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Internationale Bühne: Jorge Meré zwischen EM und FC

Jorge Meré will mit der spanischen U21 bei den Europameisterschaften in Italien und San Marino eigentlich den Titel holen. Doch der Innenverteidiger des 1. FC Köln und einstige Kapitän der Furia Roja bangt um den Einzug ins Halbfinale. Dabei will der 22-Jährige sich bei seinem letzten Turnier für die U21-Nationalmannschaft noch einmal international präsentieren.

Bologna – Die Ausgangslage für Spanien ist klar: Im letzten Spiel der Gruppe A gegen Tabellenführer Polen braucht die spanische U21 einen Sieg. Andernfalls droht das vorzeitige und überraschende Aus für einen der Titelfavoriten. Nachdem es vor zwei Jahren eine Finalniederlage gegen Deutschland gegeben hatte, sollte es nun für den großen Wurf reichen. Am Samstagabend um 21 Uhr müssen sich Meré und die Furia Roja aber erst einmal strecken, um die K.o.-Phase zu erreichen.

Nicht nur für Spanien, sondern auch für Meré persönlich ist die EM ein wichtiges Turnier. Der Innenverteidiger war in der letzten Saison in der deutschen Zweiten Liga verschwunden und damit in seiner Heimat praktisch unsichtbar geworden. Mit seinem Wechsel in die Bundesliga hatte er sich eigentlich den nächsten Schritt versprochen, um sich über den FC in Richtung A-Nationalmannschaft zu entwickeln. Der Abstieg machte einen Strich durch die Rechnung, und so ist das EM-Turnier in diesem Sommer die erste Chance, sich wieder etwas ins Rampenlicht zu spielen.

EM als Bewerbungsschreiben

Gleichzeitig sind es Merés letzte Auftritte für die U21, für die er als 22-Jähriger ab der kommenden Saison zu alt wird. Bleiben wird lediglich die Plattform Köln, die sich jedoch immerhin ab August wieder in der Bundesliga darstellen wird. Ein Sommer-Wechsel, viel diskutiert und doch höchst unwahrscheinlich, dürfte sich alleine schon deswegen zerschlagen, weil kaum ein Klub in der Lage wäre, die 30-Millionen-Euro-Ablöse im Vertrag des Spaniers zu zahlen. In seinem Heimatland gäbe es praktisch nur drei Klubs, die liquide genug wären für einen Transfer in dieser Größenordnung (Real, Barca, Atletico), für die englische Premier League scheint der eher filigrane Meré weniger gemacht, und auch in Italien wachsen finanziell nur für wenige Klubs die Geldbäume in den Himmel. Und so kann sich der FC recht sicher sein, dass der Innenverteidiger auch in der kommenden Saison für die Geissböcke spielen wird.

Das hatte Meré, seiner Situation wohl bewusst, auch schon angekündigt. Und doch bleibt die EM für den Spanier von großer Bedeutung. Es gibt einen Titel zu gewinnen. Vor allem aber gibt es die Chance, ein Bewerbungsschreiben für den nächsten Nationaltrainer abzugeben, der auf den gerade erst zurückgetretenen Luis Enrique folgen wird. Sein Nebenmann in der Innenverteidigung der spanischen U21 ist übrigens ein Spieler, der es über die Bundesliga bereits zu Real Madrid geschafft hat: Jesus Vallejo ließ sich von den Königlichen über Saragossa nach Frankfurt ausleihen, ehe er zu Real zurückkehrte und dort am Ende der letzten Saison erstmals über einen längeren Zeitraum zum Einsatz kam.

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