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Erster Dämpfer: Bonn fügt Anfang erste FC-Pleite zu

Der 1. FC Köln hat sich im zweiten Testspiel der Vorbereitung auf die Zweite Liga blamiert. Beim Regionalligsten Bonner SC verloren die Geissböcke mit 0:1 (0:0) und konnten sich nach einer schwachen Leistung kaum über das Ergebnis beschweren.

Aus Bonn berichtet Marc L. Merten

Ausgangslage

Der Effzeh musste in Bonn nicht nur auf Jonas Hector (Urlaub), Marco Höger (Schulter-OP) und Milos Jojic (Adduktorenprobleme) verzichten. Auch Jhon Cordoba (Grippe) und Niklas Hauptmann (Schlag aufs Sprunggelenk) fehlten kurzfristig. Dennoch hätte Markus Anfang wohl eine deutlich bessere Leistung sehen wollen als das, was seine Spieler auf den Rasen brachten. Wegen der WM 2018 in Russland stand das Spiel unter dem Einfluss der starken Sommerhitze: Das Spiel um 13 Uhr anzupfeifen, stellte sich schnell als Schnapsidee heraus.

Moment des Spiels

Gerade war das 0:1 gefallen, als Christian Clemens über rechts in den Strafraum lief. Sein Pass an Torhüter Martin Michel vorbei erreichte Sehrou Guirassy. Der Franzose hätte den Ball nur noch ins leere Tor schießen müssen. Doch ein Bonner grätschte in letzter Sekunde dazwischen und parierte den Schuss des FC-Stürmers für seinen Keeper.

Die wichtigsten Szenen der Partie

Der beste Mann des Spiels eröffnete die Partie: Bonns David Bors narrte in der fünften Minute Lasse Sobiech und verfehlte mit seinem Linksschuss nur knapp das Tor von Timo Horn. Erst nach 20 Minuten blitzte kurz auf, dass mit dem 1. FC Köln eine zwei Ligen bessere Mannschaft in den Sportpark Nord gereist war. Erst scheitert Salih Özcan frei vor Martin Michel am BSC-Keeper. Drei Minuten später trifft Marcel Risse nach Hacken-Vorlage von Louis Schaub nur die Latte. Und wieder nur drei Minuten später hätte Özcan per Kopf das 1:0 erzielen können, scheiterte aber erneut an Michel. Auf der Gegenseite war es Daniel Somuah, der sich auf rechts viel zu leicht gegen Frederik Sörensen durchsetzen konnte, in die Mitte spielte, dort Bors fand und der mit seinem Schuss am Lattenkreuz scheiterte. Horn wäre chancenlos gewesen. Glück für den FC – es ging torlos in die Kabine.

Nach der Pause kam der FC zunächst unverändert aus der Kabine. Chris Führich und Sörensen kamen zu ersten Möglichkeiten, ehe ein Somuah-Schuss aus 22 Metern auf der anderen Seite am Pfosten landete. Als Markus Anfang nach einer Stunde alle Feldspieler durchwechselte, dachte man, es würde nun eventuell besser. Doch nur eine Minute später traf der Japaner Shunya Hashimoto aus 20 Metern mit einem satten Flachschuss zur Bonner Führung. Und die war durchaus verdient, denn in der Folge hatten die Bonner ebenso gute Möglichkeiten zum 2:0 wie die Geissböcke zum Ausgleich. Auf Kölner Seite vergab Guirassy nur eine Minute nach dem Führungstor und noch einmal zehn Minuten später mit einem Schuss aus zehn Metern. Den Schlusspunkt unter das schwache FC-Spiel setzte Simon Zoller, der freigespielt auf halbrechter Position am bärenstarken Michel im BSC-Tor scheiterte.

Fazit

Der 1. FC Köln hat sich in seinem zweiten Testspiel der Saison wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Schwere Beine können es nicht gewesen sein nach einem freien Tag am Mittwoch, zwei Einheiten am Donnerstag und einem Training am Freitag. Die Temperaturen am Samstagmittag galten für beide Teams gleichermaßen, insofern müssen sich einige FC-Profis hinterfragen, wie eine derart schwache Leistung zustande kommen konnte. Freilich sind es noch vier Wochen bis zum Saisonstart, doch Bonn beginnt nur eine Woche früher in der Regionalliga. Ein Zwei-Klassen-Unterschied war am Samstag im Sportpark Nord nicht auszumachen. Im Gegenteil: Die Teams agierten auf schwachem Niveau auf Augenhöhe, der Bonner Sieg war an diesem Tag kein Zufall.

