Transfer als Türöffner! Dem FC werden die Stars von morgen angeboten

Sportchef Thomas Kessler mit Kaderplaner Tim Steidten und Trainer René Wagner. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Sportchef Thomas Kessler mit Kaderplaner Tim Steidten und Trainer René Wagner. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Unter der Leitung von Thomas Kessler hat sich der 1. FC Köln im Eiltempo zu einer gefragten Anlaufstelle für internationale Talente entwickelt. Spätestens seit dem Transfer von Reigan Heskey schauen die Stars von morgen mit Interesse auf das Geißbockheim.

Der 1. FC Köln als Talente-Magnet. Was im Januar mit Manchester Citys Jahmai Simpson-Pusey begann, setzt sich in diesem Sommer mit Reigan Heskey, Paul Okon-Engstler, Martin James sowie bald auch Gil Neves und Mikey Moore fort. Der Portugiese wird am heutigen Donnerstag zum Medizincheck erwartet und auch die Leihe des Engländers befindet sich auf der Zielgeraden.

Mit der Zusage des in ganz Europa umworbenen Moore ist der FC im Begriff, ein zweites dickes Ausrufezeichen auf dem englischen Markt zu setzen. Nummer eins war der Heskey-Transfer. Womöglich ist die Verpflichtung des Tottenham-Juwels sogar eine direkte Folge dessen.

Nach Heskey-Deal: Englische Talente wollen zum 1. FC Köln

Der schnelle Durchbruch von Simpson-Pusey diente dem FC als ein erstes gutes Beispiel, half im Werben um weitere Talente – doch mit Heskey haben sich die Geißböcke in England so richtig einen Namen gemacht. Dass sich der hochveranlagte Linksaußen trotz aller Offerten ausgerechnet für Köln entschieden hat, sorgte auf der Insel durchaus für Aufsehen und entpuppte sich als Türöffner.

Dem Vernehmen nach werden dem FC seit dem Heskey-Transfer plötzlich zahlreiche englische Jugendnationalspieler angeboten. Das Motto: Wenn der 18-Jährige, der laut Sportchef Thomas Kessler „zu den besten Offensivspielern seines Jahrgangs“ zählt, nach Köln wollte, muss das eine Top-Adresse sein. Die im Januar mit der Leihe von Simpson-Pusey gestartete Strategie, sich als Entwicklungsclub für internationale Talente zu platzieren, trägt schnell Früchte.

„Das ist unser Ziel“, sagt Kaderplaner Tim Steidten und erklärt: „Wir wollen mit dem FC eine Nische besetzen, da wir bei der Verpflichtung von Spielern in Konkurrenz zu allen anderen Clubs stehen. Auf diesem Weg wird es entscheidend sein, dass wir in der Bundesliga spielen. Diese Plattform, in einer der fünf großen Ligen in Europa zu spielen, ist eines der wichtigsten Argumente.“

Einsatzzeit als wichtigstes Argument für 1. FC Köln

Das allerwichtigste Argument im Buhlen um Top-Talente: „Für junge Spieler sind Einsatzzeiten entscheidend. Die Voraussetzung dafür ist, dass wir ein Umfeld haben, das das auch zulässt“, so Steidten. Was der 47-Jährige meint: „Junge Spieler zu entwickeln, bedeutet auch, Fehler machen zu dürfen und setzt das Verständnis voraus, dass es möglicherweise Zeit braucht. Deswegen ist das Argument bei jungen Spielern immer, dass du ihnen Spielzeit gibst.“

Bei Simpson-Pusey war das der Fall. Eine Rote Karte gegen den BVB, ein Kader-Aus gegen Heidenheim aus disziplinarischen Gründen – trotzdem war der 20-Jährige in der Bundesliga sofort Stammkraft und legte höchstpersönlich bei Heskey ein gutes Wort ein. „Ja, ich habe ihn angerufen, denn ich kenne ihn schon seit er noch ein kleines Kind war“, verrät der Engländer im Interview mit dem Kicker. Er habe Heskey gar nicht überreden wollen. „Ich habe ihm nur erzählt, wie gut es hier ist und wie gut es auch für ihn wäre, aber dass es am Ende des Tages natürlich seine Wahl ist.“

Es ist wichtig für uns, dass Spieler bei uns einen klaren Weg erkennen und es für sie ein logischer Schritt ist, zum FC zu kommen.

Tim Steidten

Neben der realistischen Chance auf Einsatzzeit ist es natürlich auch die Möglichkeit, sich vor einer großen, emotionalen Kulisse entwickeln zu können, die lockt. Hinzu kommt mit René Wagner ein Trainer ohne Sprachbarriere und mit Steidten ein Kaderplaner, der durch sein Engagement als Technischer Direktor bei West Ham United über die notwendigen Drähte auf die Insel verfügt.

Steidtens England-Vergangenheit „natürlich kein Nachteil“

„Das ist natürlich kein Nachteil“, sagt Steidten selbst. „Dadurch, dass ich dort gearbeitet habe, habe ich viele Kontakte und es ist einfacher in Gespräche zu kommen.“ Doch er will sich nicht zu sehr in den Vordergrund drängen. „Dieser Markt war auch schon vorher ein Thema beim FC, bereits im Winter kam ja zum Beispiel Jahmai.“

Die Strategie, die auf dem Papier äußerst vielversprechend klingt und in finanzieller Hinsicht große Chancen mit sich bringt, muss nun natürlich auch den notwendigen sportlichen Erfolg generieren. Dann dürften auf Simpson-Pusey, Heskey, Moore & Co. die nächsten internationalen Talente folgen. „Es ist wichtig für uns, dass Spieler bei uns einen klaren Weg erkennen und es für sie ein logischer Schritt ist, zum FC zu kommen“, wünscht sich Steidten.

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