Vom Testspiel in die Klinik! FC bangt um Dallinga und Ache – Bülter verhindert Pleite

Thijs Dallinga musste auf dem Weg in die Kabine gestützt werden. (Foto: Bucco)
Thijs Dallinga musste auf dem Weg in die Kabine gestützt werden. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln ist im Stadtduell bei Viktoria Köln nach langem Rückstand nicht über ein 2:2 (1:2) hinausgekommen. Das Ergebnis geriet beim Testspiel am Samstagnachmittag aber ohnehin zur Nebensache. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache mussten verletzungsbedingt in die MediaPark-Klinik gebracht werden.

Aus dem Sportpark Höhenberg berichtet Martin Zenge

Eigentlich wollte der 1. FC Köln am Samstagnachmittag frisches Selbstvertrauen für das Derby gegen Borussia Mönchengladbach tanken. Die Reservisten sollten Spielpraxis sammeln und die spät verpflichteten Neuzugänge die Möglichkeit erhalten, sich einzuspielen. Doch das Testspiel gegen den stark in die Saison gestarteten Drittligisten Viktoria Köln sorgte vor allem für akute Personalsorgen. Der FC muss um seine beiden Top-Stürmer bangen.

Tore und Highlights

13. Minute: Der FC übernahm in der Anfangsphase zunehmend die Spielkontrolle, Viktoria wagte mutige Vorstöße und erzielte das erste Tor – jedoch ins eigene Netz. Sebastian Sebulonsen drang nach einem Seitenwechsel von Marius Bülter in den Strafraum des Drittligisten ein und legte von der Grundlinie quer. Ex-FC-Talent Meiko Sponsel wollte klären, schoss aber seinen Teamkollegen Tim Kloss an, von dem der Ball ins eigene Tor prallte. Das 1:0 aus FC-Sicht.

20. Minute: Viktoria, Tabellenzweiter in der 3. Liga, lauerte auf seine Chancen. Castelle probierte es aus 17 Metern, sein Schuss wurde noch abgefälscht – FC-Kapitän Ron-Robert Zieler musste sich strecken und parierte stark.

Da war die Welt noch in Ordnung: Nach Sebastian Sebulonsens Hereingabe fiel das 1:0. (Foto: Bucco)
Da war die Welt noch in Ordnung: Nach Sebastian Sebulonsens Hereingabe fiel das 1:0. (Foto: Bucco)

28. Minute: Eine ganz bittere Szene sorgte für einen Bruch im bis dahin ordentlichen FC-Spiel. Nach einer Flanke von Borna Sosa wollte sich Thijs Dallinga im Strafraum um seinen Gegenspieler Kloss drehen und ging schreiend zu Boden. Der Niederländer fasste sich ans rechte Knie – hatte sich dieses offenbar verdreht. Dallinga wurde auf dem Rasen behandelt, dann gab Physiotherapeut Christian Osebold das Zeichen: Wechsel. Der von Bologna ausgeliehene Angreifer konnte nicht richtig auftreten, musste von Osebold und einem weiteren Physio gestützt werden. Auf dem Weg zur Kabine gab es aufmunternden Applaus von den Rängen, doch womöglich droht eine lange Pause.

33. Minute: Während sich Ragnar Ache noch auf seine Einwechslung vorbereitete, glich die Viktoria in Überzahl aus. Wolf stand nach einer Eisenhuth-Flanke von der rechten Seite völlig blank zwischen Assad Kotya-Fofana und Sebulonsen und köpfte zum 1:1 ein.

36. Minute: Der Doppelschlag! Sosa konnte nur ungenügend klären, Ellyes Skhiri ließ den Ball anschließend unglücklich auf Otto abprallen, der aus 15 Metern zunächst am Pfosten scheiterte. Castelle staubte zum 1:2 ab. 

43. Minute: Der nächste Schreckmoment! Kurz nachdem er die riesige Chance zum 2:2 aus fünf Metern vergeben hatte, verletzte sich auch der für Dallinga eingewechselte Ache. Nach einem langen Ball kämpfte der Angreifer gegen zwei Viktoria-Verteidiger um die Kugel und fasste sich nach der Aktion direkt an den linken hinteren Oberschenkel. Ache lief anschließend unrund, konnte nicht mehr sprinten.

46. Minute: Und mit Beginn der zweiten Halbzeit war klar: Auch für Ache geht es nicht weiter! Imad Rondic kam für die Nummer neun. Der FC gab derweil bekannt: „Thijs Dallinga und Ragnar Ache machen sich nach ihren verletzungsbedingten Wechseln auf den Weg in die MediaParkKlinik.“ Acht Tage vor dem wegweisenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach stehen die Geißböcke womöglich ohne ihre beiden Top-Stürmer da.

52. Minute: Nach den beiden Verlusten tat sich der FC gegen den Drittligisten, der zur Pause durchgewechselt hatte, äußerst schwer. Zieler verhinderte bei Maboulous Schuss von der Strafraumgrenze das 1:3, dann schoss Bülter aus spitzem Winkel ins Seitenaus.

76. Minute: Eher lag das dritte Gegentor als der Ausgleich in der Luft, gegen Sachse hielt Zieler erneut stark. Doch dann köpfte Bülter nach einem Eckball von Sosa aus kurzer Distanz zum 2:2 ein – und jubelte energisch. Dem Offensivmann war klar, was für ein zusätzlicher Stimmungsdämpfer eine Testspiel-Niederlage gewesen wäre. Mehr als der Ausgleich sprang trotz einer Schlussoffensive des FC nicht mehr heraus.

Personal

So spielte der FC: Zieler – Sebulonsen (62. Fürst), Schmied (46. Dabrowski), Kotya-Fofana (46. Stapelmann), Sosa (46. Friemel) – Krauß (76. Harchaoui), Skhiri – Thielmann (76. Borie), Waldschmidt (62. Maina), Bülter – Dallinga (34. Ache, 46. Rondic)

Zur Aufstellung: In Abwesenheit der Nationalspieler bot René Wagner praktisch seine beste Elf auf – mit Ausnahme von Linton Maina, der zunächst auf der Bank saß und im Laufe der zweiten Halbzeit eingewechselt wurde.

Fazit

Nach einem annehmbaren Start in die Partie nahm der Nachmittag aus Sicht des 1. FC Köln einen ganz bitteren Verlauf. Sollten vor dem Derby gegen Gladbach mit Dallinga und Ache beide etatmäßigen Mittelstürmer ausfallen, wäre das verheerend. Auch in sportlicher Hinsicht war der Auftritt nach den beiden Verletzungen über weite Strecken dürftig und besorgniserregend. Viktoria wechselte zur Pause durch, bot eine B-Elf auf. Doch der FC rannte lange Zeit einem Rückstand hinterher.

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