Jubel bei FC-Profis: Wechselt Wagners „halber Neuzugang“ trotzdem noch?

Imad Rondic trainiert wieder mit den Profis des 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
Imad Rondic trainiert wieder mit den Profis des 1. FC Köln. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Imad Rondic ist zurück im Mannschaftstraining des 1. FC Köln – die Freude bei seinen Mitspielern war riesig. Chefcoach René Wagner erklärt, wie er mit dem eigentlich aussortierten Stürmer plant, und lässt die Tür für einen Transfer weiterhin offen.

Mit seinen Aktionen auf dem Platz konnte Imad Rondic beim 1. FC Köln bislang nicht für viel Euphorie sorgen. Ein einziges Tor gelang dem Bosnier in zehn Einsätzen für die Geißböcke. Am Mittwoch allerdings löste Rondic offenbar bei seinen Teamkollegen einen echten Jubelsturm aus.

Nachdem er zu Beginn der Vorbereitung aussortiert wurde, jedoch keinen neuen Club fand, kehrte der Angreifer ins Mannschaftstraining zurück (der GEISSBLOG berichtete). „Wir haben ihn als halben Neuzugang vorgestellt“, berichtete René Wagner und verriet auch die Reaktion der Mannschaft: „Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der mit so viel Jubel willkommen geheißen wurde – einfach, weil er so ein geiler Typ ist.“

Für FC-Comeback: Rondic reißt sich „den Arsch auf“

Fußballerisch mag es für Rondic, der im Februar 2025 am Deadline Day von Widzew Lodz kam, für die Bundesliga nicht reichen – so die bisherige Einschätzung der FC-Verantwortlichen. In Sachen Mentalität allerdings ist der 27-Jährige für Wagner ein absolutes Vorbild. Denn der Trainer habe auch „noch nie in meinem Leben einen Spieler gesehen, der sich nach einem Rückschlag mit keinem Teamtraining zu Beginn der Vorbereitung sechs Wochen lang jeden Tag den Arsch aufreißt, der jeden Tag mit einem Lächeln in die Kabine kommt und der Mannschaft ein gutes Gefühl gibt“.

Im vergangenen Jahr hatte Wagner selbst, damals noch als Assistent von Lukas Kwasniok, das Individualtraining mit Rondic übernommen, bevor dieser nach Polen zu Raków Czestochowa und später zu Preußen Münster verliehen wurde. In diesem Sommer wurde der zum zweiten Mal aussortierte Stürmer von Kevin McKenna betreut.

Das ist der Typ Mensch, der Typ Spieler, den wir hier wollen.

René Wagner über Rondic

„Die Kultur, die wir hier vorleben wollen, lebt er zu 100 Prozent“, lobt Wagner. „Das habe ich schon letztes Jahr gespürt, als ich dieses Training mit ihm übernommen habe.“ Nun freue sich der Chefcoach, „dass wir einen Spieler zurück im Kader haben, der uns jeden Tag Energie gibt“.

Doch ist Rondic, der langfristig bis 2029 unter Vertrag steht und pro Monat 50.000 bis 60.000 Euro kassieren soll, tatsächlich auch eine Alternative für die Bundesliga? Wagner bremst: „Wir müssen bei einem Spieler, der jetzt sechs Wochen nicht im Mannschaftstraining war, vorsichtig sein. Wir dürfen nicht glauben, dass wir da eine Direkthilfe haben.“

Das Comeback im Training sei zunächst mal eine Belohnung. „Der Spieler hat sich einfach sechs Wochen in alles reingeschmissen, was ihm vorgegeben wurde. Das ist der Typ Mensch, der Typ Spieler, den wir hier wollen. Deswegen haben wir ihm den Weg zurück in den Kader nicht verwehrt. Wer sich so astrein verhält, hat es verdient, bei uns im Mannschaftstraining zu sein.“

Transfer nicht vom Tisch: Diese Märkte sind geöffnet

Rondics Rückkehr folgte zwar unmittelbar auf den Deadline Day in Deutschland, zu 100 Prozent gesichert ist sein Verbleib jedoch nicht. „Es gibt noch Fenster in anderen Ländern, die offen sind. Auch da müssen wir gucken, ob für Imad etwas dabei ist“, stellt Wagner klar.

In Österreich und Belgien schließen die Fenster am heutigen Donnerstag, in den kommenden Tagen folgen unter anderem die Türkei, Rondics Heimat Bosnien, Portugal, Kroatien, die Schweiz, Polen und Griechenland. Womöglich hilft die Teilnahme am Teamtraining, wo der Angreifer laut Wagner „schon ein paar Dinger reingeschweißt“ hat, sogar bei einem Last-Minute-Transfer.

„Wenn er bei uns bleibt“, ergänzt der FC-Coach, „ist das ein Spieler, der jeden Tag im Training Gas geben muss – das haben wir ihm auch gesagt“. Die Tür zur Bundesliga ist ebenso wenig geschlossen wie die für einen späten Abgang. „Man weiß im Fußball nie, es gibt die verrücktesten Geschichten“, schließt Wagner weitere Einsätze von Rondic nicht aus. Es wäre tatsächlich eine verrückte Geschichte, sollte der Bosnier in der Bundesliga für den FC auf Torejagd gehen.

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