Gretchenfrage: Stöger, Höger und die Hector-Rolle

Es ist die Gretchenfrage beim 1. FC Köln: Auf welcher Position ist Nationalspieler Jonas Hector für die Geissböcke am wertvollsten? Gegen den FC Augsburg könnte die Entscheidung von einem Spieler abhängen, der zuletzt auf Bank und Tribüne Platz nehmen musste.

Köln – Marco Höger kämpft um seine Position beim Effzeh. Noch keine Pflichtspiel-Minute hat der Mittelfeldspieler absolviert. In der vergangenen Saison über weite Strecken Leistungsträger, im Sommer mit drei Kilo weniger in die Vorbereitung gestartet, nun mit drei Enttäuschungen in die neue Spielzeit gegangen.

Es kommt jetzt ein bisschen Gegenwind

Im DFB-Pokal nicht im Kader, in Gladbach und gegen den HSV ohne Einsatzminute auf der Bank: Der 27-Jährige hat sich den Saisonstart nicht nur für seine noch punktlose Mannschaft anders vorgestellt. „Er trainiert okay – wie alle Jungs“, sagte Peter Stöger unter der Woche. „Es kommt jetzt ein bisschen Gegenwind, aber die Situation muss Marco annehmen.“

Peter Stöger. (Foto: GBK)

Der international erfahrene Sechser gehörte in der vergangenen Woche zu jener Testspiel-Elf, die gegen den TV Herkenrath einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte. Höger hatte allerdings noch zu den besseren Spielern gehört. „Wenn ich mich über das Testspiel geärgert habe, dann deswegen, weil einige Jungs die Chance hatten aufzuzeigen“, sagte Stöger nun am Donnerstag und ließ wissen, dass in den folgenden Tagen nach dem Test „einige Spieler mit sich gehadert haben“. Höger dürfte dazu gehört haben, schließlich wollte sich der Mittelfeldmann in der Länderspiel-Pause und nach dem verbockten Auftakt für mehr Einsatzzeit in Position bringen.

Jojic und Risse fehlen wohl in Augsburg

Dies könnte ihm in den letzten Tagen wiederum deutlich besser gelungen sein, denn Stöger attestierte seiner Mannschaft und gerade den Spielern aus der zweiten Reihe „mehr Intensität, mehr Konsequenz und mehr Spieler, die sich für die nächsten Wochen aufdrängen wollen“. Weil Milos Jojic und Marcel Risse in Augsburg wohl nicht mit dabei sein werden, wird der FC-Coach seine Elf ohnehin umbauen. Gut möglich, dass Höger zu jenen gehört, die beim unangenehm zu bespielenden FCA ihre Chance erhalten werden.

Weiterlesen: Auf welcher Position ist Jonas Hector am wertvollsten?

12 Kommentare
  1. Fred
    Fred says:

    Ich hoffe doch mal das Hector links in der kette zum Einsatz kommt, dann wäre auch Platz für Höger nartey oder auch horn auf der sechs, offensiv auf den außen könnte man auch mal zumindest handwerker einwechseln. Nach den Leistungen aus den ersten Speiltagen ist Augsburg zu Hause auf jedenfall schlagbar.

    • Kilian
      Kilian says:

      Kannste knicken….leider :( Der Sturkopp wird weiter an der Basis und Aufstellung der vergangenen beiden Spieltagen festhalten. Und das auf Gedeih und Verderb. Keine Chance. Mit Vollgas gegen die Wand!

      Du bist im Recht und liegst mit deinem Kommentar goldrichtig.

      • Fernsehturm
        Fernsehturm says:

        So ein Quatsch, wie gut Nartey oder Handwerker sind hat man ja in der U 21 gesehen. Man kann doch nicht von so jungen Spielern erwarten dass sie den Unterschied ausmachen. Die müssen langsam rangeführt werden. Die Hälfte der Mannschaft läuft momentan einfach seiner Form hinterher.

  2. profilmax
    profilmax says:

    Ich finde es schade, dass Hector scheinbar im def. Mittelfeld gesetzt ist. Als LV hat er mir auch viel besser gefallen.
    Würde mal gerne wissen, wie viele Punkte wir letztes Jahr mit Hector im def. Mittelfeld geholt haben; gefühlt dürfte „die Quote“ nicht allzu hoch ausfallen – wahrscheinlich deutlich geringer als die „Hector-LV-Quote“…

    • Ottla
      Ottla says:

      falsch! hector hat bspw. alleine in den so entscheidenden letzten 5 spielen, in denen die 9 punkte geholt wurden, die uns so knapp in die EL geführt haben (und da waren hoffenheim und dortmund als gegner drunter), stets auf der 6 gespielt! aber da waren vor ihm (und zumeist lehmann) jojic bzw. osako und auch bittencourt in absoluter top-verfassung! – übrigens auch interessant: in diesen 5 spielen waren wir auch nicht mehr so abhängig von modeste-toren – da hatten sich die schützen schön über die mannschaft verteilt. ich denke, diese spiele sind auch ein grund, warum man jetzt dachte, der kader reiche offensiv mit cordoba für modeste und dem rückkehrer risse. wenn man sich stögers aussagen auf der PK – angesprochen auf den kader – anhört, dann merkt man, dass auch er sich wohl für außen/vorne noch verstärkung gewünscht hat. denn er hat nicht – wie er das früher immer gemacht hat bei solchen fragen – auf die überragende arbeit von schmadtke verwiesen, sondern lediglich auf die fakten: dass die mannschaft im sommer zusammengehalten wurde und man bis auf cordoba auf die entwicklung junger spieler setzt, was zeit braucht… das war alles andere als „top – zu 100% zufrieden“.

