Zwei Neuzugänge sind da, weitere sollen folgen. Die Kaderplanung des 1. FC Köln läuft auf Hochtouren. René Wagner gibt Einblicke in seinen ersten Transfersommer als Bundesliga-Cheftrainer.
René Wagner steht vor seiner ersten kompletten Saison als Bundesliga-Trainer. Und so verlief schon der Urlaub anders, als es der langjährige Assistent gewohnt war. Einfach mal abschalten, das Handy beiseite legen? Das geht als Chefcoach des 1. FC Köln nicht mehr so leicht.
„Das war neu für mich“, gibt Wagner nach seiner Rückkehr ans Geißbockheim zu, versichert aber zugleich: „Ich war erreichbar. Wir hatten viele Termine, haben uns viel miteinander unterhalten.“ Wir, das sind vor allem Wagner und Sportchef Thomas Kessler. „Was war letztes Jahr? Was wollen wir dieses Jahr anders machen?“ Mit diesen Fragen sind die FC-Bosse die Kaderplanung für die neue Saison angegangen.
Transfers: Wagner mit „mehr Schlag als vorher“
Für Wagner bedeutet die Beförderung natürlich weitaus größeren Gestaltungsspielraum. „Als Co-Trainer bekommt man einen Spieler geschickt, guckt ihn sich an und will eine Meinung abgeben. Jetzt weiß man: Wenn ich meine Meinung abgebe, hat die wesentlich mehr Schlag als vorher.“ Senkt der Chefcoach den Daumen, ergibt ein Transfer keinen Sinn. „Das habe ich schon gespürt“, sagt Wagner über die gestiegene Verantwortung, doch es habe Spaß gemacht, „mehr Einfluss zu nehmen, was im Kader passiert“.
Um eine klare Linie vorzugeben, was er sich wünscht und was eben nicht, hatte sich der 37-Jährige nach dem Saisonabschluss nicht direkt in den Urlaub verabschiedet. „Ich habe mir vorgenommen, so viel es geht zu unterstützen, und noch eine Woche am Geißbockheim bei den Scouts verbracht, um die meisten Sachen glattzuziehen.“ Mit dem Zwischenstand zeigt sich Wagner nun zufrieden: „Wir sind einen guten Schritt weitergekommen über den Sommer. Jetzt geht es weiter.“
Zwei Zugänge, zehn Abgänge
Zwei externe Zugänge wurden verpflichtet. Mit Innenverteidiger Luka Lochoshvili und Linksverteidiger Gideon Mensah hofft der FC, die gesuchten Stabilisatoren für die Defensive gefunden zu haben. „Bisher sind wir im Soll“, meint Wagner, betont aber auch: „Wir sind täglich in Gesprächen und wissen, was am Kader noch getan werden muss.“
Schließlich stehen den zwei Neuzugängen schon zehn Abgänge gegenüber. „Aus dem Bauch heraus würde ich sagen: Wenn zehn gehen, können vielleicht auch zehn kommen“, gibt der Trainer eine Hausnummer für den Transfermarkt vor. „Dann würde es ungefähr passen.“ Das wären also acht weitere Zugänge. Wobei mit dem langzeitverletzten Luca Kilian und dem verliehenen Rasmus Carstensen zwei Profis unter den Abgängen sind, die vergangene Saison überhaupt keine Rolle gespielt haben.
Die fünf wichtigsten Transferziele
Bekannt ist, dass der australische Mittelfeld-Youngster und WM-Teilnehmer Paul Okon-Engstler kommende Woche zum Medizincheck erwartet wird. Zudem befasst sich der FC mit Edson Álvarez und Ellyes Skhiri – einer der beiden soll der neue Chef im Zentrum werden. Auch eine Sturm-Alternative zu Ragnar Ache sowie ein zweiter Linksverteidiger neben Gideon Mensah sollen noch kommen, dazu nach dem Abgang von Jakub Kaminski mindestens ein torgefährlicher Spieler fürs offensive Mittelfeld beziehungsweise die Flügel – das wären schon mal fünf weitere Transferziele.
Qualität und Intensität sind zwei Schlagwörter.
René Wagner
Worauf bei der Suche besonders geachtet wird? „Jeder Trainer möchte Qualität. Und generell geht es um Intensität. Wir waren letztes Jahr eine der intensivsten Mannschaften und das werden wir beibehalten. Qualität und Intensität sind zwei Schlagwörter“, sagt Wagner. Alles Weitere müsse ins jeweilige Positionsprofil passen. „Wir sind recht klar darin, was wir wollen, und in der Art, wie wir Fußball spielen wollen. Dazu brauchen wir die passenden Spieler“, so der frühere Baumgart-Assistent, ohne bereits ins Detail zu gehen.
Unabhängig davon, ob Neuzugang oder langjähriger FC-Profi, gelte: „Wir möchten uns auf jeder Position verbessern – ob das jetzt mit den Spielern ist, die wir haben, oder mit Spielern, die wir neu dazuholen. Jede Mannschaft, jeder Trainer, jeder Spieler möchte immer besser werden. Das wollen wir auch. Wir wollen eine bessere Runde spielen als letztes Jahr.“ Eine möglichst sorgenfreie Saison mit vorsichtigem Blick nach oben.








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