Tore

1:0 Hashimoto (62.)

So spielte der Effzeh

Bis zur 60. Minute: Horn – Schmitz, Sobiech, Sörensen, J. Horn – Nartey – Risse, Schaub, Özcan, Führich – Terodde

Ab der 60. Minute: Horn – Bader, Meré, Czichos, Bisseck – Lehmann – Clemens, Koziello, Zoller, Handwerker – Guirassy

18 Kommentare
  1. Ostfriesenhennes says:

    Spiel via fc tv geschaut, Spiel erinnerte stark an die Spiele des letzten Sommers in der Vorbereitung, hätte ich mir das bloß nicht angetan, jetzt sind wieder zweifel da! keiner auf außen der 1 gg 1 kann, vorne drin ein laues Lüftchen! Will jetzt aber auch keine panikmache

  2. Horst Simon says:

    Ganz schlechtes Spiel.
    Behäbig, kein Tempo, keine Bewegung vorne, kein Spieler mit Torgefahr, schlechte Pässe, Spieler ohne Biss. Tempo brachten teilweise Führich und Handwerker.
    Es wurde wie im vergangenen Jahr
    viel zu häufig nach hinten gespielt.
    So wird das nichts mit dem Aufstieg.

    • Rolf Moersch says:

      Ich erinnere mich an die Saison 89/9o. Der Effzeh war auf Stürmersuche und hat das Wettbieten um Flemming Polvsen aufgenommen und gewonnen. Was für eine Saison hat dieser Mann beim Effzehfür eine Saison gespielt.
      Jetzt werden Spieler auf LA eingesetzt, die dort nicht hingehören, was man anders haben könnte. Hoffentlich erleben wir in Köln nicht ein zweites Kaiserslautern.
      Die Wortspiele mit noch und Zeit beunruhigen mich. Bochum ist in vier Wochen, oder haben wir das Spiel schon abgeschenkt?

  3. Juergen Lex says:

    Früher machte man immer und immer wieder torschusstraining oder am Pendel. Heute ANLAUFEN BALL FESTMACHEN, NACH HINTEN RENNEN UND RÄUME DICHTMACHEN usw. Dann irgendwann stehen sie vor dem Tor und kacken sich in Die Hose. Von den Chancen heute hätte Modeste ALLE gemacht. Hab son Hals. Vorbereitung hin oder her, so eine Vorstellung braucht kein Mensch……

  4. OlliW says:

    Na mal sehen, ob es morgen besser wird. Oder überhaupt. Schlimme Erinnerungen werden wach. Während der mit HSV 10:0 seine Testspiele gewinnt… Eine Momentaufnahme, klar. Aber trotzdem kann das eigentlich nicht sein!

  5. Paul says:

    Als bei Bayern ein gewisser Trainer names Pep ein neues System spielen lies, dauerte es auch monatelang, bis die Spieler es kapiert hatten. Es gibt jetzt keinen Grund, in Panik auszubrechen. Aber eines steht fest: Der Kader ist noch nicht komplett, weil sich im Sturm kaum etwas getan hat, und dort lag die Ursache für den Niedergang. Cordoba wird kein Gerd Müller, nur weil er einen Dolmetscher hat!

    • Bernd Müller says:

      Lieber Paul,
      danke für Deinen sinnvollen Kommentar: Heute kann ich Dir im Großen und Ganzen zustimmen, auch wenn Cordoba nicht dabei war, denke ich
      ebenfalls das der kein Torjäger mehr wird, uns mit seiner Wucht die er auf den Platz bringen kann dennoch in der 2. Liga helfen kann.

