Diese Trainer-Entlassung weckt Erinnerungen: Für Gerhard Struber ist wie schon 2024 kurz vor Saisonende Schluss, der 1. FC Köln entscheidet sich wie bereits 2019 auf einem Aufstiegsrang liegend für den Rauswurf.
Es soll Gerhard Struber einigermaßen kalt erwischt haben, als er am Sonntagabend von seiner Entlassung erfuhr. Dem Österreicher könnte sein vorzeitiges Aus, das der 1. FC Köln genau wie die Trennung von Christian Keller am Montag offiziell verkündet hat, allerdings auch wie ein Déjà-vu vorgekommen sein.
Am 15. April 2024, vor etwas mehr als einem Jahr, hatte Struber seinen Posten bei Red Bull Salzburg räumen müssen – wohlgemerkt als Tabellenführer. Durch einen Punkt aus zwei Partien, wie jetzt beim FC, hatte Salzburg seinen Vorsprung auf Verfolger Sturm Graz verspielt, die Bosse sahen den Gewinn der Meisterschaft gefährdet und setzten Struber vor die Tür. Der Titel ging letztlich aber an Graz.
Struber fliegt wieder kurz vor Ziellinie
Durch seine Entlassung beim FC fliegt der 48-Jährige nun zum zweiten Mal in Folge kurz vor Saisonende – zum zweiten Mal in Folge auf einer Tabellenposition, die eigentlich der Zielsetzung des Clubs entspricht. Noch am Samstagabend, nach dem peinlichen 1:1 gegen Absteiger Regensburg, hatte Struber für seine Arbeit geworben und gesagt: „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir nach wie vor eine komfortable Situation haben.“
Doch angesichts von nur fünf Punkten aus den jüngsten fünf Partien musste diese vermeintlich komfortable Situation – Platz zwei, ein direkter Aufstiegsrang – längst nicht mehr der eigenen Stärke, sondern vielmehr der fehlenden Konstanz der Verfolger zugeordnet werden. Der verpasste Sieg gegen Regensburg brachte das Fass zum Überlaufen. „Jetzt, da die Ziellinie vor Augen ist und wir noch dazu aussichtsreich dabei sind, tut die Entscheidung besonders weh“, sagte Struber zu seiner Entlassung.
Erinnerungen an 2019
Aber nicht nur für Struber, sondern auch für den FC wiederholt sich mit der Trainer-Entlassung Geschichte. In der bislang letzten Aufstiegssaison 2018/19 war Markus Anfang – ebenfalls nach fünf Punkten aus seinen letzten fünf Spielen – kurz vor Saisonende gefeuert worden.
Damals betreute André Pawlak die Mannschaft für die verbleibenden drei Partien, holte aus diesen noch vier Zähler. Wobei schon die von Anfang erreichte Punktzahl zum Aufstieg geführt hätte. Dieser Umstand dürfte nun wohl kaum erneut auftreten: Strubers 55 Punkte werden für den direkten Aufstieg zu wenig sein – Friedhelm Funkel muss nachlegen.








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