Frust-Derby auf Rängen und Rasen! Zaubertor kostet FC wichtigen Punkt

Leverkusen jubelt, Said El Mala ist frustriert. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)
Leverkusen jubelt, Said El Mala ist frustriert. (Foto: IMAGO / DeFodi Images)

Die Sieglos-Serie des 1. FC Köln hält an. Ein Zaubertor von Martin Terrier hat die Geißböcke am Samstagabend in der BayArena auf die Verliererstraße gebracht. Letztlich setzte sich Leverkusen vor einer unwürdigen Kulisse mit 2:0 (0:0) durch.

Aus der BayArena berichten Sonja Gauer, Marc L. Merten und Martin Zenge

Normalerweise geht es auf den Rängen heiß her, wenn der 1. FC Köln und Bayer Leverkusen aufeinandertreffen. Am Samstagabend allerdings war die Stimmung in der BayArena eines Derbys oder Nachbarschaftsduells keinesfalls würdig. Unangemessene Polizeikontrollen sorgten dafür, dass die aktive Fanszene der Geißböcke geschlossen wieder abreiste – 500 bis 600 stimmgewaltige Anhänger fehlten im Gästeblock (der GEISSBLOG berichtete). Während der ersten Halbzeit stellten dann auch die Leverkusener Ultras den geordneten Support ein, aus Solidarität lichteten sich im Heimblock ebenfalls einige Reihen. Nach dem Seitenwechsel erreichte die Stimmung beim FC endgültig den Tiefpunkt.

Tore und Highlights

9. Minute: Leverkusen übernahm schnell die Spielkontrolle, hatte deutliche Vorteile in Sachen Ballbesitz und gewonnene Zweikämpfe. Marvin Schwäbe war es, der den frühen Rückstand verhinderte. Tillman steckte am Kölner Strafraum per Hacke auf Kofane durch, der Bayer-Stürmer scheiterte aus spitzem Winkel aber am FC-Kapitän.

21. Minute: Dann der erste Nadelstich der Gäste – die riesige Chance auf das 1:0. Said El Mala setzte sich links gegen Tillman durch, spielte mit dem Außenrist scharf in den Fünfer, wo Luca Waldschmidt anrauschte. Der Ex-Nationalspieler erwischte den Ball aber nicht richtig, bekam keinen Abschluss hin.

28. Minute: Sieben Minuten später prüfte Waldschmidt den Leverkusener Schlussmann Flekken. Der Niederländer spielte zunächst einen schwachen Pass, den Kaminski abfing. Dann kam der Torhüter nicht ausreichend an die Flanke des Polen heran, sodass Waldschmidt im Sechzehner aus halbrechter Position abziehen durfte. Nun war Flekken zur Stelle.

48. Minute: Kwasniok wechselte zur Halbzeit dreifach, brachte Ragnar Ache, Linton Maina und Cenk Özkacar für Marius Bülter, Luca Waldschmidt und Denis Huseinbasic. Die erste Chance hatte wieder Bayer: Sebastian Sebulonsen ließ sich am Mittelkreis von Tillman den Ball abnehmen, Leverkusens Zehner stürmte alleine auf Schwäbe zu. Doch Tillman versagten die Nerven, er jagte die Kugel über die Latte hinweg. Riesiges Glück für den FC.

50. Minute: Dann war wieder Schwäbe gefordert. Tillman setzte Maza in Szene, der am Fünfer aus spitzem Winkel abschloss. Schwäbe stand im Weg.

53. Minute: Die erste Kölner Chance im zweiten Durchgang bot sich kurz darauf Sebulonsen. Bei einem Freistoß aus gut 25 Metern probierte es der Norweger mit einem tückischen Aufsetzer und zwang Flekken zu einer Parade.

59. Minute: Auch Maina ließ Flekken fliegen. Der eingewechselte Flügelstürmer zog ins Zentrum und mit rechts ab. Bayers Keeper entschärfte auch diesen Aufsetzer.

66. Minute: Dann schlug Leverkusen mit einem absoluten Traumtor zu. Nach einem Doppelpass mit Aleix Garcia flankte Arthur von rechts ins Zentrum, wo Terrier eigentlich schon etwas zu nah am Tor stand, um die Hereingabe verarbeiten zu können. Allerdings erwischte der Franzose den Ball im Fallen mit der Hacke und beförderte ihn so äußerst artistisch per Scorpion-Kick über Schwäbe hinweg ins Tor. Das 0:1 aus Kölner Sicht.

72. Minute: Leverkusen blieb dran und legte schnell die Vorentscheidung nach. Einen Eckball von Aleix Garcia nutzte Robert Andrich per Kopf zum 0:2. Mal wieder ein Standard-Gegentor – und gleichzeitig der Endstand. Der FC hatte nichts mehr entgegenzusetzen.

Personal

So spielte der FC: Schwäbe – Sebulonsen, Martel (80. Johannesson), van den Berg – Thielmann, Krauß, Huseinbasic (46. Özkacar), Kaminski – Waldschmidt (46. Maina), Bülter (46. Ache), El Mala (73. Lund)

Zur Aufstellung: Premiere am 14. Spieltag: Zum ersten Mal nahm Lukas Kwasniok im Vergleich zur vorherigen Partie keine Änderungen an seiner Startelf vor. Trotz des verpassten Heimsiegs gegen St. Pauli war der FC-Trainer von der Leistung gegen die Hamburger überzeugt und wollte seine mutige, offensive Formation beibehalten. Erstmals im Profi-Kader stand Cenny Neumann. Der 18-jährige Rechtsverteidiger, im Sommer von RB Leipzig gekommen, verdrängte Jusuf Gazibegovic aus dem Aufgebot.

Fazit

Sämtliche Statistiken sprachen für Bayer Leverkusen. Und dennoch hatte man am Samstagabend in der BayArena das Gefühl, dass für den 1. FC Köln mindestens ein Punkt drin gewesen – wenn die Geißböcke beim Champions-League-Teilnehmer an ihre Leistungsgrenze herangekommen wären. Da dies nicht im Ansatz der Fall war, die Nadelstiche vor der Leverkusener Führung ungenutzt blieben, setzte es eine schmerzhafte Niederlage. Zum fünften Mal in Folge blieb der FC sieglos, in den vergangenen acht Bundesliga-Partien gelang nur ein Dreier. Trotzdem stehen die Kölner als Neunter vorerst weiter in der oberen Tabellenhälfte. Am Sonntag könnte sich dies ändern.

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