„Guck dir die hier an!“ El Mala erklärt FC-Verbleib und speziellen Jubel

Said El Mala löst sein Jubel-Versprechen an Dennis Schröder ein. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Said El Mala löst sein Jubel-Versprechen an Dennis Schröder ein. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Natürlich Said El Mala: Es war der Offensivstar, der beim 3:2-Auftaktsieg gegen die TSG Hoffenheim das erste Saisontor des 1. FC Köln erzielt hat. Anschließend sprach El Mala über seinen Verbleib beim FC und erklärte seinen speziellen Jubel vor der Südkurve.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Alexander Haubrichs, Marc L. Merten und Martin Zenge

Es waren keine einfachen Wochen und es war auch kein einfaches Spiel für Said El Mala – doch der Shootingstar des 1. FC Köln verließ das RheinEnergieStadion am Samstag nicht nur mit einem Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim, sondern auch mit seinem ersten Saisontreffer. Der 20-Jährige gab anschließend frei heraus zu: „Mit dem Tor ist mir ein Stein vom Herzen gefallen.“

Es war El Malas Heimpremiere mit der 10 auf dem Rücken, schon in der ersten Halbzeit war für jeden der 50.000 Zuschauer nicht zu übersehen: Der Youngster will unbedingt liefern. Nach 19 Minuten küsste er den Ball und jagte einen Freistoß aus perfekter Position in die Mauer, nach 40 Minuten konnte er Hoffenheims Geschenk nicht annehmen und scheiterte frei vor Torhüter Oliver Baumann.

El Mala mit Wut zum ersten Saisontor

„Bei meiner ersten Chance kommt Olli Baumann gut raus, da habe ich es nicht mehr geschafft, den Ball an ihm vorbeizulegen. Das war etwas unglücklich, aber davon lasse ich mich nicht ablenken“, erklärte El Mala. Doch: „Ich habe einfach weitergemacht. Die Jungs haben mir Mut zugesprochen, das zeichnet uns als Mannschaft aus. In der zweiten Halbzeit hat es dann geklappt.“

Die persönliche Erlösung folgte in der 51. Minute, als El Mala nach einem Doppelpass mit Isak Johannesson ins Zentrum zog und zum 1:1 ins lange Eck traf. „Da hatte ich einen Flashback von meinem Tor in der letzten Saison in Hoffenheim.“ Damals hatte der Linksaußen nach einem starken Dribbling getroffen, diesmal mit „ein bisschen Wut in mir drin“ nach der unglücklichen ersten Hälfte. „Ich habe einfach draufgehauen.“

Jubel-Versprechen an NBA-Star Schröder

Das erste Kölner Tor ging auf das Konto des Top-Scorers der vergangenen Saison, alles beim Alten also. Der Jubel allerdings war neu. Vor der Südkurve legte El Mala zwei Finger seiner rechten Hand in die linke Armbeuge – es war der sogenannte Freeze-Jubel, das Markenzeichen von NBA-Star Dennis Schröder, dem der FC-Profi am Donnerstag als Zuschauer die Daumen gedrückt hatte. Beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Basketballer gegen die Niederlande saß er in der ersten Reihe.

„Der Jubel war mit Dennis Schröder besprochen. Er macht den Jubel immer, wenn er Dreier wirft“, berichtete El Mala von seinem Besuch in der Lanxess-Arena: „Ich war beim Spiel, habe es gesehen und wir waren danach etwas essen. Da habe ich ihm gesagt, dass ich das auch machen werde, wenn ich treffe.“ Gesagt, getan. Obendrein klang es, als habe er ein Vorbild getroffen: „Er ist ein Supertyp, sehr bodenständig, in seiner Szene einer der besten Spieler.“

„Klar fühlt es sich besonders an, die 10 zu tragen“

Wobei El Mala natürlich selbst auf dem Weg ist, einer der besten Spieler seiner Sportart zu werden – und zwar weiterhin als Kölner, das hat er mit seiner Vertragsverlängerung bis 2031 samt Übernahme der ruhmreichen Nummer 10 untermauert.

„Klar fühlt es sich besonders an, die 10 zu tragen. Das macht mich unglaublich stolz, sie für den FC zu tragen. Das ist etwas sehr Besonderes“, sagte der gebürtige Krefelder nach seinem Heimdebüt mit der neuen Nummer. Dieser will er gerecht werden: „Dafür arbeite ich jeden Tag hart, das will ich den Fans zeigen.“

Ich bin überglücklich, hier zu sein. Das sieht man, glaube ich.

Said El Mala

Die damit einhergehende Erwartungshaltung spürt der Youngster. „Da ist schon viel Last auf dem Rücken“, gab er am Samstag zu. „Ich versuche, das beiseite zu legen, wenn ich spiele.“ Er will sich seine umbekümmerte Art beibehalten. „Wie man letztes Jahr gesehen hat, mache ich mir keinen Druck. Ich habe eine gute Mannschaft, einen guten Trainer, eine gute Familie. Das ist die Hauptsache. Die helfen mir sehr. Dafür bin ich dankbar.“

El Mala „überglücklich, hier zu sein“

Dieses Umfeld war für ihn fraglos einer der Hauptgründe für den Verbleib – trotz des Interesses zahlreicher Vereine, allen voran natürlich Borussia Dortmund. „Ich bin überglücklich, hier zu sein. Das sieht man, glaube ich“, strahlte El Mala nach dem Auftaktsieg gegen Hoffenheim, wenngleich er offenbarte: „Die letzten Wochen waren sehr wild – wilder, als ich gedacht hätte. Es gab keinen Tag, an dem nicht über mich geschrieben wurde.“

Der Ausgang des Pokers ist bekannt. „Ich fühle mich extrem wohl in Köln, genieße die Zeit hier beim FC. Es macht unheimlich Spaß, mit den Jungs zu kicken“, betonte El Mala auch im Sky-Interview am Spielfeldrand und antwortete auf die Frage nach den Gründen für seinen Verbleib: „Guck dir die hier alle an – das ist ein großer Punkt, warum man hierbleiben sollte.“ Er schaute sich im RheinEnergieStadion um, in dem der 3:2-Sieg auch 20 Minuten nach Abpfiff lautstark gefeiert wurde. Es ist weiterhin El Malas Wohnzimmer.

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