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Meré weiter im Visier: Queirós bleibt nicht der letzte Zugang

Der 1. FC Köln hat am Dienstag mit der Verpflichtung von João Queirós überrascht. Der Innenverteidiger kommt aus der U19 des SC Braga. In der Heimat gilt er als großes Abwehrtalent. Beim Effzeh bleibt er aber wohl nicht der letzte Neuzugang in der Defensive.

Köln – Er ist groß, rund 1,90 Meter. In seinem Gesicht ist zu erkennen, dass er noch ein junger Mann ist, ein Teenager, um genauer zu sein. Queirós kommt aus der Jugend des SC Braga, trainierte dort zuletzt schon bei den Profis mit, spielte aber noch für die U19. Ebenso bei der U19-Nationalmannschaft, für die er an der EM in Georgien teilnahm und als uneingeschränkter Stammspieler der Portugiesen erst im Finale gegen England verlor.

Siebenstellige Ablöse verwundert nicht mehr

Nun also der Schritt nach Deutschland in die Bundesliga: Beim Effzeh wird er sofort dem Profikader angehören und soll auch dort seine Spielpraxis sammeln. Für die U21 ist er nicht gedacht, das bestätigt Trainer Peter Stöger. „Er wird ein klarer Kaderspieler sein“, stellt der Österreicher fest. Aber was zeichnet den 19-Jährigen aus, dass die Kölner ihn für kolportierte drei Millionen Euro aus Braga holen, wo er noch kein einziges Profi-Spiel absolvieren konnte?

Joao Queiros spielt ab sofort beim 1. FC Köln. (Foto: 1. FC Köln)

Zwar muss man dieser Tage auf dem überhitzten Transfermarkt mit nicht bestätigten Angaben zu potentiellen Transfersummen vorsichtig sein. Doch der Effzeh zahlte zuletzt im Winter schon für Nikolas Nartey fast eine halbe Million Euro, der damals noch 16 Jahre alt war. Insofern ist es nicht unrealistisch zu erwarten, dass Queirós als Stammspieler der portugiesischen U19-Nationalelf bereits eine siebenstellige Summe gekostet haben dürfte.

Er ist klar in seinen Aktionen und versteht das Spiel

„Für sein Alter spielt er schon unaufgeregt, er ist klar in seinen Aktionen und versteht das Spiel“, sagt Stöger. Im Klartext: Queirós macht keine verrückten Sachen als Innenverteidiger, kann von hinten mit gutem Passspiel aufbauen und gleichzeitig seine Kernaufgaben in der Defensive erfüllen. Das findet auch Jörg Schmadtke. „Er hat ein gutes Raumgefühl, weiß, wie er sich zum Gegner verhalten muss“, sagt der FC-Sportchef dem GEISSBLOG.KOELN.

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    • Koroshiya

      Wie kommst du darauf? Queiros ist noch sehr jung und hat keine Profi-Erfahrung, er wäre eher IV Nr. 5 mit Perspektive, während Meré als IV Nr. 4 fungieren würde, meinetwegen auch Nr. 3. Wir wollen doch nicht ohne Grund 4 Innenverteidiger haben, warum sollten wir dann einen wieder abgeben, wenn ein neuer kommt?

      • Pascal

        Es geht nicht unbedingt um diese Saison, da wird uns Maroh (zumindest im Sommer) nicht verlassen. Sein Vertrag läuft aber in einem Jahr aus, es gab und gibt noch keine Anzeichen, ihn zeitnah zu verlängern. Aus meiner Sicht ist er inzwischen auch zu langsam für unsere immer höher stehende Abwehr. Ein guter Typ, aber eben auch am Zenit angekommen.

    • Klio

      Abwarten. Wenn man sich überlegt, dass manche Spiele mit drei Innenverteidigern bestritten wurden, wären fünf Innenverteidiger im Kader nicht automatisch zu viel. Klar, eine Startaufstellung mit zwei Innenverteidigern wird der Normalfall sein – da sind vier Innenverteidiger im Kader das Mindeste. Der FC hat den mit Abstand kleinsten Kader in der BL – und das mit der kommenden Dreifachbelastung. Spieler werden verletzt oder gesperrt ausfallen. Peter Stöger wird vielleicht auch froh sein, Spielern auch mal Auszeiten geben zu können.

      Zudem hat ein erfahrener, verlässlicher Spieler wie Dominic Maroh auch einen ganz speziellen Wert für eine Mannschaft. Sich zweifach nach Verletzungen zurückzukämpfen, ist nicht einfach – körperlich und mental. Da muss man sich auch die Selbstverständlichkeit im Spiel wieder erarbeiten. Mich würde es freuen, wenn Maroh dem FC erhalten bliebe.

