Chancenverwertung als Baustelle: Fünf Tore reichen nicht

Fünfmal jubelten die FC-Frauen in Andernach. (Foto: IMAGO / Norina Toenges)
Fünfmal jubelten die FC-Frauen in Andernach. (Foto: IMAGO / Norina Toenges)

Fünf Tore im Testspiel und dennoch Verbesserungsbedarf: Britta Carlson wünscht sich bei den Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln eine bessere Chancenverwertung.

Auch das zweite Testspiel der Vorbereitung haben die Frauen des 1. FC Köln souverän mit 5:1 gegen Zweitligist SG Andernach 99 gewonnen. Gespielt wurden am vergangenen Montag intensive vier Viertel mit je 30 Minuten – alle Feldspielerinnen kamen zum Einsatz. Trotz des klaren Erfolgs war Trainerin Britta Carlson im Anschluss nicht rundum zufrieden. Ein Manko: die Chancenverwertung.

Carlson erhoffte sich ein klareres Ergebnis

Dass die Kritik an der Chancenverwertung berechtigt war, bestätigte sich im zunächst etwas zähen Spielverlauf: Der erste eigene Treffer fiel erst im zweiten Abschnitt, hinzu kamen ein verschossener Elfmeter und gleich zweimal das Aluminium. Sicherlich brachte auch das bewusste Experimentieren mit unterschiedlichen Herangehensweisen etwas Unruhe ins Spiel. Carlson: „Wir haben innerhalb der viermal 30 Minuten die Systeme geändert, wir haben alle Spielerinnen eingewechselt, und ich finde, dafür war es eine solide Leistung.“

Über ein zweistelliges Ergebnis hätte sich der Gegner nicht beschweren können – das sind Dinge, an denen wir auch weiterhin arbeiten müssen.

britta carlson

So blieb für Carlson am Ende die Chancenverwertung der einzige echte Kritikpunkt und unterstrich aus ihrer Sicht zugleich die Überlegenheit ihrer Mannschaft: „Über ein zweistelliges Ergebnis hätte sich der Gegner nicht beschweren können – das sind Dinge, an denen wir auch weiterhin arbeiten müssen.“ Die taktischen Wechsel ordnete sie dabei nicht als Anpassung an den Gegner ein, sondern als gezielte Variabilität im eigenen Spiel. „Wir wollten bewusst mal in verschiedenen Systemen agieren, abhängig von den Spielerinnen, damit wir eine gewisse Sicherheit bekommen und auch variabel sind.“

Spielerische Ziele wurden bereits festgelegt

Dabei denke sie ohnehin weniger in starren Formationen: „Wir sprechen nicht von Systemen, sondern eher in Überzahlsituationen und Räumen.“ Mal seien mehr Spielerinnen auf der letzten Linie positioniert, mal wolle Carlson ihre Spielerinnen stärker in den Halbräumen sehen. „Das haben die Mädels dann auch teilweise ganz gut umgesetzt“, lobte die Cheftrainerin ihre Spielerinnen.

Trotz der vielen liegengelassenen Chancen haben die Frauen des FC ihre vorher festgelegten konkreten Spielziele im Test gegen Andernach größtenteils erreicht. Ein Standardtor war das Ziel und gelang nach zweimal getroffenem Aluminium und verschossenem Elfmeter schließlich in der zweiten Welle des Spiels. Auch bei der Belastungssteuerung sah Carlson die geforderte Intensität auf dem Platz, denn der Test sollte bewusst auch als konditionelle Einheit dienen. Nicht aufgegangen ist dagegen ein anderer Wunsch: „Wir wollten heute eigentlich zu Null spielen, das ist uns leider nicht gelungen“, so die Trainerin.

Top-Stürmerin Sandra Jessen fehlt verletzungsbedingt

Torchancen habe man sich „genug erarbeitet, nur zu wenig Tore gemacht“, fasste Carlson die Grundproblematik noch einmal zusammen. Ganz verloren ist die Hoffnung auf mehr Zug zum Tor trotzdem nicht. Die isländische Nationalspielerin Sandra Maria Jessen fehlte beim Test in Andernach angeschlagen – an ihr ließ sich die Kritik an der Chancenverwertung also nicht festmachen.

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