Während sich der 1. FC Köln am heimischen Geißbockheim auf den Bundesliga-Auftakt vorbereiten kann, erlebt der FSV Mainz 05 eine Woche mit insgesamt drei Spielen und 3800 Flugkilometern. Hilft diese „Farce“, wie Christian Heidel sagt, den Geißböcken?
Nach dem freien Dienstag bittet Lukas Kwasniok am Mittwochnachmittag wieder auf den Rasen. Für den 1. FC Köln beginnt eine ganz reguläre Trainingswoche, bevor die Geißböcke am Sonntagnachmittag beim FSV Mainz 05 auf die Bundesliga-Bühne zurückkehren. Völlig anders sieht es beim Auftaktgegner aus.
Als der FC am Sonntag, gegen 17.30 Uhr, im Jahnstadion über den dramatischen 2:1-Sieg gegen Regensburg jubelte und einen emotionalen Push für Mainz mitnahm, befanden sich die 05er noch in der Vorbereitung auf ihr eigenes Pokalspiel am Montagabend bei Zweitligist Dynamo Dresden. Donnerstagabend wiederum wartet auf Mainz noch ein weiteres Auswärtsspiel – im norwegischen Trondheim geht es um die Qualifikation zur Conference League.
Mainzer Wut auf „Schreibtisch-Akrobaten“
Macht unterm Strich 180 Spielminuten und 3800 Flugkilometer, die die Mannschaft von Bo Henriksen in dieser Woche abspulen muss, bevor am Sonntag der FC in der Mewa-Arena gastiert. Für Mainz ist der Bundesliga-Auftakt das dritte Pflichtspiel in sieben Tagen, die Kölner hatten genau eine Woche Pause.
Was da passiert ist, ist für mich eine Farce. Da sitzen so ein paar Schreibtisch-Akrobaten beim DFB.
Christian Heidel
Bei den Rheinhessen hatte man sich bereits in den vergangenen Wochen und Monaten mächtig über die Terminierung der Pokalpartie aufgeregt, hatte sogar Beschwerde beim DFB-Bundesgericht eingelegt – vergeblich. Am Montagabend ließ Sportvorstand Christian Heidel bei Sky noch mal Dampf ab. „Was da passiert ist, ist für mich eine Farce. Da sitzen so ein paar Schreibtisch-Akrobaten beim DFB“, schimpfte der 62-Jährige.
Vor dem umkämpften Pokalspiel in Dresden, das Mainz knapp mit 1:0 gewann, berichtete Heidel: „Wir haben klar gesagt: ‚Wir möchten am Freitag oder Samstag spielen, wenn es irgendwie möglich ist.‘ Wir haben alles versucht, ich habe nicht einen Hinweis bekommen, dass die Herren vom DFB sich bemüht haben, eine Lösung zu finden.“
Ausgeruhte Kölner bei gestressten Mainzern
Der Grund für die Terminierung am Montagabend war das Dresdner Stadtfest, das am vergangenen Wochenende stattfand, und damit verbundene behördliche Sicherheitsvorgaben. „Ich habe niemanden gefunden, der gesagt hat: ‚Das ist in Ordnung.‘ Alle sagen: Das kann nicht sein“, so Heidel, der das Bundesgericht von seiner Kritik ausnahm: „Die haben 18 Tage versucht, eine Lösung zu finden. Aber es war rechtlich keine Lösung möglich, weil ein paar Herren beim DFB einfach ganz, ganz tief geschlafen haben.“
Heidels Zusammenfassung dieser Woche: „Wir kommen nach Hause und steigen wieder ins Flugzeug, fliegen nach Norwegen, kommen zurück und spielen gegen Köln.“ Ob der FC von der „Farce“ profitieren kann, müssen die 90 Minuten am Sonntag zeigen. Fakt ist, dass die Kölner auf und neben dem Platz wesentlich mehr Zeit zur Vorbereitung haben. Die FC-Profis wissen, dass sie deutlich ausgeruhter sind als ihre Mainzer Gegenspieler, die erst am Freitagmittag aus Trondheim zurück nach Frankfurt fliegen.






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