Wagner sucht „die richtigen Spieler“ und kündigt Veränderungen an

René Wagner wird seine Startelf gegen Union Berlin verändern. (Foto: Bucco)
René Wagner wird seine Startelf gegen Union Berlin verändern. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln will gegen Union Berlin ein anderes Gesicht zeigen als gegen den FC Schalke 04 – und wird dafür auch auf andere Gesichter setzen. René Wagner will zwar „nicht die große Rotationsmaschine anschmeißen“, kündigt aber Veränderungen an.

Es ist die erste englische Woche in René Wagners junger Cheftrainer-Karriere. Gerade einmal 75 Stunden liegen zwischen dem Abpfiff der Nullnummer gegen Schalke 04 und dem Anpfiff des Zweitrunden-Duells im DFB-Pokal gegen Union Berlin (Dienstag, 20.45 Uhr). So wird es nicht nur die enttäuschende Leistung von Samstag sein, die für einige Umstellungen in der Startelf der Geißböcke sorgt. Auch der körperliche Zustand ist entscheidend.

„Ich glaube, dass wir versuchen müssen, ein paar frische Beine aufs Feld zu bekommen“, kündigt Wagner an. „Wir müssen jetzt nicht die ganz große Rotationsmaschine anschmeißen, sondern schauen, dass wir die richtigen Spieler aufs Parkett bekommen und den richtigen Spielern auch mal eine Pause geben.“

Wer rückt in die Startelf des 1. FC Köln?

Im Abwehrzentrum könnte der in Frankfurt gute Joel Schmid den zuletzt wieder von Krämpfen geplagten Luka Lochoshvili ablösen, auf den Außenbahnen sind Gideon Mensah und Alessio Castro-Montes logische Optionen. In der Offensive, wo der Schuh gegen Schalke besonders drückte, ist die Personaldecke durch die bekannten Ausfälle weiterhin dünn. Ragnar Ache ist – wenn überhaupt – als Joker dabei, womöglich erhält Luca Waldschmidt erstmals in dieser Saison von Beginn an die Chance.

Die Einheit am Montag, das einzige echte Mannschaftstraining vor dem Pokalspiel, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – so fällt eine wirkliche Prognose der Startelf schwer. Wagner lässt sich nicht in die Karten schauen, sagt lediglich: „Wir wollen von Anfang an frisch auf dem Feld sein, Gas geben und dagegenhalten können. Deswegen wird es mit Sicherheit Veränderungen geben. Wie viele, werden wir am Dienstagabend sehen.“

Erst Schalke, dann Union: „Kommt uns entgegen“

Auf einen gänzlich anderen Gegner müssen sich die FC-Profis derweil nicht einstellen – für Wagner ein Vorteil: „Was uns ein bisschen entgegenkommt, ist, dass die Mannschaften von der Grundidee sehr ähnlich sind“, zieht der FC-Trainer den Vergleich zwischen Schalke und Union: „Beide suchen den schnellen Weg Richtung Tor und versuchen, viel hinter der Kette zu attackieren. Deswegen sind die Themen defensiv recht gleich.“

Im Vergleich zu seiner eigenen Zeit an der Alten Försterei, von Januar bis Mai 2025 als Co-Trainer von Steffen Baumgart, habe sich „der Ansatz etwas verändert“. Doch auch gegen den neuen Coach Mauro Lustrinelli gilt es für den FC, eine traditionelle Stärke der Berliner zu bekämpfen. Wagner: „Wir wollen die Standards weiterhin gut verteidigen, das ist ein großes Thema für uns.“

Wir müssen alles dafür tun, diesen Erfolg zu erzwingen, damit die Jungs einen Rhythmus bekommen.

René Wagner

Ein weiteres Hauptaugenmerk gilt der eigenen Schwäche von Samstag: „Und wir wollen es natürlich schaffen, zu Hause Tore zu erzielen. Das war eines der Hauptthemen, die wir am Sonntag in der Analyse und auch am Montag besprochen haben: Wie können wir gefährlicher werden, wo müssen wir noch besser sein?“

Ansatzpunkte sieht Wagner nicht nur auf dem Rasen, sondern auch in den Köpfen seiner Profis. „Ich glaube, die Spieler müssen an ihre Qualität glauben. Wir haben junge Spieler, auch auf offensiven Positionen, die diese Sicherheit in ihrem Spiel noch brauchen. Sie benötigen genau dieses Erfolgserlebnis, um erfolgreich zu werden und zu wissen: Okay, ich kann in der Bundesliga aus jeder Situation etwas kreieren. Diese Sicherheit kommt aber leider nur mit dem Erfolg.“ Und der war in der Liga zuletzt rar gesät.

Zwei Mannschaften, „die etwas zu beweisen haben“

Wagner hofft auf eine Trotzreaktion im Pokal: „Wir müssen alles dafür tun, diesen Erfolg zu erzwingen, damit die Jungs einen Rhythmus bekommen. Es muss irgendwann Klick machen. Wir müssen den jungen Spielern den Glauben schenken. Dann bin ich fest davon überzeugt, dass wir Tore schießen werden.“ Der immens unter Druck stehende Trainer muss diesen Knoten schnell zum Platzen bringen.

Der Gegner allerdings dürfte ebenfalls nicht mit äußerst viel Selbstbewusstsein anreisen. Nach erst einem Saisonsieg, zu Hause gegen Elversberg, ist Union Berlin aktuell Bundesliga-Vorletzter. Auch Lustrinelli braucht eine Kehrtwende. Wagner weiß: „Es wird ein leidenschaftliches Duell zweier Mannschaften, die etwas zu beweisen haben.“

So könnte der 1. FC Köln beginnen: Schwäbe – Castro-Montes, Simpson-Pusey, Schmied, Mensah – Krauß, Johannesson – Moore, Waldschmidt, S. El Mala – Bülter

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