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Özcan ernsthafte Alternative – Höger in einem kleinen Loch

Marco Höger sorgt gemeinsam mit Matthias Lehmann im zentralen Mittelfeld des 1. FC Köln für Ordnung. Zuletzt wirkte der 27-Jährige körperlich aber nicht mehr ganz frisch. Mit Salih Özcan hat Trainer Peter Stöger jedoch eine ernsthafte Alternative im Kader.

Köln – Acht Monate musste Marco Höger in der letzten Saison nach einem Kreuzbandriss pausieren, ehe er am letzten Spieltag, damals noch im Trikot des FC Schalke 04, wieder auf den Platz zurückkehrte. Dass der 27-Jährige in dieser Saison bei intensiver Belastung körperlich irgendwann in ein kleines Loch fallen würde, war nach der langen Zwangspause zu erwarten. Beim Auswärtsspiel des Effzeh in München zeigten sich nun in Högers fünften Startelfeinsatz erste physische Probleme. Er war im Mittelfeld das ein oder andere Mal einen Schritt zu langsam und wirkte oft nicht spritzig genug.

„Das Spiel gegen die Bayern war sehr schwer, nicht nur für ihn. Da hat man gemerkt, dass er in den Wochen vorher vier Spiele am Stück gemacht hat“, sagte Peter Stöger nun dem GEISSBLOG.KOELN. Zudem habe Höger keinen Trainingsrhythmus gehabt, weil er angeschlagen war, so der FC-Coach über seinen Mittelfeldmann, der am Wochenende zuvor gegen Leipzig wegen muskulärer Probleme passen musste. „Die Länderspiel-Pause tut ihm gut. Da wird er frisch raus kommen“, glaubt Stöger, der mit Högers Leistungen insgesamt bislang zufrieden ist.

Salih macht das richtig gut

Als Alternative im Mittelfeld hat sich in den letzten Wochen Salih Özcan präsentiert. Der 18-Jährige, der vergangene Woche seinen Vertrag in Köln bis 2020 verlängerte, erhält vom Trainer das Vertrauen. „Wir schicken ihn beim Stand von 0:1 gegen die Bayern nicht rein, weil wir zeigen wollen, dass wir einen jungen Spieler unter Vertrag haben“, sagt Stöger. „Wir haben ihn auch auf Schalke reingeworfen, weil wir glauben, dass er das mit seinen Qualitäten schaffen kann.“

Beim Effzeh hat man vor der Saison bewusst einen Kaderplatz für den gebürtigen Kölner Özcan freigehalten. „Als Yannick Gerhardt und Kevin Vogt gegangen sind, haben wir gesagt: Wir haben Matthias Lehmann, wir haben Marco Höger, wir haben Jonas Hector als Option, aber wir haben auch Salih Özcan“, erklärt Stöger, der direkt ein Kompliment hinterher schiebt: „Für ihn ist das noch eine schwierigere Situation als für Yannick damals, weil Yannick in der Zweiten Liga bei uns begonnen hat. Aber Salih macht das richtig gut.“


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  1. Nick

    Salih Özan ist schon eine Augenweide am Ball. Wenn man so tut als kenne man die ganze Mannschaft nicht und schaut sich ein Spiel an, sticht dieser Junge in Punkte Ballbehandlung immer heraus. So war es bei den Testspielen, die ich gesehen habe und so war auch mein Einduck nach den Einwechselungen auf Schalke und bei dem Bayern. Er ist wesentlich offensiver als Höger und Lehmann und auf jedenfall die spielerische Variante, die uns helfen könnte, einen Gegner auf Augenhöhe mal zu beherschen und hinten rein zu drücken. Trotzdem sollte man ihn weiter langsam ranführen…

    Wobei man sagen muss, ausländische Talente spielen mit 18 Jahren schon EM-Finals oder Champions Leaque, bei uns Deutschen heißt das immer – „Talent“…“immer noch Talent“…“ewiges Talent“…“hat nicht geschafft“…von daher gebt dem Jungen die Chance aber er muss dann auch Fehler machen dürfen…

  2. Stone

    Ich mag den Jungen, kämpferisches Herz, Spielintelligenz und technisch einfach nur Bundesliga würdig d.h. 1.FC Köln Eigentum!! Den Geissbock im Blut.

