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Spürbar angeknackst: Den Finger „in einigen Wunden“

Der 1. FC Köln will spürbar anders sein. Nun bekommt er sein Motto aktuell regelmäßig um die Ohren gehauen. Denn sportlich läuft es im Vergleich zu den letzten vier Jahren tatsächlich spürbar anders. Das Selbstvertrauen ist mindestens angeknackst, die viel beschworene Ruhe wird strapaziert.

Köln – Die Fans richteten ihre Worte deutlich in Richtung Vereinsbosse: „1. FC Köln – Für Euch eine Marke, für uns ein Lebensgefühl!“, war auf einem Banner in der Südkurve am Mittwoch gegen Eintracht Frankfurt zu lesen. Die Entfremdung zwischen den Südkurve-Gängern und der Klubführung tritt immer offener zutage, da half auch das große Lob von Stadionsprecher Michael Trippel in Richtung der vielen tausend fröhlich feiernden London-Fans nichts.

Der Faktor Vertrauen ist unser großes Plus

Die sportliche Lage überschattet alles andere beim Effzeh, doch dass auch anderswo knackt, macht sich auch in der Mannschaft bemerkbar. Es wäre nicht das erste Mal, dass Probleme im Verein die Stimmung auch in der Kabine drücken würden. Ein Phänomen, das nicht nur im Fußball zu beobachten ist: Sportliche Talfahrten begannen schon früher beim FC und anderswo in anderen Abteilungen und zwischen anderen Protagonisten, ehe sie die Mannschaft erreichten und auch dort für Unruhe sorgten.

Für Peter Stöger ist es deshalb wichtig, die Situation beim Effzeh schon seit vier Jahren zu kennen. „Wenn ich erst ein halbes Jahr hier wäre, würde es sich als verzwickte Situation anfühlen“, sagte der FC-Coach vor dem Spiel am Sonntag in Hannover. „Jetzt ist es auch nicht leicht, aber ich weiß, auf wen ich mich verlassen kann, kenne den Charakter der Mannschaft, weiß, dass der Faktor Vertrauen bei uns noch immer sehr hoch gehängt wird. Wenn das nicht mehr gegeben wäre, würde es schwierig. Aber da gibt es bei uns keine Veränderung. Das ist unser großes Plus.“

Keine Diskussion um Stögers Position

Stöger verlässt sich auf das, was ihn und sein Trainerteam in der Vergangenheit immer ausgezeichnet hat: auf das Händchen im persönlichen Umgang mit den Spielern. Auch jetzt, nach null Punkten in der Bundesliga und sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Folge, ist es daher nicht verwunderlich, warum es noch immer kaum negative Töne aus der Kabine gibt. Die Lage ist zwar allen Spielern inzwischen bewusst, doch während sich andere Teams bei anderen Vereinen längst gegen den Trainer positioniert hätten, stehen die FC-Profis voll hinter dem Trainerteam.

Weiterlesen: „Alle müssen sich im Klaren sein, dass es eine prekäre Situation ist“

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