Mit Said El Mala und Reigan Heskey verfügt der 1. FC Köln aktuell über zwei hochtalentierte Linksaußen. Sollte der nun von RB Leipzig umworbene El Mala doch noch wechseln, wäre der Neuzugang aber kein sofortiger Ersatz. René Wagner verfolgt einen ähnlichen Plan wie bei El Mala vor einem Jahr.
Sein erster Assist im Trikot des 1. FC Köln war ein unfreiwilliger: Im zweiten Testspiel beim SC Paderborn (3:4) war es Reigan Heskey, der Steffen Tigges mit einem viel zu kurzen Rückpass auf Ron-Robert-Zieler zum 1:0-Führungstreffer einlud. Der Patzer blieb die auffälligste Szene des Engländers, der in seinen 81 Einsatzminuten kaum Akzente setzen konnte. „Fehler machen alle Spieler. Da muss er weitermachen, daraus muss er lernen“, nahm René Wagner den Linksaußen anschließend in Schutz.
Heskey wurde mit reichlich Vorschusslorbeeren aus der Akademie von Manchester City geholt. Sowohl Wagner als auch Sportchef Thomas Kessler sehen in ihm eines der größten Talente Europas. Dass der 18-Jährige bereits zum Bundesliga-Start eine Soforthilfe sein kann, muss nach den ersten Testspiel-Eindrücken allerdings bezweifelt werden. Doch das wird von Heskey auch nicht verlangt.
Wagner über Heskey: „Bauen keinen Druck auf“
„Er ist ein junger Spieler – da gehört noch viel dazu, um stabil in der Bundesliga Fußball spielen zu können. Wir schauen, wann Reigan soweit ist und bauen gar keinen Druck auf den Jungen auf“, stellte Wagner nach der Generalprobe klar. Heskey solle sich „in Ruhe entwickeln und an das Niveau gewöhnen“.
In der Vorbereitung war der englische U19-Nationalspieler bislang ausschließlich Back-up für Said El Mala. Die beiden standen noch kein einziges Mal gemeinsam auf dem Platz. Entweder wurde Heskey für El Mala eingewechselt wie beim 2:2 gegen Hertha oder er lief mit dem B-Team auf, während der Top-Scorer der Vorsaison im A-Team spielte, wie gegen Real Sociedad und Paderborn.
Reigan braucht noch ein bisschen Zeit – ähnlich wie Said letztes Jahr, als er aus der 3. Liga zu uns kam.
rené Wagner
Er finde es „super“, dass die Linksaußen-Position derart doppelt besetzt ist, sagte Wagner nach dem Ende des BVB-Pokers. Alles andere, ob El Mala und Heskey auch gemeinsam auflaufen könnten, werde man „in Zukunft sehen“. Aber nun, wo mit RB Leipzig ein weiterer Bundesliga-Club heiß auf El Mala ist (der GEISSBLOG berichtete), stellt sich die Frage, ob der Engländer nicht doch sofort gefragt ist.
Wagner vergleicht Heskeys Situation mit jener von El Mala im vergangenen Sommer. „Reigan braucht noch ein bisschen Zeit – ähnlich wie Said letztes Jahr, als er aus der 3. Liga zu uns kam. Er konnte auch nicht von Anfang an immer 90 Minuten gehen.“ El Mala, der damals in der Vorbereitung weiter wirkte als Heskey jetzt, wurde an den ersten neun Spieltagen nur dreimal länger als eine halbe Stunde eingesetzt.
Wagners Warnung
Wagner traut Heskey grundsätzlich zu, in der Bundesliga zeitnah Fuß zu fassen – will das Top-Talent jedoch keinesfalls verheizen: „Wir haben bei Said gesehen: Es kann schnell gehen. Aber es gab auch schon viele Beispiele von jungen Spielern, die zu früh gepusht wurden, zu früh reingeschmissen wurden, wo es nicht so gut ausgegangen ist. Das wollen wir natürlich vermeiden.“
So scheint klar: Sollte El Mala doch noch wechseln, muss der FC mit einer Soforthilfe für den linken Flügel reagieren. Mit einem Spieler, in dessen Schatten der Sohn von Liverpool-Legende Emile Heskey reifen kann.








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