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Fehlstart: Effzeh enttäuscht gegen fleißige Berliner


Der Fehlstart in die Rückrunde für den 1. FC Köln ist perfekt. Erst die 2:3-Niederlage am 18. Spieltag gegen den VfL Bochum vor Winter, nun erneute 0:2-Pleite in Berlin, bei der die Kölner Effektivität und Zielstrebigkeit haben vermissen lassen.

Aus Berlin berichtet Jonas Klee

Es war alles für ein Topspiel angerichtet. Donnerstagabend zur besten Sendezeit empfing die aufgeheizte „Alte Försterei“ in Berlin die Zweitplatzierten aus Köln.

Ausgangslage

Rafael Czichos, hinter dem lange ein Fragezeichen stand, startete ebenso wie Dominick Drexler. Zwei richtungsweisende Spieler für eine richtungsweisende Partie – der Zweite gegen den Vierten, ein wahres Sechs-Punkte-Spiel. Mit einem Sieg würden sich die Kölner zum ersten Mal richtig absetzen und den Druck auf die erstplatzierten Hamburger weiterhin hochhalten. Union wittert jedoch die Chance, sich ebenfalls in den Top-4 festzusetzen. Es war übrigens auch das Spiel der besten Offensive (Köln 47 Tore) gegen die beste Defensive (Union 15 Gegentore).

Moment des Spiels

Der Minutenzähler hatte noch keine halbe Umdrehung hinter sich, da war es schon passiert: Marcel Hartel traf nach 25 Sekunden nicht nur sehenswert per Fallrückzieher, sondern auch mitten ins Herz der Kölner. Markus Anfangs Planspiele waren über den Haufen geworfen. Union Berlin konnte den Kölnern in der Folge quasi 90 Minuten lang den Ball überlassen und sich gemütlich auf die Arbeit gegen die Kugel  konzentrieren.

Die wichtigsten Szenen

Es hatten noch nicht mal alle Zuschauer ihren Platz im Stadion gefunden, da stand es bereits 1:0 für Union Berlin. Mit einem sehenswerten Fallrückzieher nach gerade mal 25 Sekunden traf der Ex-Kölner Marcel Hartel über Timo Horn hinweg zur Führung. Diese spielte den Berlinern natürlich perfekt in die Karten: Sie stellten sich im 4-3-3 mit Felix Kroos als Zehner auf, somit gab es auf dem Feld quasi zehn Manndeckungen. Kroos folgte Johannes Geis auf Schritt und Tritt, die drei Stürmer Hartel, Polter und Abdullahi machten es ihm bei den Innenverteidigern gleich. Dabei lieferten die Hauptstädter angesichts der angenehmen Ausgangssituation nur selten den Anschein, als wollten sie den Ball haben: Ihr Aufbauspiel bestand aus langen Bällen, Köln sollte das Spiel dominieren – schaffte dies aber nicht erfolgsversprechend, trotz zwischenzeitlich 75% Ballbesitz und kaum Ertrag. Sie wirkten genervt mit dem Ball, unkonzentriert gegen den Ball. Vor allem bei Standards kamen die Unioner immer wieder zu Chancen und in der 30. Minute nach einem Freistoß aus dem Halbfeld durch Florian Hübner auch zum 2:0. Einzig und allein Drexler konnte sich der Manndeckung von Grischa Prömel immer wieder entziehen, Tiefe kreieren, kam in der 22. und 45. Minute zu guten Torchancen, legte zudem in der 40. Minute die größte Köln-Chance durch Terodde vor.

In der zweiten Halbzeit das identische Bild: Union war, wenn überhaupt, nach Standards gefährlich, Köln dafür komplett überlegen, aber kaum zwingend. Nicht mal nach der Gelb-Roten Karte gegen Unions Linksverteidiger Ken Reichel konnte der FC die nun auch numerische Überlegenheit verwerten. Anfang probierte viel, brachte Clemens für Risse, stellte Kainz auf die Acht, nachdem Jannes Horn für Niklas Hauptmann kam. Der Ertrag war kläglich, Cordoba hatte in der 80. Minute die einzige Chance. Union blieb über 95 Minuten darauf bedacht, hinten dicht zu halten und vorne den Ball gen Eckfahne zu treiben.

Fazit:

Zum Freuen: Wenig.

Zum Ärgern: Die eklatante Standardschwäche.

Mann des Tages: Keiner. Selbst der in der ersten Halbzeit auffällige Drexler verblasste im Verlauf des Spiels mehr und mehr.

Aufstellung

Horn – Schmitz (80. Sörensen), Meré, Czichos – Risse (62. Clemens), Geis, Kainz – Drexler, Hauptmann (67. Horn) – Cordoba, Terodde

Tore

1:0 Hartel (1.), 2:0 Hübner (30.)

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