So sieht Frust aus: Ragnar Ache hockte nach seiner Auswechslung gegen Union Berlin niedergeschlagen auf der Bank. Der Stürmer des 1. FC Köln war den Tränen mindestens nahe und musste von Mitspieler Jan Thielmann getröstet werden.
Da hatte sich einer wohl ganz viel vorgenommen – und war von sich selbst enttäuscht: Ragnar Ache stand im Heimspiel gegen Union Berlin erstmals seit knapp einem Monat wieder in der Startelf, haderte aber offenbar mit seiner Leistung. Bei Sky war am Samstagnachmittag zu sehen, wie der Angreifer nach seiner Auswechslung völlig frustriert auf der Bank saß.
Mit Kapuze überm Kopf warf Ache immer wieder die Hände vors Gesicht, als wolle er sich an der Seitenlinie vergraben. Der Ex-Lauterer wirkte den Tränen nah, womöglich floss sogar die eine oder andere. Jan Thielmann, der kurz nach Ache vom Feld ging, spendete seinem Mitspieler Trost, redete auf ihn ein und tätschelte ihm aufmunternd den Kopf.
Ache vorne glücklos, hinten wichtig
Lukas Kwasniok konnte nach der Partie nur rätseln, warum Ache derart geknickt war. „Ich glaube nicht, dass er persönlich wegen der Auswechslung enttäuscht war, sondern weil wir das Spiel verloren haben“, erklärte der FC-Trainer. Allerdings stand es bei der Ache-Szene noch 0:0, der Ausgang der Begegnung war also noch völlig offen.
Aches Leistung (GEISSBLOG-Note 4,0) war zwar keineswegs überragend, aber gewiss auch nicht dramatisch schlecht. In seiner Kernkompetenz, dem Kreieren von Torgefahr, trat der emsig arbeitende 27-Jährige nicht wirklich in Erscheinung, doch beim Verteidigen von Standards war er mit seiner Kopfballstärke ein Faktor.
Darum musste Ache raus
Dass Ache vorzeitig vom Platz musste, habe keine Leistungsgründe gehabt, erklärte Kwasniok: „Es war so, dass wir in der ersten Halbzeit echt ein ordentliches Spiel gemacht und Ragnar auch gefunden haben.“ In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit sei die offensive Maschine dann weitaus unrunder gelaufen. „Wir hatten das Problem, dass wir Lund und Kaminski nicht mehr so ins Spiel gebracht haben. Dann brauchte Kuba einen Partner.“
Zielspieler Ache musste für den flexibleren Marius Bülter weichen. „Es war nicht der Leistung von Ragnar geschuldet, sondern dem Gedanken, mit Bülti einen kongenialen Partner in die halblinke Spur zu bringen, ohne auf Körperlichkeit zu verzichten“, so Kwasnioks Plan.
Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen. Jan hatte offensichtlich die Kraft, das zu tun.
Lukas Kwasniok
Ob sich Ache davon trösten lässt? Es darf bezweifelt werden. Positiv aus Kwasnioks Sicht: „Wichtig ist, dass wir uns gegenseitig unterstützen.“ So wie Thielmann es bei Ache tat. „Jan hatte offensichtlich die Kraft, das zu tun. Deswegen wächst er nach und nach zum Führungsspieler heran.“ Nach Abpfiff musste dann nicht nur Ache getröstet werden.








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