Der 1. FC Köln zahlte für ihn einst drei Millionen Euro, jetzt wagt Vincent Koziello den Neustart in der vierten spanischen Liga. Beim katalanischen Club Reus FC Reddis kämpft der Franzose um seine letzte Karrierechance.
Als Vincent Koziello im Januar 2018 von OGC Nizza zum 1. FC Köln wechselte, sollte er helfen, den Abstieg zu verhindern. Das misslang, und ein noch wesentlich dramatischerer persönlicher Absturz folgte. Seit Jahren steht der U21-Nationalspieler, dessen Marktwert einst auf elf Millionen Euro geschätzt wurde, am Rande zum Karriereende – doch er gibt nicht auf.
Nach dem Wiederaufstieg wurde Koziello in Köln (27 Pflichtspiele für den FC; zwei Tore und eine Vorlage) aussortiert und verliehen, fand aber weder beim Paris FC noch in Portugal bei CD Nacional sein Glück. 2021 zog er ablösefrei zum KV Oostende weiter, kam für den damaligen belgischen Erstligisten aber nur im ersten Jahr zum Einsatz.
Abenteuer in Nepal, letzte Chance in Katalonien
Nach seinem Vertragsende 2024 war Koziello lange Zeit vereinslos – von einem kurzzeitigen Abenteuer beim nepalesischen Club Kathmandu RayZRs FC im Frühjahr 2025 abgesehen bis jetzt. Nun hat der inzwischen 30-Jährige endlich wieder einen Verein gefunden. In dieser Woche wurde Koziello beim spanischen Viertligisten Reus FC Reddis vorgestellt.
In Katalonien, gut eine Stunde von Barcelona entfernt, will sich der 1,68 Meter große Mittelfeldspieler wieder für höhere Aufgaben empfehlen. „Manche Vertragsunterzeichnungen sind bedeutender als andere. Nach drei Spielzeiten, in denen er gekämpft, an sich geglaubt und niemals aufgegeben hat, wechselt Vincent Koziello nun zum Reus FC Reddis“, heißt es in einem Statement der französischen Spielergewerkschaft UNFP, in deren Trainingscamps sich Koziello in den vergangenen Jahren fit gehalten hat.
Es stimmt, dass es die Mbappés gibt, die Spieler, die große Gehälter bekommen, und es gibt andere, die sich etwas mehr abmühen.
Vincent Koziello
Wobei seine Fitness eines der Hauptprobleme bei der Vereinssuche war. Wie L’Équipe berichtet, riss sich Koziello vor einem Jahr eine Achillessehne, zudem sei seine Hüfte von Arthrose zerfressen. Aber: „Ich habe gemerkt, dass ich mich sehr gut von dieser letzten Verletzung erholt habe“, erzählt der Ex-FC-Profi im Gespräch mit der Sportzeitung.
Dennoch musste er viel Geduld beweisen. „Es gab diesen Sommer keinen großen Andrang, mich zu verpflichten. Ich bin erst spät auf den Markt gekommen, Mitte Juli, und viele haben mir gesagt: ‚Wir sind im Mittelfeld schon voll besetzt.‘“
Koziello: „Mache das nicht wegen des Geldes“
In Reus spiele der frühere Kölner nun für ein Durchschnittsgehalt – nichts, das an seine Profilaufbahn erinnern würde. „Es stimmt, dass es die Mbappés gibt, die Spieler, die große Gehälter bekommen, und es gibt andere, die sich etwas mehr abmühen. Ich mache das nicht wegen des Geldes“, so Koziello.
Ob es seine allerletzte Chance ist? Der Franzose bleibt kämpferisch: „Solange ich Spaß habe und mich gut fühle, sehe ich nicht, warum ich aufhören sollte.“ Die Saison in der viertklassigen Segunda Federación – Grupo II, in der unter anderem auch die Zweitvertretung des FC Barcelona spielt, beginnt für Koziello und Reus am 6. September mit einem Heimspiel gegen Osasunas B-Team.







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