Wenn die 1:2-Niederlage des 1. FC Köln gegen RB Leipzig einen Gewinner kannte, war es wohl Jan Thielmann. Das Eigengewächs hat erstmals seit dem Hinspiel in Leipzig wieder getroffen.
Es ist nicht immer ganz einfach für die Club-Verantwortlichen, nach Niederlagen die positiven Geschichten nach vorne zu kehren. Neben Leistungsträger Thomas Krauß, der im Zentrum erneut überzeugte, ging der Blick beim 1. FC Köln nach dem 1:2 gegen RB Leipzig insbesondere zu Jan Thielmann.
Das Eigengewächs hatte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt, später stand nur die Hand von Christoph Baumgartner zwischen ihm und dem 2:2 – ob dann der Blick aufs angebliche Abseits gefallen wäre, bleibt müßige Spekulation.
Steigerung nach der Pause
Dabei lief lange Zeit nicht wirklich etwas zusammen für Thielmann. Der Rechtsfuß war nur aufgrund der neuerlichen Verletzungen von Linton Maina sowie Alessio Castro-Montes in die Startelf gerückt und geriet in den ersten 40 Minuten mehrfach gehörig ins Schwimmen, hatte auch in den Zweikämpfen allzu oft das Nachsehen.
Bezeichnend war ein Konter in der 36. Minute: Thielmann verlor den Ball, verpasste mehrfach die Gelegenheit zum taktischen Foul und versuchte es dann verzweifelt mit einem Hechtsprung – doch er brachte damit nur Mitspieler Eric Martel zu Fall. Hätte Kwasniok Alternativen gehabt, wer weiß, ob Thielmann in der zweiten Hälfte überhaupt noch auf dem Platz gestanden hätte.
Thielmann leitet eigenes Tor ein
Doch dann kam die 51. Minute: Thielmann narrte an der Mittellinie mit einer Körpertäuschung zwei Leipziger. „Die war ungewollt“, gestand der 23-Jährige lächelnd. Daraus entstand aber der Ausgleich. Johannesson setzte sich in der Folge an der Strafraumgrenze durch, passte wieder auf Thielmann, und der traf mit einem Kunstschuss links oben in den Winkel.
„Dass er so perfekt ins Eck geht, freut mich“, so der Flügelspieler. Nach einem guten Saisonstart und einem nicht immer leichten weiteren Saisonverlauf traf Thielmann, der zuletzt seinen Stammplatz zu verlieren schien, erstmals seit dem 20. September – seit dem Hinspiel in Leipzig. Ein monatelanges Warten endete.
Kein Happy End für Thielmann und den 1. FC Köln
Dass der Sonntag danach nicht zu Thielmanns perfektem Abend wurde, lag nicht zuletzt am VAR. „Du kannst die Linie ziehen, wie du willst. Das ist eine Frechheit“, klagte der FC-Profi über die strittige Szene mit Baumgartner. „Es ist frustrierend, denn wir haben gerade in der zweiten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht. Jetzt müssen wir das abhaken und weiterschauen.“
Genau wie Thielmann gegen Leipzig die erste Halbzeit abhakte und dann mehr als eine Schippe drauflegte. In den nächsten Wochen wird er angesichts der Personalsituation weiter gebraucht werden, da darf er gern die Gegner weiter aussteigen lassen. Ob nun gewollt oder nicht.








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