Die Frauen des 1. FC Köln sind in der Bundesliga-Saison angekommen: Gegen Hoffenheim zeigte die Mannschaft von Britta Carlson eine völlig andere Stabilität als noch beim Auftakt in Frankfurt – und setzte damit ein klares Ausrufezeichen an die Konkurrenz.
Bei der Auftaktpleite in Frankfurt hatten die Frauen des 1. FC Köln sichtbare Probleme und leisteten sich gegen eine konterstarke und giftige Eintracht-Offensive zu viele einfache Fehler. Eine Woche später setzten die Kölnerinnen ein Zeichen und meldeten sich mit dem ersten Heimsieg in der Bundesligasaison 2026/27 zurück. Beim 1:0 gegen Hoffenheim zeigte die Mannschaft von Carlson eine klare Reaktion, auch wenn die Trainerin nach dem knappen Ergebnis differenziert Bilanz zog.
Stürmerduo hat noch kein Tor zu verbuchen
Besonders zufrieden zeigte sich die Cheftrainerin mit dem Zugriff ihrer Mannschaft: „Auf jeden Fall haben wir das Pressing auch durchgezogen, selbst wenn’s mal überspielt wurde, haben wir eigentlich fast jeden zweiten Ball spätestens dann zurückgewonnen.“ Das war in Frankfurt oft nicht der Fall.
Woran es aus Carlsons Sicht noch hakt, ist die Verwertung danach: „Was uns dann fehlt im Moment, ist die Präzision nach Ballgewinn. Da wird viel zu wenig ausgeholt.“ Auch bei den Standards sieht sie ungenutztes Potenzial: Aus einem Neun-zu-eins-Eckenverhältnis für den FC „müssen wir sicherlich mehr rausholen“. Trotzdem ein deutliches Zeichen der Feldüberlegenheit
Ich bin glücklich und dankbar für meinen neuen Vertrag und die Wertschätzung, die mir beim FC entgegengebracht wird.
Lydia Andrade
Ohnehin ist das Manko am Geißbockheim aktuell die Chancenverwertung: Aus den ersten beiden Spielen steht bislang nur ein Tor zu Buche, erzielt von Sandra Maria Jessen. Jedoch hatte die Top-Torschützin der vergangenen Saison aufgrund einer längeren Verletzung die gesamte Vorbereitung verpasst und wurde gerade noch rechtzeitig zum Saisonstart fit.
Die Offensivhoffnungen Lydia Andrade und Pauline Bremer, die in beiden Partien als Sturmduo begannen, warten dagegen noch auf ihren ersten Torbeitrag der Saison. Gegen den Aufsteiger aus Mainz am kommenden Wochenende muss von vorne nun mehr kommen. Andrade dürfte von ihrer Vertragsverlängerung bis zum 30. Juni 2028 beflügelt sein.
„Ich bin glücklich und dankbar für meinen neuen Vertrag und die Wertschätzung, die mir beim FC entgegengebracht wird“, sagt die Schweizer Nationalspielerin. „Ich habe in der Phase, in der es noch nicht so gut lief, weiter an mich geglaubt und für meine Einsatzzeiten gekämpft. Darauf bin ich sehr stolz und ich werde auch in Zukunft alles für meine Mannschaft und den FC geben.“
Carlson noch nicht zufrieden
FC-Trainerin Carlson dürfte sich ebenfalls freuen. Mit dem hintenraus etwas glücklichen Sieg ihrer Mannschaft gegen Hoffenheim war sie trotz der weißen West jedoch noch nicht restlos zufrieden: „Das ist noch nicht das, was mich zufriedenstellt, aber natürlich bin ich erst mal happy.“
Das saubere Zu-Ende-Spielen sei der Punkt, „woran es noch hakt, woran wir arbeiten müssen – und das weiß die Mannschaft auch“. Im Vergleich zu Frankfurt, wo laut Carlson zwar in der zweiten Halbzeit eine Steigerung zu sehen war, aber zu wenig zwingend vors Tor ging, sei die Leistung gegen Hoffenheim schon spürbar geordneter und stabiler gewesen.
Im Fokus habe dabei auch das kollektive Verteidigen gestanden: Wird eine Spielerin einmal ausgespielt, soll die Mannschaft geschlossen dagegenhalten, statt einzelne Fehler durchbrechen zu lassen. Besonders hervorgehoben hat Carlson die Rolle von Kapitänin Marina Hegering, die die Abwehrkette über ihre eigene Leistung zusammengehalten habe.
Nächste Aufgabe: Auswärts beim Aufsteiger in Mainz
Am Samstag um 14 Uhr wartet schon die nächste Aufgabe auswärts bei Mainz 05. Der Aufsteiger ist nach Spielen gegen Werder Bremen und den FC Bayern München noch punktlos, dürfte also auf den ersten Saisonzähler drängen. Der FC selbst steht nach zwei Spieltagen auf Tabellenplatz acht mit drei Punkten. Das Saisonziel bleibt klar umrissen: besser abschneiden als in der Vorsaison, also besser als Platz sieben. Gegen den noch sieglosen Aufsteiger ist das Duell in Mainz eine gute Gelegenheit, um nachzulegen.







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