Als hätte es Rav van den Berg nicht schon schwer genug: Der Niederländer, der seit April auf einen Pflichtspiel-Einsatz wartet, hat sich im Abschlusstraining vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach eine Muskelverletzung zugezogen.
Als der 1. FC Köln am Sonntag gegen 14.30 Uhr seinen Kader für das Derby gegen Borussia Mönchengladbach bekannt gab, fehlte sein Name zum wiederholten Male. Rav van den Berg stand erneut nicht im Spieltagsaufgebot von René Wagner – was nicht weiter verwunderte. Schließlich war der Innenverteidiger zuletzt schon gegen Bremen und den HSV nicht berücksichtigt worden.
Am Sonntag allerdings fehlte van den Berg nicht nur aus sportlichen Gründen. Obendrein hat sich der 22-Jährige verletzt. „Leider haben wir mit Rav gestern wieder eine Muskelverletzung dazubekommen“, sagte Thomas Kessler vor Anpfiff bei DAZN. Der Sportchef erklärte: „Er war zwei Wochen bei der U21-Nationalmannschaft der Niederlande, hat da nicht gespielt und sie haben auch nicht viel trainiert – dann passiert so etwas leider.“ Bei der Rückkehr ins FC-Training war die Intensität für ihn offenbar zu hoch.
Fünfte Muskelverletzung beim 1. FC Köln
So fehlten am Sonntag mit Ragnar Ache, Alessio Castro-Montes und van den Berg gleich drei FC-Profis aufgrund von Muskelverletzungen. In den vergangenen Wochen hatte es auch schon Luca Waldschmidt und Sebastian Sebulonsen erwischt. Nun der fünfte Fall mit van den Berg, der wohl ohnehin erneut nicht im Kader gestanden hätte. Dennoch stellt sich die Frage: Hält die Muskelseuche der vergangenen Saison an?
„Wir setzen uns sehr intensiv mit der Thematik auseinander“, versicherte Kessler und meinte zugleich: „Man kann das nicht mit der ganzen letzten Saison vergleichen. Wir haben viele Anpassungen im Sommer gemacht.“ Natürlich sei es „super ärgerlich, wenn du den einen oder anderen Verletzten dabei hast, aber so eklatant sehe ich es nicht“. Vielmehr sehe er „eine große Akribie beim Cheftrainer und im Trainerteam, sich mit den Themen auseinanderzusetzen“.
Der FC stehe mit seinen Muskelverletzungen nicht alleine da. „Wir unterhalten uns auch in der Liga“, berichtete Kessler von der jüngsten Managertagung. „Da spreche ich auch mit meinen Kollegen, das betrifft nicht nur uns. Das Spiel wird immer schneller und viel intensiver.“
Kessler fordert die zweite Reihe
Der wesentlich größere Schock war gewiss der Kreuzbandriss von Thijs Dallinga im Testspiel gegen Viktoria Köln, wo sich anschließend auch Ache seine Muskelverletzung zuzog. „Wenn du in der Länderspielpause deine beiden einzigen Stoßstürmer verlierst, schlägt das natürlich extrem ins Kontor, das ist keine Frage“, so der Sportboss.
Kessler setzt nun auf eine Reaktion aus der Mannschaft: „Der Kader bringt noch ein paar Jungs zum Vorschein, die in den letzten Wochen noch nicht ganz so zufrieden waren. Das sind die Momente, in denen die Spieler, die sehr fordernd sind, zeigen dürfen, dass sie liefern.“
Ich finde den Start in die Saison auch nicht so dramatisch, wie er gemacht wird.
Thomas Kessler
Der Ex-Torhüter zeigte sich überzeugt: „Der Kader gibt es her, dass wir eine stabile Bundesliga-Saison spielen.“ Ohnehin wollte Kessler vor Anpfiff des Derbys festhalten: „Ich finde den Start in die Saison auch nicht so dramatisch, wie er gemacht wird.“ Natürlich hätte der FC „ein paar Punkte mehr haben können“, doch der Manager verwies darauf, dass die Kaderplanung erst spät abgeschlossen war.
„Wenn du den Kader relativ spät zusammenhast, da kann man gerne auch mich kritisieren – aber man weiß, dass die finanziellen Möglichkeiten so sind, dass man manchmal auch ein bisschen geduldiger auf dem Transfermarkt sein muss“, so Kessler. „Der eine oder andere Spieler kam spät in der Vorbereitung. Dann musst du Abläufe einstudieren und gemeinsam in solchen Drucksituationen funktionieren. Jedes Spiel wird die Mannschaft mehr zusammenbringen.“ Aktuell bringt allerdings auch jedes Spiel weitere Ausfälle – gegen Gladbach musste Ellyes Skhiri per Trage vom Feld gebracht werden.







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