  6. Hans-Jörg Fischer says:

    Markus Anfang wird im Express zitiert: „Es ist eher so, dass die Spieler vielleicht noch soviel denken und das deshalb etwas langsam wirkt. Da muss man Geduld haben. Wir können das jetzt den Jungs zeigen, was wir falsch gemacht haben und können gegen Wuppertal schon wieder zeigen, was wir gelernt haben.“
    Die entscheidende Frage wird sein, ob die „Jungs“ es bis zum 04.08. gegen Bochum schaffen das „Anfang-System“ quasi im Schlaf abzurufen.
    Leichte Zweifel daran dürften allerdings angebracht sein.
    Stellt Euch also schon mal darauf ein, dass es nach den ersten Spielen zum Saisonstart evtl. weniger Punkte auf der Habenseite geben wird, als erwartet und vor allem als es wünschenswert wäre.

  7. erwin schaub says:

    Anfang ist sicherlich ein guter Trainer aber es wird nicht möglich sein in der kurzen Zeit mit dem neuen System Punkte zu holen. Es wird im Dezember lange Gesichter geben. Mit dieser Truppe ist Platz 5 bis 9 möglich, mehr nicht. Es fehlt ein guter Außenstürmer und einer der die Tore schießt. Wenn man so lieblich weiter träumt wie in der vorigen Saison wird es viele Zweitligajahre am Stück geben.
    Als ich letztes Jahr im Juli schrieb wer soll die Tore machen ohne Modeste wurde mir arrogant zurückgeschrieben:
    Die Stürmer! Das Ergebnis kennen nun alle.

  8. Anti Raute says:

    Es geht schon wieder los, wegen einem verlorenen TESTSPIEL??? Sicher, hat der Effzeh heute nicht toll gespielt, aber in der Vorbereitung zu diesem Zeitpunkt darf und kann das noch gar nicht der Fall sein. Ziel der Vorbereitung ist es, dass die Mannschaft zu SAISONBEGINN top fit und auf nahezu 100% der Stärke ist. Dass der Effzeh das diese Saison nicht erreichen wird, dafür braucht man kein Prophet zu sein. Erstens haben wir einen größeren Umbruch hinter uns und zweitens einen neuen Trainer, der auch noch ein neues System einführt. Das muss man berücksichtigen, dass es zu Beginn einige Punkte kosten wird, sich aber am Ende der Saison auszahlen kann. Die Folgerung: holpriger Start zieht sich bis zum Ende der Saison durch Platz 5-9 ist nur Tiefstapelei. Man muss die Ruhe bewahren und den Trainer nicht abschreiben, bevor der Effzeh das erste Pflichtspiel bestritten hat. Vielleicht helfen einige Testergebnisse den Verantwortlichen zu zeigen, dass man personell noch nachbessern muss, dass dieses Team nicht ausreicht, um sicher den Aufstieg zu schaffen. Aber eines ist doch auch klar, auch mit dieser Truppe muss man um Platz 1 und 2 mitspielen, denn die Konkurrenz ist auch nicht besser, ganz im Gegenteil.

    Vergleiche zur letzten Saison helfen nicht weiter, da wir in einer anderen Liga spielen. In Liga 2 kommt es auch auf andere Dinge an als in Liga 1. Die meisten Erstligisten hätten in Liga 2 auch Probleme, auch wenn sie bessere Kader haben, muss man dies in Liga 2 anders auf den Platz bringen als in Liga 1. Der Effzeh muss in Liga 2 agieren und nicht wie in Liga 1 reagieren, was viel schwerer wird, da viele Teams in Liga 2 von einem Punkt gegen den Effzeh träumen und zu Beginn des Spieles 2 Busse vor das eigene Tor parken und mit langen Bällen den einen Stürmer suchen werden. Das ist alles absehbar und ich hoffe darauf, dass Anfang mit seinem System dieses Bollwerk knacken kann. In Kiel hat es hervorragend funktioniert, wir haben gegenüber Kiel bessere Spieler und warum soll es bei uns nicht auch funktionieren? Aber es wird Zeit brauchen, mich würde ein Mittelfeldplatz Mitte Oktober nicht wundern, wenn aber zu sehen ist, dass das Anfang System greift, dann muss man diesen Weg gehen.

    Den Namen Modeste lese ich hier sehr ungern, denn der ist Geschichte. Dieter Müller, Klaus Allofs oder Tony Woodcock hätten die Zoller/Guirassy Chancen auch alle rein gemacht, aber auch diese Spieler sind FC Historie.

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