In allen drei bisherigen Pflichtspielen ist der 1. FC Köln mit einem Rückstand in die Halbzeitpause gegangen. René Wagner war stets gezwungen, seinen Matchplan anzupassen. Ein Muster, das man aus der vergangenen Saison kennt.
Das Spiel in Stuttgart hatte kaum begonnen, da rollte Angriff auf Angriff auf das Tor des 1. FC Köln zu. Die Geißböcke konnten sich bei Marvin Schwäbe und dem Aluminium bedanken, dass sie erst nach 39 Minuten durch El Khannouss in Rückstand gerieten.
Schon vorher war relativ offensichtlich, dass der Matchplan von Trainer René Wagner nicht aufging. Wie schon die TSG Hoffenheim setzte der VfB die Gäste früh unter Druck, der FC offenbarte große Probleme im Aufbauspiel, dazu wirkte der junge Neuzugang Paul Okon-Engstler im zentralen Mittelfeld genauso überfordert wie Alessio Castro-Montes auf der rechten Seite.
FC immer mit Rückstand in die Pause
Ob es nun die Hereinnahme von Ellyes Skhiri und Mikey Moore, die Umstellungen oder die Worte Wagners in der Pause waren – zumindest in der Phase unmittelbar nach Wiederanpfiff war der 1. FC Köln für 15 Minuten beim Champions-League-Teilnehmer konkurrenzfähig.
Was uns zu einem nicht unbedenklichen Muster bringt: Bereits in Würzburg und im Heimspiel gegen Hoffenheim missriet die erste Halbzeit den Kölnern mehr oder minder komplett, man lag jeweils mit 0:1 zurück und musste anpassen.
Die erste Hälfte haben wir schon sehr leichtfertig abgegeben.
Marvin Schwäbe
Gegen Hoffenheim hatte Sportchef Thomas Kessler moniert, dass „man gar nicht den Pressing-Auslöser gefunden habe.“ Gegen Stuttgart räumten die Spieler nun unisono ein, wie schwach der Auftritt vor dem Seitenwechsel war.
„Die erste Hälfte haben wir schon sehr leichtfertig abgegeben“, kritisierte Kapitän Marvin Schwäbe in Stuttgart und fasste zusammen: „Wir haben einfache Fehler gemacht, hatten ohne Ende Ballverluste in der eigenen Hälfte. Wir haben Stuttgart eingeladen, zum Glück haben sie die Flanken nur an die Latte gesetzt. Schon beim Pokalspiel in Würzburg hatte der Außenseiter lange an der Sensation schnuppern dürfen, ehe der FC das Spiel noch drehte.
Wagners Anpassungen helfen
Immerhin passen die Justierungen des Trainerteams: Anpassungen im eigenen Spiel und beim Anlaufen des Gegners brachten den FC in den ersten drei Spielen mindestens auf Augenhöhe. „René hat klar Dinge angesprochen, die wir besser machen müssen“, sagte Kessler über die Halbzeitrede in Stuttgart. „Das ist kein Hexenwerk, das ist bei uns jede Woche so. Wir haben uns angepasst, es gab zwei Wechsel. Wir kamen aus der Halbzeit raus, hatten die Torchancen und haben uns leider nicht belohnt.“
Die ersten beiden Bundesliga-Partien zeigten: Eine ordentliche Halbzeit reicht nur mit Glück für Punkte oder gar Siege. Zudem ist das Muster auch aus der letzten Saison bekannt: Mit Ausnahme des letztlich den Klassenerhalt sichernden Sieges gegen Werder Bremen und des Remis bei Union Berlin geriet der 1. FC Köln in acht der zehn Pflichtspiele unter René Wagner mit 0:1 in Rückstand – lediglich im Pokal in Würzburg und gegen Hoffenheim gelang es, diese Partien am Ende komplett zu drehen.
In den Duellen auf Augenhöhe gegen Werder Bremen, den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach, die schon wegweisend für den Saisonverlauf sein könnten, sollte deshalb ein sofort funktionierender Matchplan her. Nur eine gute Hälfte ist für die Ziele des 1. FC Köln auf Dauer zu wenig.








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