Die Bundesliga-Frauen des 1. FC Köln haben beim 4:0-Erfolg bei Aufsteiger Mainz 05 ihr bislang bestes Saisonspiel gezeigt – und das wieder einmal trotz kurzfristiger Ausfälle mehrerer Leistungsträgerinnen. Zudem gibt es einen weiteren Abgang zu verzeichnen.
In Mainz überzeugten die Frauen des 1. FC Köln nicht nur ergebnistechnisch, sie haben auch ihre bislang souveränste Saisonleistung abgerufen – und das, obwohl Britta Carlson kurz vor Anpfiff spontan die Abwehrkette umbauen musste, da auch die vermeintlich letzte Stammkraft wegbrach.
Aber von einer geschwächten Mannschaft war auf dem Platz zu keiner Sekunde etwas zu sehen: Der FC dominierte über weite Strecken, ließ dem Aufsteiger kaum Räume und untermauerte mit dem klaren 4:0-Erfolg eindrucksvoll, wie stark der Kader mittlerweile in der Breite aufgestellt ist.
Kapitänin Hegering fällt nach Aufwärmen noch raus
Die Liste der Verletzten wird beim FC immer länger: Zu den bereits seit Wochen fehlenden Stenevik, Heiðarsdóttir und Hendrich gesellte sich zuletzt mit Celina Degen eine weitere Innenverteidigerin, ehe kurz vor Anpfiff in Mainz auch noch Kapitänin Marina Hegering wegen muskulärer Probleme passen musste. Dadurch stand Carlson erneut vor der Aufgabe, spontan umzubauen: „Wir haben eine ganz neu formierte Dreierkette hinten gespielt, die das sehr, sehr gut gemacht hat“, lobt die Trainerin nach dem Zu-Null-Erfolg die Kette um Vogt, Bohnen und die nachgerückte Gerhardt.
Aber nicht nur in der hintersten Reihe gab es bei den Kölnerinnen neue Gesichter in der Formation: Eigengewächs Carolin Elsen gab gegen den Aufsteiger ihr Startelfdebüt. „Eine junge Spielerin, die jetzt sehr hart gearbeitet hat die ganze Zeit und sich das verdient hat, auch in der Startelf zu stehen“, so Carlson über die Nachwuchsspielerin, die anstelle der in die Dreierkette gewechselten Vogt ins zentrale Mittelfeld aufrückte. Gegen Mainz konnte Elsen ihre Fähigkeiten in der Defensivarbeit und den Mut, im Ballbesitz ins Dribbling zu gehen und Tempo aufzunehmen, zeigen.
Torfestival in der ersten Hälfte
Nicht nur hinten stand am Ende die Null, auch nach vorne lieferte der FC bereits in der ersten Halbzeit ein Torfestival: Drei Treffer bis zur Pause, erzielt von drei unterschiedlichen Spielerinnen – und jedes Tor mit seiner eigenen Geschichte. Taylor Ziemer eröffnete den Torreigen in der 16. Minute mit einer Einzelaktion und zog den Ball überzeugend über den Spann ins kurze Eck. Nachdem Lydia Andrade im Strafraum einen Elfmeter herausgeholt hatte, nahm sich Neuzugang Sophie Nachtigall ein Herz und verwandelte zum 2:0. Kurz vor der Pause verwertete Vanessa Leimenstoll eine Ecke von Anna Gerhardt per Kopf zum 3:0.
Richtig emotional wurde es dann noch einmal nach dem Seitenwechsel, als Weronika Zawistowska zum 4:0 traf. Die von Verletzungen verfolgte Polin hatte in der vergangenen Saison kaum wieder in ihre alte Form gefunden, entsprechend deutlich war ihr anzumerken, was der Treffer für sie nach langer Zeit bedeutete – eine Art Befreiungsschlag. Bezeichnend für die Mannschaftsleistung: Ihre Mitspielerinnen liefen direkt zu ihr und schlossen sie in die Arme. „Ich freu mich auch extrem, dass sie das Tor gemacht hat. Ich glaub, das tat ihr auch sehr gut, gleich mit ihrer ersten Aktion das auszuspielen, was sie eigentlich kann.“, sagt Carlson.
Breite im Kader zahlt sich aus
Die Mainzerinnen kamen dabei kaum zum Zug: Nur nach Foulspielen und den daraus resultierenden Freistößen oder vereinzelten Kontern gegen die hoch stehende Kölner Kette tauchten sie überhaupt vor dem Tor des FC auf, echte Gefahr entstand daraus aber nicht. Die Kölnerinnen dagegen kontrollierten die Partie mit viel Ballbesitz und zahlreichen Passstafetten. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, haben uns von Spieltag zu Spieltag gesteigert – gerade im Ballbesitz haben wir das deutlich besser gemacht als in den Partien zuvor“, zieht Carlson ihr Fazit.
Was den Sieg wirklich zu einem richtig runden fußballromantischen Nachmittag machte: Der Mannschaft fehlten an diesem Tag eine ganze Reihe an Spielerinnen, darunter mehrere Leistungsträgerinnen. Dass sie trotzdem zusammenhielt und die Qualität auf der Bank ausreichte, sprach für sich. Ob nachgerückt oder eingewechselt: Am Ende belohnte sich praktisch jede mit einem, wie eine nicht selten kritische Carlson es nennt, „sehr, sehr guten Spiel“. Der FC sendete damit ein klares Signal an die Liga, dass mit Köln in jeder Besetzung zu rechnen ist.
Hasenauer wechselt nach Toronto
Nicht mehr zu dieser Besetzung zählt Zoe Hasenauer. Wie die Geißböcke am Sonntag bekanntgaben, wechselt die 26-jährige Mittelfeldspielerin nach Kanada zu AFC Toronto. Hasenauer war erst im vergangenen Sommer vom dänischen Erstligisten Odense Boldklub Q zum FC gekommen. Die US-Amerikanerin kam in der letzten Spielzeit allerdings nur neunmal zum Einsatz. Über die Ablösemodalitäten vereinbarten die Clubs Stillschweigen.








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