Der 1. FC Köln und seine Wackel-Abwehr – trotz Millionen-Investitionen ist die Viererkette noch nicht sattelfest. Der Liga-Vergleich zeigt: Die Kölner Defensive muss noch deutlich zulegen.
Bis zur Schießbude der Liga ist es für die Abwehr des 1. FC Köln noch ein weiter Weg. Neun Gegentreffer aus vier Spielen können sich zwar nicht sehen lassen. Im Vergleich etwa zum HSV (13), Borussia Mönchengladbach (16) oder gar Union Berlin (17) ist die Lage nicht so dramatisch. Trotzdem bereitet die Defensive Sorgen. Seit acht Monaten ohne weiße Weste sucht die Mannschaft von René Wagner nach Stabilität.
Ex-Sportchef Jörg Jakobs hatte kürzlich gemutmaßt, dass man wegen fehlender Transfereinnahmen bei den Defensivverpflichtungen eher auf „Fantasie“ denn auf gestandene Qualität habe setzen müssen – und dass man sein Heil nun in der Offensive suchen müsse. Ein Blick auf die Ausgabenseite scheint das allerdings zu widerlegen.
Nur der HSV investierte ähnlich in die Abwehr
Über 20 Millionen Euro investierte der FC im Sommer 2025 und 2026 in die Verteidiger Rav van den Berg (8 Millionen Euro), Jahmai Simpson-Pusey (5,5 Mio), Luca Lochoshvili (4,8 Mio), Sebastian Sebulonsen (2,5 Mio) und Alessio Castro-Montes (2 Mio). Nicht mitgezählt ist die Signing Fee, die WM-Teilnehmer Gideon Mensah bei seinem ablösefreien Wechsel eingestrichen hat. Auch die Leihgebühr von Borna Sosa ist nicht bekannt und wurde nicht eingerechnet.
Klar ist: In Teilen musste der FC als Vorjahres-Aufsteigers noch einmal nachlegen. In Teilen waren die Investitionen als Nachwirkungen der Transfersperre dringend nötig. Klar ist aber auch: Ähnliche Ausgaben im selben Zeitraum hat kaum ein Konkurrent aufzuweisen. Die Aufsteiger Paderborn, Elversberg und Schalke 04 zahlten in diesem Sommer 2026 für Abwehrspieler maximal sechsstellige Beträge.
In den Jahren 2025 und 2026 gab wiederum Werder Bremen 6,0 Millionen Euro plus Leihgebühren aus. Der HSV griff deutlich tiefer in die Tasche, die Ausgaben lagen bei fast 18 Mio. Euro. Union Berlin investierte in den letzten beiden Sommern rund 7,5 Mio. Euro in die Defensive. Borussia Mönchengladbach gab knapp 10,5 Mio. Euro aus.
Weiße Weste würde neue Sicherheit geben
Die FC-Verteidiger haben also nach ihren teils teuren Verpflichtungen noch Luft nach oben. Allen voran bekanntlich van den Berg, aber auch Lochoshvili, der sich an die Bundesliga gewöhnen muss, oder Castro-Montes, der nun zwar verletzt ausfällt, aber zuvor immer wieder Schwächen in der Abwehrarbeit aufwies. Das Gebilde ist noch nicht so stabil, wie die Verantwortlichen es sich nach den Investitionen erhofft hatten.
Das ist kein Beinbruch, doch klar ist: Mit über zwei Gegentoren im Schnitt und vor allem mit dem nun schon acht Monate andauernden Hoffen auf ein Spiel ohne Gegentor wird jedes Spiel zu einem Abwägen, wie viel Offensive die Geißböcke wagen müssen, um den stetigen Fluss an Gegentreffern aufzufangen. Ein wenig mehr Fokus auf die weiße Weste würde wohl auch Torhüter Marvin Schwäbe unterstützen.







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