Köln-Verbleib gewünscht: So soll’s für Adamyan weitergehen

Sargis Adamyans FC-Vertrag läuft aus. Seine Familie würde gerne in Köln bleiben. (Foto: IMAGO / HMB-Media)
Sargis Adamyans FC-Vertrag läuft aus. Seine Familie würde gerne in Köln bleiben. (Foto: IMAGO / HMB-Media)

Im Sommer endet eines der größten Missverständnisse der jüngeren Vereinsgeschichte: Sargis Adamyans Vertrag beim 1. FC Köln läuft aus. Am liebsten würde der aktuelle Top-Scorer der U21 in Köln bleiben – zumindest privat.

In dieser Saison zeigt Sargis Adamyan die Scorer-Qualitäten, die sich der 1. FC Köln schon in den vergangenen Jahren von ihm erhofft hatte – und zwar drei Ligen weiter oben. Bei der U21 in der Regionalliga West ist einstige Bundesliga-Stürmer mit sieben Toren und zehn Vorlagen in nur 21 Einsätzen der erfolgreichste Offensivspieler.

Nachdem im vergangenen Sommer ein Wechsel zu Drittligist VfL Osnabrück aufgrund finanzieller Unstimmigkeiten geplatzt war und auch keine andere passende Offerte aufploppte, band Evangelos Sbonias den bei den Profis aussortierten Adamyan liebend gerne bei der U21 ein – sah in dem erfahrenen Angreifer eine Stütze für die FC-Talente.

Adamyan hat U21-Rolle angenommen

„Als die Karten auf dem Tisch lagen und das Transferfenster zu war, haben wir bewertet, dass Sargis die Situation absolut professionell angenommen und gut trainiert hat. Da war für uns klar, dass er uns helfen könnte, weil wir vorne recht dünn besetzt waren“, sagte Sbonias im Dezember gegenüber dem GEISSBLOG und lobte zudem: „Er füllt seine Führungsrolle auf dem Platz aus, durch Leistung und Scorerpunkte. So hilft er der Mannschaft, das war eine Win-Win-Situation.“

Diese Win-Win-Situation muss der FC jedoch teurer bezahlen. Schließlich kassiert Adamyan auch in der Regionalliga weiterhin sein Bundesliga-Gehalt – kolportierte 100.000 Euro im Monat. Er dürfte der bestbezahlte Spieler der Liga sein. Bis zum 30. Juni.

Vier Jahre, vier Profi-Tore für den 1. FC Köln

Dann endet Adamyans Vertrag beim FC nach vier Jahren, die einem großen Missverständnis glichen. Ex-Sportchef Christian Keller sah in dem Offensivmann, der zuvor mit Club Brügge die belgische Meisterschaft gewonnen hatte, einen möglichen Unterschiedsspieler – und sah sich schnell getäuscht.

In Adamyans Bilanz stehen 60 Spiele für die FC-Profis, davon 18 von Beginn an. Viermal traf der ehemalige armenische Nationalspieler, sieben Treffer bereitete er vor. Wirklich durchsetzen konnte sich der inzwischen 32-Jährige, der vergangene Saison leihweise für Jahn Regensburg auflief, unter keinem seiner Kölner Trainer.

Wohin es geht, wissen wir aktuell noch nicht.

Anna adamyan

Wie es nun weitergeht? Offen. Am liebsten, das ließ Adamyans Frau Anna nun in einer Fragerunde auf Instagram durchblicken, würde die bald vierköpfige Familie in Köln bleiben. „Sein Vertrag läuft aus und wohin es geht, wissen wir aktuell noch nicht“, schreibt die Influencerin über die sportliche Zukunft ihres Mannes.

Sie sei selbst „sehr gespannt“ und ergänzt: „Pendeln ist eine Option, mit einem relativ kleinen Radius.“ Doch es nun mal „kein Wunschkonzert“, so Anna Adamyan. Es hänge „oft mehr dran, als es nach außen hin wirkt“.

Einige potenzielle Vereine in und um Köln

Adamyans Berater Karl M. Herzog dürfte folglich zunächst mal die Clubs in und um Köln abklappern und seinen Schützling anbieten, womöglich mit Fokus auf die 3. Liga oder das untere Segment der 2. Liga. Viktoria, Fortuna, Duisburg, Essen, Aachen – je nach Saisonausgang gibt es zumindest in der Theorie so einige Adressen. Ob Interesse eines Clubs vorhanden ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Dass Adamyan als einer der Routiniers – dann natürlich zu einem Bruchteil seiner bisherigen Bezüge – bei der U21 des FC bleibt, wollte Sbonias im Winter nicht ausschließen. „Alles ist möglich, aber das Thema war noch nicht akut“, sagte der Trainer und merkte an: „Da bin ich der falsche Ansprechpartner.“

Die richtigen Ansprechpartner um Sportchef Thomas Kessler dürften nach den Erfahrungen des vergangenen Sommers nicht den Drang verspüren, Adamyan zu halten. Damals hatten Kessler & Co. gemeinsam mit den Verantwortlichen des VfL Osnabrück alles für eine Einigung getan und eine ursprüngliche Forderung erfüllt. Dann aber wollte die Spielerseite noch mal nachverhandeln. So platzte der Deal – und Adamyan wurde Top-Scorer und Top-Verdiener der U21.

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