René Wagner dürfte bei seiner Heimspiel-Premiere als Cheftrainer des 1. FC Köln auf eine andere Startelf setzen als bei seinem Debüt in Frankfurt. Der 37-Jährige lässt sich jedoch kaum in die Karten blicken.
Lukas Kwasnioks Aufstellungen waren nur schwer vorauszusagen. Unter dem freigestellten Trainer gab es beim 1. FC Köln lediglich eine Konstante: Es wird sich etwas ändern. Ein einziges Mal vertraute Kwasniok in zwei aufeinanderfolgenden Bundesliga-Spielen auf dieselbe Startelf. Doch auch unter Nachfolger René Wagner ist es derzeit nicht leicht, eine Anfangsformation zu prophezeien.
Mit seinen Aussagen auf der Spieltags-Pressekonferenz ließ sich der neue Cheftrainer alles offen. Zudem fanden drei der vier Einheiten vor dem Heimspiel gegen Werder Bremen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – viele Einblicke gewährte Wagner also nicht.
Wagners Abwägen bei Castro-Montes
Beim einzigen öffentlichen Training, zum Auftakt der Vorbereitung am Mittwochnachmittag, ließ sich in einer Spielform von Strafraum zu Strafraum eine Viererkette erahnen. Ob dies schon ein Hinweis auf das System für Sonntagnachmittag war, bleibt abzuwarten.
Gleiches gilt für die Personalwahl. Alessio Castro-Montes, der nach seiner Reservistenrolle in der Hinrunde zusehends zum Schlüsselspieler mutiert, wenn es seine Gesundheit zulässt, ist endlich wieder ein Kandidat für die erste Elf. „Alessio könnte jetzt starten“, sagt Wagner über den Flügelspieler, der dem FC in Frankfurt mit seinem 2:2 als Joker einen Punkt sicherte.
Doch womöglich bleibt Castro-Montes, der in seinen letzten fünf Bundesliga-Einsätzen an vier Toren beteiligt war, auch zunächst noch Joker. Als Wagner ihn in Frankfurt nach 82 Minuten einwechselte, war das sein Comeback nach mehr als zwei Monaten ohne jede Spielminute – eine doppelte Muskelverletzung hatte den Belgier lange Zeit zurückgeworfen.
Nicht nur ein Fragezeichen in der FC-Startelf
Womöglich geht Wagner auf Nummer sicher: „Wir müssen entscheiden, ob es das Richtige ist, ihn jetzt schon beginnen zu lassen, oder ob er noch ein Spiel braucht, wo er ein bisschen mehr Spielzeit in der zweiten Halbzeit bekommt. Das lassen wir uns offen für Sonntag.“ Sollte Castro-Montes starten, würde er wohl Lund verdrängen.
Fragezeichen gibt es auch in der Innenverteidigung, wo im Falle einer Viererkette Cenk Özkacar, Rav van den Berg sowie der nach Sperrre und Baby-Urlaub wieder spielbereite Jamai Simpson-Pusey um die beiden Plätze konkurrieren würden. Im Falle einer Dreierkette könnte das Trio gemeinsam auflaufen.
Im Mittelfeldzentrum wiederum ist es wahrscheinlich, dass Isak Johannesson den in Frankfurt nicht wirklich überzeugenden Denis Huseinbasic ablöst. Um die Position des defensiven Sechsers duellieren sich derweil Eric Martel und Tom Krauß, der zuletzt Knieprobleme hatte.
Trio zurück im Kader – wer muss weichen?
Auch um die Kader-Plätze muss inzwischen wieder gekämpft werden. Bei seinem Debüt in Frankfurt verzichtete Wagner bereits auf die Youngsters Fynn Schenten, Youssoupha Niang und Cenny Neumann, die an diesem Wochenende erneut Spielpraxis in der U21 sammeln dürften.
Und nun buhlen noch drei weitere feste Kader-Kandidaten um einen Platz im 20-köpfigen Spieltagsaufgebot. Simpson-Pusey nach der erwähnten Pause, Martel nach Gelb-Rot-Sperre und auch Joel Schmied, der nach seiner erneuten Muskelverletzung noch Trainingsrückstand hatte, ist laut Wagner wieder „eine Kader-Option“.
Kehrt das Trio zurück, müsste ein anderes Trio weichen. In Frankfurt waren Dominique Heintz, Felipe Chavez und Florian Kainz die drei Feldspieler, die Wagner nicht einsetzte. Damit wären diese drei Profis wohl die ersten Kandidaten für ein Kader-Aus.
So könnte der 1. FC Köln gegen Bremen beginnen: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Özkacar, Lund – Thielmann, Martel, Johannesson, Kaminski – Ache, El Mala








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