      • JAMES

        @Klio Nee, der Pascal hat schon den Punkt damit getroffen. Für dich ist eine solche Feststellung ein wunder Punkt – aber er hat eindeutig recht mit seinem Beitrag.

        • Klio

          Mein Beitrag ist eindeutig als Antwort auf Locutus zu erkennen (man beachte den doch recht übersichtlichen Hierarchiebaum)! Wie kommst du da auf „Nee, der Pascal …“, @James?

          Es ging um Locutus‘ Vermutung, es gebe „ein klares Zeichen, dass man nicht mehr mit Maroh plant“, was im Allgemeinen heißen soll, dass Maroh diese Saison geht. Das sehe ich nicht so. Was nach der Saison ist oder falls Maroh unbedingt früher gehen wollte, weil er (wie Mavraj) anderswo die Aussicht auf einen richtig guten langfristigen Vertrag hat, ist eine andere Frage.

          Diese Saison werden wir Maroh richtig gut brauchen können, gerade wenn ein 19- und ein 21-Jähriger zum Kader stoßen sollten. Soweit meine Meinung. Dass ich „eindeutig recht“ hätte, das will ich mir da gar nicht anmaßen. Die Leistungsfähigkeit eines Spielers vor allem an den Eindrücken aus einem Seuchenjahr mit zwei schweren Verletzungen zu messen, das kann auch trügen.

  1. Nick

    Keiner grätscht so sicher wie Maroh. Auch kann ich mich an keinen Innenverteidiger erinnern der zuletzt ein Derby mit zwei Toren entschieden hat. Hätte er nicht die zwei Körperverletzungen erlitten, hätte er die Saison komplett durch gespielt und zwar als Abwehrchef. Er war vor der Saison Verteidiger Nummer 1. Man sollte ihn nicht abschreiben.

    Sörensen und Heintz haben ihre Sache sehr gut gemacht keine Frage, aber es bedarf auch Konkurrenz, die den beiden Druck macht. Auf Maroh kann man sich immer verlassen, mit ihm würde ich unbedingt zwei-drei Jahre verlängern.

    • Robert H.

      Danke, das spricht mir aus der Seele. Maroh ist auf jeden Fall ein verdienter Spieler, bei dem man einfach weiß, was man hat.
      Ich glaube nicht, dass die Führung wegen der Neuverpflichtung(en) ohne Maroh plant. Was ja nicht ausschließt, dass Maroh vielleicht noch eigene Ideen hat oder ein Angebot bekommt.

  2. ulli

    Es geht meiner Meinung nach bei Meré, wenn der Transfer zustande kommt, gar nicht um Maroh, der durch zwei wirklich harte Verletzungen zurückgeworfen wurde und wiederkommen wird. Meré hat auch unseren mittlerweile richtig stark spielenden IVs Sörensen und Heintz eines voraus: Er kann das Spiel nach vorne eröffnen! Das gibt unserem Trainer weitere taktische Optionen. Er kann auch vor der Abwehrkette agieren – also wie Lehmann. Der wird Ende der kommenden Saison 35 Jahre alt sein. Ich glaube unsere Manager wollen sich mit dem jungen Spanier auf den Abschied von unserem verdienten 6er vorbereiten.

    • JAMES

      @ULLi du bringst es ebenfalls schön auf den Punkt – sehe ich ebenfalls so – sowie Pascal es im Vorfeld angestoßen hat. An diesen Aussagen gibt es einfach nichts zu drehen und zu wenden. Sie spiegeln die Realität und Politik des Trainers/Managers wieder. Und die ist richtungsweisend und gut – wir werden in der kommenden Saison eine sehr starke Mannschaft haben.

      • Thomas K.

        Oben hast du doch noch gesagt, dass man nicht mehr mit Maroh plant, „liegt dann wohl so auf der Hand“? Jetzt siehst du es „ebenfalls so“, wenn gesagt wird, der Meré-Zugang hat nichts mit Maroh zu tun? Aber andere sind die „Fantasten und Laberbacken“? (Mal ganz abgesehen von Sprüchen, die andere in die Nähe von Ungeziefer rücken: „Da kommen sie wieder aus ihren Löchern hervorgekrochen“.)

  3. Thomas K.

    Wer hat sich hier denn gegen „ECHTE Verstärkung“ ausgesprochen, @James? Die Diskussion ging darum, ob ein Zugang von Meré das Aus für Maroh ist. Du hast da beiden Positionen zugestimmt. Daneben noch andere User bepöbelt. Über einzelne Spieler kann man gerne verschiedener Meinung sein. Eine sachliche Diskussion und ein Mindestmaß an Respekt für die Mitdiskutanten sollte da doch selbstverständlich sein.


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