Stimmen zum Derbysieg: „Habe noch nie so krass gebrannt!“

Die Profis des 1. FC Köln feiern den Derbysieg vor der Südkurve. (Foto: Bucco)
Die Profis des 1. FC Köln feiern den Derbysieg vor der Südkurve. (Foto: Bucco)

So emotional, so wichtig: Der 1. FC Köln hat Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (1:1) niedergerungen. Nach dem zweiten Saisonerfolg herrscht bei den Geißböcken gleichermaßen Freude und Erleichterung. Die Stimmen zum Derbysieg.

Aus dem RheinEnergieStadion berichten Alexander Haubrichs und Marc L. Merten

Said El Mala

„Ich habe seit Wochen auf dieses Spiel gebrannt – ich habe noch nie so krass auf ein Spiel gebrannt. Es fühlt sich unfassbar geil an, die Punkte bei uns zu lassen. Es ist unbeschreiblich, hier gewonnen zu haben. Wir haben uns super vorbereitet und uns als bessere Mannschaft belohnt. Derbysieger, würde ich sagen. Das Tor ist mein Move, den übe ich jeden Tag im Training. Irgendwann zahlt sich das aus. Es war heute nicht meine erste Chance. Wenn ich ein bisschen konsequenter vor dem Tor bin, kann ich mit einem Hattrick nach Hause gehen. Ich hatte in den letzten Wochen ein bisschen die Scheiße am Fuß. Es war ein Befreiungsschlag, mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Erst recht gegen diesen Gegner. Ich hoffe, ich habe heute jeden Fan glücklich gemacht und die Mannschaft auch. Jedes Tor in der Bundesliga ist ein schönes Tor. Aber im Derby gegen seinen Ex-Verein – es gibt Schlechteres, würde ich sagen.“

Tom Krauß

„Letztes Jahr haben wir das Spiel nicht gezogen, dieses Jahr schon. Wie und was, ist mir eigentlich scheißegal – wir haben heute gewonnen, das ist, was zählt. Ich habe den Weg freigeräumt für Said. Es war ein bisschen anders für mich, ich kam heute von der Bank. Das ist völlig in Ordnung für mich. Es tut mir unheimlich leid für Flaco. Ich glaube, es sieht nicht so gut aus, aber ich weiß noch keine Prognose. Der Sieg ist ganz klar auch für Flaco. Es freut mich, dass ich reingekommen bin und wir das Spiel ziehen konnten. Nach dem 1:0 haben wir ein bisschen den Faden verloren und das 1:1 gekriegt, was verdient war. Ich habe auf der Bank gesagt: ‚Es ist leider nur noch eine Frage der Zeit.‘ Fünf Sekunden später fällt es. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir unfassbar auf das 2:1 gedrückt. Am Ende waren es purer Wille und Leidenschaft. Heute freuen wir uns alle und können den Sieg genüsslich feiern. Aber die Woche ist kurz, wir spielen Freitag in Frankfurt. Die haben auch etwas besser zu machen.“

Marius Bülter

„Das tut extrem gut. Von außen wurde negative Stimmung reingebracht, deswegen war der Sieg sehr wichtig. Wir waren fokussiert und haben nicht alles so negativ gesehen, wie es von außen gemacht wurde. Ich hoffe, dass der Sieg uns Ruhe verschafft. Wir haben eine relativ neue Mannschaft, das braucht einfach seine Zeit, um zusammenzufinden. Wir müssen bei uns bleiben und genauso konzentriert weiterarbeiten.“ 

René Wagner

„Ich bin froh, dass wir heute keinen Standard kassiert haben, sondern ein Tor nach Standard gemacht haben. Das ist wichtig für uns, weil wir da ein Thema hatten. Es ist brutal wichtig, in diesen Phasen auch mal Glück zu haben. Isak hat es in der Szene überragend gemacht. Wir hatten in der zweiten Halbzeit eine Phase, in der wir auf das dritte Tor gegangen sind, es aber nicht gemacht haben. Dann hätten wir weniger Stress gehabt. Ich bin froh, dass dann das Stadion gekommen ist. Die letzten 15 Minuten waren brutal. Die Jungs haben sich in alles reingeschmissen. Wir haben jeden Ball verteidigt. Es ist wichtig, dass wir uns auf die Fans verlassen können. Die waren für uns da, das hat den Unterschied gemacht und die Spieler, die nicht mehr so viele Meter gehen konnten, konnten noch mal mehr laufen. Am Ende stehen wir als Sieger da. Das fühlt sich super an.“

Alexander Blessin

„Wir haben uns durch das 0:1 nicht aus dem Konzept bringen lassen und haben verdient den Ausgleich gemacht. Nach der Pause haben wir Probleme und kriegen dann das 1:2. Man kann sagen: schlechter Verlierer – aber für mich darf das Tor nie fallen, weil es ein Foul ist. Wäre es ein normaler Block gewesen, okay, aber er geht aktiv in Hashioka rein, sodass dieser nicht rausverteidigen kann, schmeißt ihn mit dem Knie voraus um. Ich weiß nicht, was sich der VAR dabei gedacht hat. Das ist bitter. Wir haben alles versucht, um noch mal zurückzukommen. In der Summe tut es mir leid für die Fans, aber die Jungs haben alles reingeworfen.“

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