Nach Kreuzband-Schock: Holt der FC einen vereinslosen Stürmer?

In Abwesenheit von Thomas Kessler hielt zuletzt Kaderplaner Tim Steidten mit Trainer René Wagner am Geißbockheim die Stellung. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)
In Abwesenheit von Thomas Kessler hielt zuletzt Kaderplaner Tim Steidten mit Trainer René Wagner am Geißbockheim die Stellung. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Wie reagiert der 1. FC Köln auf den Kreuzband-Schock? Nach der schweren Verletzung von Thijs Dallinga und dem gleichzeitigen Ausfall von Ragnar Ache könnte der Blick der Verantwortlichen auf den Markt der vereinslosen Profis wandern. Ob die Geißböcke hier fündig werden, steht auf einem anderen Blatt.

Thomas Kessler wird sich seine letzten Urlaubstage anders vorgestellt haben. Nach einer herausfordernden Transferperiode gönnte sich der Sportchef des 1. FC Köln in der XXL-Länderspielpause eine Auszeit. Am Montag – zum Auftakt der Derbywoche – wird er zurück am Geißbockheim erwartet. Gedanklich ist Kessler womöglich schon am Samstag, nach dem Verletzungsschock im Testspiel gegen Viktoria Köln, wieder in die Arbeit eingestiegen.

Im zurückliegenden Transfersommer war es dem FC-Geschäftsführer ein dringendes Bedürfnis, einen zweiten gestandenen Mittelstürmer zu verpflichten. Allein auf Ragnar Ache zu setzen, galt in der Kaderplanung als zu riskant. Zwar hatte sich der bei vorherigen Stationen verletzungsanfällige Angreifer in seiner ersten FC-Saison bis zu einem Muskelfaserriss im Saisonendspurt stabilisiert, doch ein zweiter Torjäger stand weit oben auf dem Wunschzettel und wurde mit der Leihe von Thijs Dallinga auch gefunden.

Erst auf dem Wunschzettel, jetzt weggebrochen

Nun aber steht der FC vorerst ohne Dallinga und Ache da (der GEISSBLOG berichtete). Während letzterer nach seiner Muskelverletzung im linken Oberschenkel nach einigen Wochen zurückkehren dürfte, zieht Dallingas Kreuzbandverletzung eine monatelange Reha nach sich.

Muss der FC reagieren und seine Fühler nach einem neuen Stürmer ausstrecken? Vereinlose Profis dürfen bekanntlich auch außerhalb des Wechselfensters verpflichtet werden. Die sportliche Leitung um Kessler dürfte zumindest die Sinnhaftigkeit der vorhandenen Optionen ausloten, alles andere wäre in der aktuellen Situation verantwortungslos.

Welche vereinslosen Spieler sind auf dem Markt?

Mit Karim Benzema, Mauro Icardi und Anthony Martial befinden sich einige ebenso namhafte wie unrealistische Angreifer noch immer auf Vereinssuche. Optionen mit Bundesliga-Erfahrung wären beispielsweise Joselu, Cedric Teuchert, Ihlas Bebou und Karim Onisiwo.

Der 36-jährige Joselu, geboren in Stuttgart und 17-mal für Spaniens Nationalmannschaft im Einsatz, spielte in Deutschland unter anderem für Hoffenheim und Hannover, in Spanien für Real Madrid und Alavés. Zuletzt stand er in Katar bei Al-Gharafa SC unter Vertrag, traf dort 28-mal in 58 Pflichtspielen.

Teuchert beendete im Sommer sein US-Abenteuer, kehrte aus St. Louis nach Deutschland zurück. Aktuell hält er sich bei Hannover 96 fit. Für die Niedersachsen erzielte er in der Vergangenheit 34 Tore in 97 Partien, glänzte vor allem in der 2. Liga. In der Bundesliga hingegen gelangen ihm nur drei Tore in 37 Einsätzen für Union Berlin und Schalke.

Schon mal beim FC gehandelt: Sonderfall Kownacki

Bebou kann mit 45 Treffern und 25 Vorlagen in 202 Bundesliga-Spielen aufwarten, traf in seiner siebten und letzten Saison für die TSG Hoffenheim aber kein einziges Mal mehr. Onisiwo wiederum spielte in der vergangenen Saison noch für Red Bull Salzburg in der Europa League. Jedoch war der 34-jährige Ex-Mainzer (33 Tore in 214 Bundesliga-Partien) nur noch Ergänzungsspieler, traf in der österreichischen Bundesliga in 21 Einsätzen einmal.

Einen Sonderfall stellt Dawid Kownacki dar, der seinen Vertrag mit Werder Bremen zum 30. September aufgelöst hat. Der in der Vergangenheit schon beim FC gehandelte Ex-Düsseldorfer ist damit zwar vereinslos, darf aber erst im Winter registriert werden. Lediglich Spieler, die bereits während der Sommer-Transferperiode ohne Club dastanden, dürfen außerhalb des Wechselfensters sofort auflaufen.

Ohnehin muss abgewogen werden, ob ein vereinsloser Profi – womöglich nach Monaten ohne Mannschaftstraining – zeitnah eine Hilfe darstellt. Im Derby gegen Borussia Mönchengladbach dürfte der wahrscheinlichste Kandidat auf den vakanten Posten im Angriff zunächst mal Marius Bülter sein, der in der vergangenen Saison zu Beginn als Mittelstürmer überzeugt hatte, dann aber seine Form verlor. Ebenso möglich ist ein Systemwechsel mit einer schnellen Spitze wie Said El Mala.

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