  3. Ottla
    Ottla says:

    alles in allem ist das ganze hier jammern auf sehr sehr hohem niveau – mit dem kleinen aber absolut berechtigten kritikpunkt, dass trotz geld ein doch nicht risikofreier versuch unternommen wird, mit einer äußerst dünnen offensive gerade auf den außen durchzukommen… alles, was hier darüber hinaus so rausgehauen wird, ist schon ziemlicher wahnsinn angesichts der absoluten top-entwicklung beim FC…

    • Pitter
      Pitter says:

      Das Jammern dürfte wohl in erster Linie der aktuellen Tabellensituation geschuldet sein. Dazu kommt dann eben, dass Hector in den letzten beiden Spielen nicht gerade überzeugt hat. Da gerät dann schnell in Vergessenheit, dass Hector im Mittelfeld durchaus schon sehr gute Spiele gemacht hat – daher auch nochmal danke für die Erinnerung hieran ;)

      Erfolgreich wurde Hector nunmal als LV. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, hatte Hector während des überragenden Saisonstarts letztes Jahr insbesondere LV gespielt, während Höger im Mittelfeld geglänzt hat. Daher neigt man dazu, zu vergessen, dass Hector auch woanders gut spielen kann. Dabei muss ich mich zugegebenermaßen auch etwas an die eigene Nase fassen…

      Jetzt wo der Wurm drin ist, kann man aber schon fragen, ob es nicht stärker wäre, Höger wieder reinzunehmen und Hector als LV spielen zu lassen. Wobei das Hauptproblem aber – wie „Fernsehturm“ bereits geschrieben hat – ist, dass momentan einfach zu viele Leute ihrer Form hinterherlaufen. Wenn dieses Problem wieder behoben ist, dürfte sich wohl auch niemand mehr daran stören, welche Position Hector spielt.

  4. puschel
    puschel says:

    ….bin nach wie vor entsetzt über so manche kommentare von “ FANS “ des EFFZEH ! 2 spieltage und was für ein geschrei und wieviel potentielle cheftrainer wir doch haben !? mir konnte immer noch niemand sagen was mit höger los ist ? war doch trotz verletzung in der vorigen saison maßgeblich am erfolg beteiligt, jetzt hat er die komplette vorbereitung mitgemacht und nun …. jonas sehe ich lieber als LV ! für mich haben es die verantwortlichen vom EFFZEH versäumt einen lenker und denker im mittelfeld zu verpflichten – schade !

    • prinzikai
      prinzikai says:

      Das ist halt das Herzblut der Fans und die gebeutelten Jahre kommen halt wieder zum Vorschein und es kommen auch noch 3 schwere Auswärtsspiele. Für mein Empfinden wurde es dieses Jahr verpasst, dass bisher schwächste Glied (das Mittelfeld) entsprechend hochwertig zu ergänzen – deshalb ist auch meine Einschätzung aus der Ferne, dass Schmadtke dieses Jahr einen schlechten Job gemacht hat, als die Topjahre zuvor.

    • Ottla
      Ottla says:

      der „klassische lenker und denker“ im mittelfeld ist ein relikt aus der fussball-vorzeit – den gibt es nicht mehr – der 10er ist doch schon lange passé – das weiß auch eigentlich jeder – worum es geht: ein gebilde zu kreieren, das mehrere taktiken und formationen beherrscht und über variabilität gefahr erzeugt. die superstars von heute sind nicht mehr die zidanes oder ronaldinhos – es sind entweder 6er/8er wie kroos oder die MF/Sturm-Gelenk-Spieler wie Messi und Neymar – der klassische Spielgestalter auf der alten 10 hingegen ist tot.

      • Ziesi
        Ziesi says:

        Genau so ist es. Die „System-Spieler“ sind diejenigen, die neben ihrer Hauptposition idealerweise noch eine Zusatzposition technisch und taktisch beherrschen. Aber das kann nur die absolute Weltspitze. Wie schwer das ist, hat man nicht zuletzt bei einem Philipp Lahm gesehen, der lange zwischen RV und 6er gependelt hat. Für den typischen Standfußballer, der das Spiel aus einem Radius von 20m mit einem feinen Füßchen entscheidet, ist es halt zu schnell geworden in dieser Sportart. Du brauchst entweder auf den IV Positionen oder den 6er Positionen das ultimative Gehirn der Truppe, denn von dort musst nicht nur du selber top spielen, sondern auch deine Mitspieler ordnen, sowohl in die Tiefe als auch in der Breite. Ich denke, genau das macht Matze Lehmann halt wirklich gut, sodass Stöger (zu Recht) an ihm nicht vorbeischauen kann, weil er halt seinen Schwerpunkt auf einem reibungslos funktionierenden System sieht.
        Was man jedoch nicht vergessen darf ist, dass jedes Team auch einen individuell erausragenden Spieler braucht, der das beste System durch Einzelleistungen veredelt. Gerade die Messis, Neymars, Lewandowskis, etc. sind genau diese Einzelkönner, die die Arbeit eines Systems vollenden.
        In der aktuellen Situation beim FC finde ich aber auch, dass zu viele Spieler ihrer Form hinterher rennen. Und da wäre es durchaus wichtig, dass man die Leistungsträger schnell zu alter Stärke bringt und das am besten dort, wo sie die überwiegende Anzahl der Spiele gut gemacht haben. Bei Jonas ist das nunmal die LV Position. Ich hoffe, er wird gegen AUgsburg wieder dort aufgeboten. Aktuell ist er für uns möglicherweise dort wertvoller.

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