„Volle Rückendeckung“ für Wagner: Kessler über Fan-Frust und Trainer-Frage

Thomas Kessler beim 0:0 des 1. FC Köln gegen Schalke. (Foto: Bucco)
Thomas Kessler beim 0:0 des 1. FC Köln gegen Schalke. (Foto: Bucco)

Die Kritik an René Wagner nimmt zu. Beim 0:0 gegen den FC Schalke 04 gab es von den Rängen des RheinEnergieStadions erstmals lautstarke Forderungen nach einer Trainer-Entlassung. So ordnet Sportchef Thomas Kessler die Situation beim 1. FC Köln ein.

Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen Schalke 04 hat der 1. FC Köln die kurze Vorbereitung auf das doppelte Aufeinandertreffen mit Union Berlin aufgenommen. Am Dienstagabend gastieren die Eisernen im DFB-Pokal im RheinEnergieStadion, Sonntagnachmittag müssen die Geißböcke in der Bundesliga an die Alte Försterei. Für den FC gilt es, einen erneuten Stimmungsumschwung herbeizuführen – insbesondere René Wagner hat diesen dringend nötig.

Während und nach der Nullnummer gegen Schalke schallten in Müngersdorf erstmals „Wagner raus“-Rufe von den Rängen. Wohlgemerkt nur zwei Wochen nach dem gefeierten Derbysieg. Sportchef Thomas Kessler äußerte sich im Nachgang der Partie nicht, sprach seinem Trainer aber am Rande des Spielersatztrainings am Sonntag das Vertrauen aus: „Er hat volle Rückendeckung.“

Kessler: „Das trifft René“

Doch Kessler forderte bei allem Glauben an Wagners Qualitäten auch Siege: „Wir haben jetzt zwei brutal wichtige Spiele gegen denselben Gegner. Jetzt geht es darum, einen guten Job zu machen. Was Vertrauen schafft, sind jetzt Erfolge.“ Das sei „die Währung, die jetzt offensichtlich zählt“. Ansonsten droht die Stimmung gegen Wagner endgültig zu kippen.

„Ich nehme das natürlich ernst, das ist ja keine Frage. Es ist hochemotional“, so Kessler über den Frust auf den Rängen, der auch am Trainer selbst nicht spurlos vorbeigehen wird. „Das ist etwas, was René sicherlich treffen wird. Das ist menschlich. Ich mache mir auch Gedanken und nehme das mit in die tägliche Arbeit“, versicherte der FC-Geschäftsführer.

Insgesamt sehe er den FC „auf einem guten Weg“, doch: „Die Kreativität im letzten Drittel und dann auch endgültig Torgefahr auszustrahlen oder Chancen zu nutzen, haben wir vermissen lassen. Deswegen sind wir enttäuscht.“ Kessler zeigte sich am Sonntag „überzeugt, dass es spielerisch schon am Dienstag besser wird“.

Kessler: „Diese Situation müssen wir jetzt annehmen“

Mit acht Punkten aus sieben Spielen steht der FC aktuell auf Platz elf. Das ist laut Kessler „dort, wo wir uns selber eingeordnet haben“. Wobei die Kölner bislang ausschließlich zu Hause gepunktet und noch sämtliche Top-Teams vor der Brust haben. „Der ein oder andere Punkt mehr wäre drin gewesen“, weiß auch der Ex-Torhüter: „Diese Situation müssen wir jetzt annehmen.“

Mit Wagner. Doch Kessler ließ auch durchblicken, dass ein Zwischenfazit naht. „Man sagt ja immer, dass man nach den ersten zehn Spielen einer Saison einen Strich darunter macht, dann sieht man zumindest mal eine Tendenz.“ Nach dem Doppel gegen Union sind zehn Pflichtspiele bestritten, zwei Pokalpartien und acht Bundesliga-Spieltage.

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