Said El Mala hat den 1. FC Köln zum Derbysieg geschossen. Sein Traumtor zum 2:1 gegen Borussia Mönchengladbach verschaffte ihm gleichermaßen Erleichterung und Genugtuung. Es war ein Racheakt für eine Gladbacher Aktion, die ihm missfiel.
Als die Derby-Feierlichkeiten losgingen, war Said El Mala genauso wenig zu stoppen wie zuvor im Spiel. Der nach 78 Minuten ausgewechselte Matchwinner stürmte von der Bank auf den Rasen, schoss einen Ball in den Müngersdorfer Himmel. Dann zeigte El Mala immer wieder drei Finger und steckte sie sinnbildlich in die Hosentasche. Die klare Botschaft: Die Punkte bleiben beim 1. FC Köln.
„Es ist unbeschreiblich, hier gewonnen zu haben“, sagte der 20-Jährige nach seinem ersten Derbysieg gegen Borussia Mönchengladbach, lobte das Trainerteam und seine Mitspieler: „Wir haben uns super vorbereitet und uns als bessere Mannschaft belohnt.“
El Mala: „Erst recht gegen diesen Gegner“
In seinem ersten Duell mit den Fohlen vor gut einem Jahr (1:3) war El Mala zur Halbzeit ausgewechselt und später von Ex-Coach Lukas Kwasniok kritisiert worden. Im Rückspiel traf er zwar, musste sich aber mit einem 3:3-Unentschieden begnügen. Nun sein zweites Derby-Tor inklusive des ersehnten Sieges, den der Neu-Nationalspieler voll auskostete: „Jedes Tor in der Bundesliga ist ein schönes Tor. Aber im Derby gegen seinen Ex-Verein – es gibt Schlechteres, würde ich sagen.“
Es war die 66. Spielminute, in der El Mala das RheinEnergieStadion in Ekstase und seinen Ex-Club, bei dem er im Nachwuchs nach vier Jahren aussortiert worden war, in Schockstarre versetzte. In seiner typischen Manier zog er von links ins Zentrum und traf mit rechts wuchtig ins lange Eck. 111 km/h wurden gemessen.
„Das übe ich jeden Tag im Training. Irgendwann zahlt sich das aus“, sagte El Mala und zeigte sich erleichtert über sein zweites Saisontor – das erste seit dem Auftaktsieg gegen Hoffenheim. „Ich hatte in den letzten Wochen ein bisschen die Scheiße am Fuß. Es war ein Befreiungsschlag, mir ist ein Stein vom Herzen gefallen. Erst recht gegen diesen Gegner.“
El Mala vergisst Gladbach-Jubel nicht: „Unsportlich“
Was folgte, war ein ausgiebiger Jubel vor der Südkurve. „Es war unglaublich, wie die mich alle angeschrien haben – einfach geil. Dafür spielt man Fußball.“ Seine Genugtuung war riesig. Nicht nur wegen der eigenen kleinen Durststrecke und seiner Vergangenheit bei der Borussia. Hinzu kam: „Ich habe gesehen, dass ein Gladbacher vor unsere Kurve gejubelt hat – das geht gar nicht.“
Joe Scally hatte sich nach seinem 1:1-Ausgleich ausgiebig der Südkurve präsentiert. Eine Szene, die El Mala nicht vergaß. Er übte Rache. „Das ist dann die kleine Quittung dafür. Das macht man einfach nicht vor unseren Fans, das gehört sich nicht, das ist unsportlich“, sendete er nach Abpfiff verbale Grüße an den Niederrhein.
Ich konnte es kaum abwarten, wieder zurück zu sein – wegen diesem Spiel.
Said El Mala
Doch auch ohne die Extramotivation durch den provokanten Gladbacher Jubel hätte seine Freude beim 2:1 wohl keine Grenzen gekannt. „Ich habe noch nie so krass auf ein Spiel gebrannt“, verriet El Mala, der nach seinen ersten A-Länderspielen gegen Serbien und Griechenland am Dienstag früher als erwartet in die Derby-Vorbereitung eingestiegen war. „Ich konnte es kaum abwarten, wieder zurück zu sein – wegen diesem Spiel.“
Sein DFB-Debüt beflügelte ihn zusätzlich. „Ich kam mit stolzer Brust zurück ans Geißbockheim. Die Jungs haben sich tierisch für mich gefreut, das zeichnet eine Mannschaft aus und ist nicht selbstverständlich.“
El Mala: „Ich hatte die Chancen zu einem Hattrick“
Sein Tor sah dann selbstverständlich aus, doch zuvor hatte El Mala einen eigentlich sicher geglaubten Treffer liegen gelassen. Nach einem schlimmen Fehlpass von Hashioka verpasste er es, auf den mitgelaufenen Marius Bülter querzulegen. Der hätte nur noch einschieben brauchen. Stattdessen scheiterte El Mala selbst an Gladbach-Keeper Nicolas.
Bei aller Freude über sein Traumtor und den Sieg – so ein wenig trauerte der Linksaußen auch seinen verpassten Chancen hinterher. Nach einem Wahnsinnssprint über die rechte Seite hatte er auch noch das 3:1 auf seinem schwächeren linken Fuß.
Schmunzelnd berichtete der gebürtige Krefelder: „Gestern war ich mit einem Freund unterwegs, der hat gesagt: ‚Morgen schießt du einen Hattrick.'“ El Malas Antwort: „Bleib mal locker, ein Tor ist auch okay.“ Doch nach dem Derby musste er einräumen: „Ich hatte die Chancen zu einem Hattrick, deswegen ärgert es mich schon ein bisschen. Aber wir haben gewonnen und ich konnte mich belohnen, das ist die Hauptsache.“
Das eine Tor reichte, um als Man of the Match ausgezeichnet zu werden. El Mala nahm die Trophäe mit ins Bett. „Sie kommt neben mein Kopfkissen und dann zu Mama und Papa nach Hause.“ Als Erinnerung an den ersten Derbysieg mit dem FC. Es soll nicht der letzte bleiben.








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