflige Personalie: Eigentlich ist im Tor für die kommende Saison alles geklärt. Marvin Schwäbe und Ron-Robert Zieler haben Vertrag bis 2027 und Kapitän Schwäbe gehörte zu den wenigen Konstanten der letzten Saison, soll aber auch zu jenen Spielern gehört haben, die als Trainer-Kritiker ausgemacht wurden. Kessler und Co. wollen sich nur ungern von Schwäbe in Sachen Vertragsverhandlungen unter Druck setzen lassen. Dass er kurz vor Saisonschluss den Poker öffentlich einläutete, kam offenbar nicht bei jedem gut an. Auch hier sondiert der FC nach GEISSBLOG-Informationen zumindest den Markt, schließlich muss ohnehin angesichts der Kombination mit dem 37-jährigen Zieler schleunigst ein Generationswechsel eingeläutet werden.
Fazit: Umbruch könnte groß ausfallen
Sechs Spieler hat der FC bereits verabschiedet: Heintz, Kainz, Kilian, Martel, Özkacar und Lund. Das dürfte nur der Anfang sein. So könnten durchaus zehn oder mehr Abgänge in diesem Sommer den Kader auf links drehen – und Platz schaffen für frisches Blut, das dringend benötigt wird. Der FC macht in diesem Sommer also wohl tatsächlich Tabula Wagner – eine Menge Arbeit für Kessler und seinen Kaderplaner Tim Steidten.







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