    Nur will ich hier noch den Namen Marcel Hartel nicht vergessen, der im offensiveren Bereich ebenfalls seine Bundesliga Tauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis stellen durfte.

    Come ON FC ;-)

    Horn, Hector, Risse, Höger, Hartel, Özan, Klünter, … I Love the Way you GO

  3. PaulPaul

    Größte Baustelle des FC ist das offensive Mittelfeld, und so, wie es aussieht, ist Jocic nicht in der Lage, sich als Stammspieler durchzusetzen. Deshalb ist es nur richtig, mit Özan einen Spieler zu integrieren, an dem wir in den kommenden Jahren noch viel Freude haben werden. Schade nur, dass Schmadke nicht auf die Standardlänge des Vertrages, also bis 2021 gegangen ist.

    • Rolf G.

      Deine Aussage bezüglich Milos Jojic muss man leider teilen. Sehr schade, ich hatte mir von ihm wesentlich mehr versprochen. Aber anscheinend fehlt ihm das, was man gemeinhin als Durchsetzungsvermögen bezeichnet. Dabei bringt er alles mit, was einen überdurchschnittlichen Spieler auszeichnet. Allein bei der richtigen Einstellung fehlt es. Sehr schade.

      Vielleicht hat JS gedacht, bei einem 18-jährigen BL-Neuling sind 4 Jahre Vertrag mehr als ausreichend. Und ob man ihm nun noch ein Jahr mehr gegeben hätte, ich glaube, das macht den Kohl dann auch nicht mehr fett. Wenn sich Salih Öczan so weiter entwickelt, wie er das jetzt angedeutet hat, wird es garantiert noch während der aktuellen Vertragslaufzeit eine Verlängerung mit satter Gehaltserhöhung geben. Ich freu mich drauf.

    • Ottla

      Jojic ist ein MF-Spieler alter Schule. So ähnlich wie es Jajalo war: Der 10er, der erstmal auf den Ball tritt und sich Zeit lässt, um dann seine Übersicht auszuspielen – und der nebenbei auch die Standards tritt. Aber den gibt es im modernen Fussball nicht mehr bzw. den kann man in diesem nicht mehr so recht gebrauchen! Es müssen noch andere Qualitäten hinzu kommen: die eines „anlauffreudigen“ 8ers/6ers, plus die Eigenschaften eines 10ers und am besten noch plus Flügelspiel-Option eines 7ers… Einer der letzten dieser old-school-10er-Art war übrigens Ballack. Aber das ist passé. Ich glaube übrigens auch, dass das der Grund ist, warum es derzeit auch nicht mehr diesen Weltstar-10er-Spielertyp brasilianischer Prägung gibt – überlegt mal, das gehörte früher zum guten Ton einer jeden Spitzenmannschaft – und selbst die Kleineren wollten alle diesen Brasilianer à la Ronaldinho, Kaka und Co. haben (erinnert ihr euch an André?) – Jojic sieht sich, glaube ich, in der Tradition dieser 10er-Typen, das erklärt auch sein pseudo-überlegenes Brust-Raus-Gehabe bei gleichzeitigem trägen Anlaufen der Gegner – Pressing/Gegen-Pressing, das ist dem nicht fein genug. Ein guter MF-Spieler muss aber auch all das vereinen – und, natürlich, dennoch auch die Qualitäten des klassischen 10ers haben (s.o.) – aber eben auch noch viel mehr! Ich glaube auch, dass der Halilovic beim HSV so ein hinfälliger Spieler-Typ ist – von dem werden wir nicht viel hören…


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