Als Spieler streitbar, macht Dominick Drexler in der zweiten Heimat den nächsten Schritt zur Trainerkarriere: Der Ex-FC-Profi geht von der U17 des FC Schalke 04 als U19-Co-Trainer zu Holstein Kiel.
Für viele Fans des 1. FC Köln wird Dominick Drexler immer einer der Gesichter des Wiederaufstiegs 2019 bleiben. Nun schlägt der gebürtige Bonner das nächste Kapitel seiner noch jungen Trainerkarriere auf. Der 35-Jährige wechselt als Co-Trainer der U19 zu Holstein Kiel und arbeitet dort künftig unter Cheftrainerin Melanie Fink. Ausschlaggebend für den Wechsel waren vor allem private Gründe. Drexlers Ehefrau Jule stammt aus Eckernförde, Kiel ist zweite Heimat des Paares.
Nach dem Ende seiner Profikarriere im Sommer 2025 sammelte Drexler seine ersten Erfahrungen als Trainer in der Knappenschmiede des FC Schalke 04. Dort hätte man ihn gerne gehalten. „Wir verlieren mit ihm einen sehr guten und talentierten jungen Trainer“, erklärte Schalkes Sportlicher Leiter der Knappenschmiede, Raffael Tonello. Seine Entscheidung sei „keine gegen Schalke, sondern für die Heimat seiner Familie“.
Nach dem 1. FC Köln fünf Jahre bei Schalke 04
Drexler verabschiedete sich mit viel Dankbarkeit aus Gelsenkirchen. „Nach fünf besonderen Jahren endet für mich die Zeit beim FC Schalke 04. Ich möchte mich bei allen Trainern, Spielern, Mitarbeitern, Verantwortlichen und natürlich den Fans für die großartige Unterstützung bedanken. Dass ich nach meiner aktiven Karriere meine ersten Schritte als Trainer in der Knappenschmiede machen durfte, bedeutet mir sehr viel.“
Für die Fans des 1. FC Köln bleibt Drexler jedoch einerseits einer der tragenden Säulen des Wiederaufstiegs 2019 mit kurioser Transferhistorie. Erst wurde er zum FC Midtjylland transferiert, um dann noch im gleichen Transferfenster Coach Markus Anfang und Kumpel Rafael Czichos zum 1. FC Köln zu folgen.
Mit neun Toren und 17 Vorlagen war der Offensivspieler, bereits als Kind FC-Fan aber in der Jugend von Bayer Leverkusen ausgebildet, einer der wichtigsten Leistungsträger der Zweitliga-Meistermannschaft. Sein Volley-Siegtreffer gegen Ingolstadt war eins schönsten FC-Toren jener Saison. Auch in der Bundesliga setzte Drexler anschließend immer wieder Akzente.
Spacken-Eklat während Corona-Zeit
Andererseits waren da auch negative Akzente: In Erinnerung geblieben ist da vor allem der „Spacken“-Eklat vor dem Derby bei Borussia Mönchengladbach im Februar 2021. Damals hatten die Ultras des FC mit einer Pyro-Show die Mannschaft Richtung Niederrhein verabschiedet, da man während der Corona-Pandemie nicht dabei sein konnte. Dann tauchte ein Video aus dem Teambus im Netz auf, in dem Drexler die Anhänger als „Spacken“ (umgangssprachlich: Dummer Mensch) verunglimpfte. Der Profi entschuldigte sich mehrfach, unter anderem bei einem Treffen mit den Anführern der Ultras und bewies Humor, als er wenige Tage später mit einem Pullover am Geißbockheim erschien, auf dem stand: „Nur Spacken nennen andere Spacken. #sorry #ausfehlernlernen.“
Dass Drexler nun ausgerechnet nach Kiel zurückkehrt, schließt einen Kreis. Zwischen 2016 und 2018 gehörte er zu den Architekten des Aufstiegs der Störche in die 2. Bundesliga. Sein Abschied Richtung 1. FC Köln verlief damals nicht ohne Verstimmungen und brachte ihm bei seiner ersten Rückkehr an die Förde ein gellendes Pfeifkonzert ein.
Acht Jahre später kehrt Drexler nicht als Profi, sondern als Nachwuchstrainer zurück. Für den Bonner ist Kiel längst weit mehr als eine frühere Wirkungsstätte – durch seine Familie ist die Förde zu seiner zweiten Heimat geworden, für Ehefrau Jule ist sie es ja ohnehin. Dort soll nun auch der nächste Abschnitt seiner Trainerlaufbahn beginnen.








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