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Schmadtke: "Wir profitieren von den fünf Abstiegen"

Im Kölner Umfeld hat sich ein geduldiges, neugieriges und hoffendes Klima breit gemacht, das den handelnden Personen die richtigen Entscheidungen zutraut, auch, wenn sie auf den ersten Blick (zu) vorsichtig erschienen – wie in der abgelaufenen Transferperiode, als ein weiterer Transfer den Geissböcken durchaus noch gut zu Gesicht gestanden hätte. Doch die Fans spüren, was Schmadtke ebenfalls aus dem Spielermarkt wahrnimmt: „Was alle wissen, ist auch dies: Wir suchen uns nicht Spieler aus, denen einzig und allein der Gedanke durch den Kopf schießt, wie das Vermögen schnell zu vermehren ist.“

Volker Finke hat mich enorm beeinflusst

Mit inzwischen acht gebürtigen Kölnern im Kader verfügt der FC über eine lange nicht dagewesene Identifikation mit dem Verein. Vorbei die Zeit kurzfristiger Transfers, die Geld kosteten, aber kaum Gegenwert brachten, geschweige denn eine enge Bindung an den Klub. Trainer Peter Stöger hat eine funktionierende Einheit geformt, die die Verantwortlichen lieber mit einem Transfer weniger verstärken als mit einem zu viel in Gefahr bringen, der das Gefüge sprengen könnte.

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Indirekt hat sogar ein ehemaliger Kölner Verantwortlicher aus dunkleren Zeiten daran einen Anteil, wie Schmadtke nun verriet. „Mein damaliger Trainer Volker Finke (als Schmadtke beim SC Freiburg spielte, Anm. d. Red.) hat mich enorm beeinflusst. Er hat mir die Augen dafür geöffnet, wie wichtig im Fußball miteinander kommunizierende Gruppen sind. Mannschaftsteile, die sich ergänzen, immer handlungsfähig sind, mit Spielern, die sich in ihrem Temperament und ihren Fähigkeiten unterscheiden.“ Es gehe nicht darum, einen Spieler zu verpflichten, nur, weil dieser besonders kopfballstark oder schnell sei, sondern vor allem darum, ob er menschlich zum Team passe.

Wir hoffen auf den großen Schritt am Ende

Bislang geht diese Strategie auf. Der sportliche (und wirtschaftliche) Erfolg gibt Schmadtke, Wehrle und Stöger Recht. Jeder der drei Verantwortungsträger hat seinen jeweiligen Zuständigkeitsbereich beim Effzeh strukturell wie personell Stück für Stück umgebaut. Dieser Umbau soll den Effzeh auch in den nächsten Jahren weiter nach oben führen. „Peter Stöger und ich machen mit der Mannschaft viele kleine Schritte für einen hoffentlich großen Schritt am Ende“, sagte Schmadtke. Wie dieser „hoffentlich große Schritt am Ende“ aussehen dürfte, ist auch klar: Es soll schließlich doch nach Europa gehen. Es bleibt die Frage, wann die Altlasten der Abstiege endgültig abgeschüttelt werden können. Auch, wenn der Effzeh von ihnen indirekt profitiert haben mag.

Hat sich das FC-Umfeld wirklich verändert? Und wenn ja, wie? Diskutiert mit!


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2 Kommentare
  1. Klio says:

    Ich kann mich noch erinnern, wie beim FC-Stammtisch zu Beginn der Saison 2013/14 die Neuzugänge (wie Patrick Helmes) diskutiert wurden und ein Teilnehmer meinte, der eigentliche Königstransfer sei Jörg Schmadtke. Wie recht er hatte.

    P.S. an die Geissblog-Redaktion: Auch für diesen Artikel habt ihr (wieder mal) eine tolle Bildauswahl getroffen.

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