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Kommentar: Großes Vertrauen in Vehs Aufstiegsversprechen


So recht daran glauben wollte Armin Veh im Februar 2018 noch nicht, als sein Bauchgefühl ihm plötzlich sagte, einige Spieler beim 1. FC Köln könnten anders ticken als viele andere Profis. Der neue Sportchef wusste aber gleichzeitig, dass er den Leistungsträgern etwas würde bieten müssen, um sie auch im Abstiegsfall zu halten. Das hat er getan – und die Spieler zahlen es mit ihrem Verbleib  zurück. Jetzt müssen beide Seiten liefern.

Köln – Natürlich ist ganz viel Romantik im Spiel. Ein deutscher Nationalspieler geht mit seinem Klub lieber in die Zweite Liga, anstatt mit größeren Vereinen und mit noch viel mehr Geld auf dem Konto auf Titeljagd zu gehen. Einer der vielversprechendsten Torhüter trifft die gleiche Entscheidung, und man glaubt Timo Horn sofort, dass er nichts lieber tut als bei seinem Herzensverein zu bleiben. Jonas Hector und Timo Horn stehen für den 1. FC Köln wie sonst vielleicht nur noch Marco Höger und Marcel Risse.

Viel Romantik, aber auch ein Geben und Nehmen

Dennoch gehört auch zur Wahrheit, dass sich hinter dieser emotionalen Bindung auch sportliche und wirtschaftliche Interessen verbergen. Der Deal ist einfach: Der 1. FC Köln zahlt Jonas Hector und Timo Horn mehr Geld als ursprünglich vereinbart für eine Saison in Liga zwei. Dafür sollen beide entscheidend zum sofortigen Wiederaufstieg beitragen. Eine klassische Win-Win-Situation, die Armin Veh mit den Spielern und deren Beratern ausgehandelt hat. Wer außergewöhnliches Niveau im Kader haben will, muss auch außergewöhnlich zahlen – und dass beide Profis für die Zweite Liga über ein solch besonderes Level verfügen, ist unbestritten.

Horn und Hector garantieren zwar nicht den sofortigen Wiederaufstieg, lassen ihn aber um einiges wahrscheinlicher erscheinen – wodurch der FC wiederum attraktiver für andere Spieler wird. Und dabei sollte man nicht Marco Höger und Marcel Risse vergessen, die beiden gebürtigen Kölner, die ebenfalls bleiben, allerdings ohne ihre Verträge zu besseren Konditionen zu verlängern. Sie wissen, dass der FC ihnen weiter vertraut. Beide haben schon um ihre Karrieren gebangt. Der Klub gibt den Spielern also durch die bestehenden Verträge die Sicherheit für die Zukunft, Höger und Risse sollen und wollen es dem Klub mit einer besseren sportlichen Zukunft – der Hilfe beim Wiederaufstieg – zurückzahlen. Ein Geben und Nehmen.

„Wenn es passt“: Der Wiederaufstieg gibt den Ausschlag

Alle Vereinbarungen basieren auf einem Versprechen von Armin Veh, das er den Spielern gegeben hat und das Timo Horn am Donnerstag betonte: „Ich bin völlig überzeugt, den direkten Wiederaufstieg zu schaffen“, sagte der 24-Jährige und ließ damit keinen Zweifel, dass für ihn nur der direkte Weg zurück in die Bundesliga zählt. „Ich hatte mich von Anfang an dazu entschlossen, diesen Weg mit dem FC weiterzugehen, wenn es passt.“ Und es passte, denn Veh versprach, dass nur der sofortige Wiederaufstieg das Ziel sein könne. Dafür werde er alles tun. „Die Gespräche mit Armin Veh und Alex Wehrle waren sehr gut. Deswegen bleibe ich hier, um den FC langfristig wieder in der Bundesliga zu etablieren.“

Horn, Hector und Höger betonten allesamt, mitunter lukrative Angebote anderer Klubs abgelehnt zu haben. Sie haben sich zum FC bekannt, identifizieren sich mit ihrem Klub, wie es nur wenige Profis in der Bundesliga tun. Sie verzichten auf viel Geld, ohne die Sicherheit zu haben, tatsächlich sofort wieder aufzusteigen. Doch sie wissen, dass sie es selbst in der Hand haben. Veh muss nun sein Versprechen einlösen und einen aufstiegsfähigen Kader schmieden. Dann müssen die Spieler korrigieren, was sie in dieser Saison selbst verbockt haben. Denn auch darin liegt ein Stückchen Wahrheit. Der verursachte Abstieg gehört genauso zum Deal wie die Verpflichtung, sofort wieder aufzusteigen.

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