Zwei Kaufoptionen: Sieht der FC seine Youngsters wieder?

Für Julian Pauli ging es nach Dänemark, für Maik Akumu zurück in die U21. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Für Julian Pauli ging es nach Dänemark, für Maik Akumu zurück in die U21. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Mit Elias Bakatukanda, Julian Pauli und Patrik Kristal hat der 1. FC Köln in den vergangenen Tagen drei seiner Youngsters verliehen. René Wagner hofft auf ein Wiedersehen – doch Pauli und Kristal sind jeweils mit Kaufoption gewechselt.

Die Abgänge hatten sich abgezeichnet, doch erst in der Woche des Deadline Days war es so weit: Elias Bakatukanda, Julian Pauli und Patrik Kristal haben den 1. FC Köln jeweils auf Leihbasis verlassen. Für die beiden Innenverteidiger ist es bereits die zweite Leihe in Folge.

„Wir geben Julian und Ele die Chance, Spielzeit auf einem guten Level zu sammeln“, sagt Trainer René Wagner. Pauli, vergangene Saison bei Dynamo Dresden, zog es zum dänischen Erstligisten Odense BK. Bakatukanda wählte quasi den umgekehrten Weg – vom Ausland in die 2. Bundesliga, von Blau-Weiß Linz aus Österreichs Oberhaus zum VfL Osnabrück.

FC-Innenverteidiger „machen sich das Leben schwer“

„Wir haben mit den anderen Innenverteidigern vier Spieler da, die sich gegenseitig das Leben schwer machen“, spricht Wagner die große Konkurrenz im Abwehrzentrum an. Luka Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey, Joel Schmied und Rav van den Berg standen zuletzt vor Pauli und Bakatukanda. „Da war es für die beiden das Sinnvollste, bei einem anderen Verein auf Spielpraxis zu kommen. Mit Osnabrück und Odense haben wir zwei Vereine gefunden, wo das für beide auf einem Top-Niveau möglich ist.“

Patrik Kristal sollte derweil schon früher verliehen werden, bereits vor Wochen gab es Gerüchte über einen Wechsel nach Dänemark. Aber der Este konnte im Profitraining derart überzeugen, dass Wagner ihn bis zur Verpflichtung von Ellyes Skhiri nicht abgeben wollte. „Er hat einen super Eindruck hinterlassen“, bestätigt der Kölner Coach und freut sich nun, „dass Patrik in der Schweiz hoffentlich viele Minuten sammeln kann, um dann im nächsten Sommer in einer noch erfahreneren Position nach Köln zurückzukehren“.

Thun und Odense mit Kaufoptionen für Kristal und Pauli

Wobei das Wiedersehen nicht gänzlich sicher ist. Der FC Thun, mit dem Kristal auch in der Conference League antreten wird, verfügt über eine Kaufoption – das hat der Schweizer Meister offiziell verkündet. Pauli wurde ebenfalls inklusive Kaufoption verliehen, das wiederum wurde durch Odense offiziell bestätigt. Wobei es angesichts der Wertschätzung für beide denkbar ist, dass der FC für die Zukunft über eine Handhabe verfügt, um Pauli und Kristal gegebenenfalls zurückzuholen.

Dass in diesem Sommer kein Eigengewächs den endgültigen Sprung zu den Profis schaffte, neben dem genannten Trio unter anderem auch Youssoupha Niang (St. Pauli) verliehen wurde und stattdessen mit Mikey Moore und Reigan Heskey internationale Top-Talente verpflichtet wurden, will Wagner keinesfalls als Stoppschild für die eigenen U-Teams verstanden wissen.

Einen Spieler wie Mikey hat keiner in der Bundesliga – zumindest gibt es davon nicht so viele.

René Wagner

„Es gab die letzten Jahre genug Spieler, die es bei uns zu den Profis geschafft haben“, sagt der 38-Jährige und betont: „Die Nachwuchsarbeit bei uns ist top.“ Viele Kölner Talente seien in der Bundesliga gelandet, einige auch bei anderen Vereinen – ein normaler Umstand.

Dass sich in Zukunft wieder Eigengewächse oben durchbeißen werden, davon ist Wagner überzeugt. „Es wird immer wieder Nachwuchsspieler geben, die in den Profibereich kommen.“ Der Moment müsse eben passen: „In einem 20er-Kader der U19 gibt es vielleicht vier, fünf Spieler, die für den Profibereich infrage kommen. Es sind aber nicht immer genau die Spieler dabei, die wir brauchen.“

Hector und Uth als Wagners Beispiele

So erklärt der FC-Trainer auch die Transfers von Heskey und Moore: „Einen Spielertyp wie Reigan hatten wir nicht im eigenen Nachwuchs. Einen Spieler wie Mikey hat keiner in der Bundesliga – zumindest gibt es davon nicht so viele.“ Chancen auf solch „außergewöhnliches Talent“ dürfe man nicht verstreichen lassen.

Youngsters wie David Fürst, Jonathan Friemel und Maik Akumu, die im Sommer bei den Profis überzeugen konnten, sollen derweil die Regionalliga als ihr Sprungbrett begreifen. „Wir hatten in der Vorbereitung Jungs dabei, die nah dran sind am Kader. Aber sie brauchen auch Spielzeit in der U21.“ Wagner erinnert an Jonas Hector und Mark Uth, „die beim FC in der U21 angefangen haben, um dann Profis zu werden“. Es gebe ausreichend gute Beispiele – und aktuell einige Talente, die diesen Weg gehen können.

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