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Der erste echte Neue


Er spielt am liebsten im Zentrum, aber…

Das sieht auch sein neuer Trainer so. „Vom Spielertyp ist er etwas anderes als das, was unsere Jungs sonst verkörpern“, sagt Stöger. Im zuletzt praktizierten 4-4-2 hätte Jojic zwar nicht automatisch seine Lieblingsposition inne – die Zehn – doch Stögers variables System dürfte dem 23-Jährigen zusagen. „Er spielt am liebsten im Zentrum, hat aber schon außen viele gute Spiele gemacht“, sagt der Chefcoach, wohl wissend, dass seine offensiven Außenspieler immer wieder in die Mitte ziehen dürfen, um den aufrückenden Außenverteidigern Platz zu machen.

Zusammen mit Marcel Risse, der über rechts kommen soll, ist Jojic also auf der linken Außenbahn eingeplant. Mit einer hängenden Spitze (Osako, Hosiner, Zoller, Finne) und Modeste als Stoßstürmer im Zentrum, da sind sich alle am Geißbockheim einig, ist man auf dem Papier in der Offensive deutlich durchschlagskräftiger aufgestellt als noch in der vergangenen Saison. Auch deswegen, weil mit Jojic plötzlich jemand im Kader steht, der gefährliche Freistöße und Ecken treten kann. Nicht umsonst hat Schmadtke in diesem Sommer Wert darauf gelegt, mit Heintz und Modeste zwei extrem kopfballstarke Spieler zu verpflichten. Und auch der letzte Neue (Innenverteidiger) soll vor allem kopfballstark sein. Standards als neue Waffe beim Effzeh? Das hat es seit den 1990er Jahren in Köln nicht mehr gegeben.

Köln ist schöner als Dortmund

Und auch charakterlich, da sind sich alle sicher, ist der Serbe ein Gewinn für die Geissböcke. Der Drei-Millionen-Mann, der bereits gut Deutsch spricht und im Gespräch noch etwas schüchtern wirkt, gilt als offener, interessierter und nur auf dem Platz bissiger und aggressiver Typ. „Es war eines der besseren Gespräche, die wir mit potentiellen Neuzugängen geführt haben“, lobt Stöger seinen Neuen denn auch gleich. „Wenn jemand bei einem solch tollen Klub wie Dortmund ist und sagt, er möchte zu uns, weil er sich mehr Spielzeit erhofft, dann sagt das eine Menge über seinen Charakter aus.“

Und darüber, dass Köln wieder zu einer besseren Adresse im deutschen Fußball gewachsen ist. „Ich habe ein gutes Gefühl für die neue Saison“, sagt der neue Star (?) selbst. Nach einer schweren Zeit bei Schwarz-Gelb will er endlich in der Bundesliga ankommen. 20 Pflichtspiele (vier Tore) in eineinhalb Jahren für den BVB – das war ihm zu wenig. „Ich habe praktisch nie gespielt in den letzten sechs Monaten. Jetzt bin ich hier, um zu spielen.“ Und um sich wohl zu fühlen. „Ich war schon zweimal in Köln. Eine sehr schöne Stadt, schöner als Dortmund.“ Ein Lachen huscht über sein Gesicht. Er darf ab sofort gerne häufig Grund zum Lachen haben.

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