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Hector in der Nachspielzeit: Effzeh punktet auf Schalke


Die Pleiten-Serie des 1. FC Köln ist beendet. Beim FC Schalke 04 konnten die Geissböcke sich kurz vor Schluss für eine kämpferische Vorstellung belohnen und ein 1:1 (0:0)-Unentschieden mitnehmen. Jonas Hector traf in der Nachspielzeit nach einem letzten Eckball für die Gäste.  

Aus der Veltins-Arena berichtet Marc L. Merten

Die Bundesliga erlebt in dieser Saison bislang skurrile Kräfteverhältnisse: An den ersten sieben Spieltagen gewannen die Auswärtsteams häufiger als die Heimmannschaften. Dass der 1. FC Köln am Samstagabend auf Schalke antrat, war daher ein gutes Omen. Nach drei Niederlagen in Folge und gleichzeitig vier Schalker Siegen in Serie kam den Geissböcken jede gute Neuigkeit gelegen, um auf etwas Zählbares bei jenem Team zu hoffen, das mit einem Sieg gegen den FC an die Tabellenspitze springen konnte. Der FC wiederum wollte sich mit mindestens einem Punkt etwas Luft in der Krise verschaffen.

Ausgangslage

Dafür drehte Achim Beierlorzer am ganz großen personellen Rad. Sechs Wechsel zum Hertha-Spiel vollzog der FC-Coach. Simon Terodde stürmte für Anthony Modeste, Louis Schaub kam für Jhon Cordoba, und so stellte Beierlorzer auf ein 4-2-3-1 um – mit Jonas Hector neben Ellyes Skhiri. Der Nationalspieler rückte für Marco Höger ins Zentrum, sodass Noah Katterbach zu seinem Profi-Debüt kam. Der 18-Jährige stand überraschend in der Startelf und symbolisch für den personellen Mut, den Beierlorzer zeigte. Darüber hinaus kehrten Rafael Czichos und Kingsley Ehizibue für Jorge Meré und Benno Schmitz in die Startelf zurück. „Man muss Vertrauen in seine Startelf haben“, sagte Beierlorzer vor dem Anpfiff bei Sky. „Das hatten wir in den letzten Wochen.“ Aber gegen Schalke brauche es die laufstärksten Spieler von Beginn an. „Ich rücke von keinem Spieler ab. Wir bleiben bei unseren Prinzipien. Wir wollen weiter aktiv spielen, aber in einem engeren Raum.“ So lautete die Aufgabe gegen Schalke.

Moment des Spiels

Anthony Modeste ärgerte sich. Er hatte gerade in der Nachspielzeit den Ausgleich vergeben. Alexander Nübel hatte mit einer weiteren Klasseparade dem Franzosen seinen zweiten Saisontreffer verwehrt. Doch dann folgte der letzte Eckball für den FC. Florian Kainz gab den Ball auf den ersten Pfosten herein, Jonas Hector kam herbei und köpfte das Leder doch noch zum Ausgleich für die Geissböcke. Es war der ersehnte Treffer und Ausgleich nach einer kämpferischen Vorstellung auf Schalke.

Die wichtigsten Szenen

In der ersten Halbzeit gelang das den Geissböcken von der ersten Minute an. Der FC zeigte sich konzentriert, defensiv kompakt, war nah an den Gegenspielern und suchte über Tempogegenstöße den Weg nach vorne. In der 22. Minute hätte dieser Einsatz belohnt werden müssen. Über Katterbach und Schaub gelangte der Ball zu Florian Kainz, der mit einer butterweichen Flanke auf den langen Pfosten den heranrauschenden Ehizibue bediente. Der Rechtsverteidiger hatte aus acht Metern das gesamte Tor frei vor sich, doch er köpfte ungedeckt den S04-Keeper Alexander Nübel an. Das hätte das 1:0 für den FC sein müssen. Auf der Gegenseite hatte Köln zehn Minuten später großes Glück, als Hector einen Schalker Freistoß mit dem Kopf verlängerte. Der Ball klatschte an den Pfosten. Darüber hinaus musste Timo Horn aber kaum einmal eingreifen, und so ging es mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Kabine.

Nach der Pause legte zunächst Schalke los wie die Feuerwehr, machte Druck und der FC musste sich mehrerer Angriffe erwehren. Die beste Chance hatte Guido Burgstaller (55.), doch er verpasste aus fünf Metern das Tor. Auf der anderen Seite meldete sich der FC nach einer Ecke wieder zu Wort, doch Terodde konnte den Ball aus sechs Metern nicht der Kopf im Tor unterbringen und scheiterte an Nübel (58.). Zwei weitere Male hatte Terodde den Ball auf dem Kopf, stand aber jeweils im Abseits. Und so kam es aus Kölner Sicht mal wieder so wie in den letzten Wochen. Schalke machte Druck und traf in der 71. Minute durch Suat Serdar zur Führung.  Bastian Oczipka hatte auf den langen Pfosten geflankt, wo der mitgelaufene Salif Sané den Ball quer an den anderen Pfosten köpfte, wo Serdar einschob. Kurz zuvor war Cordoba für Terodde gekommen, anschließend brachte Beierlorzer auch noch Modeste und Risse. Doch es schien nichts zu helfen. Der FC bekam keine Chancen mehr, Burgstaller traf kurz vor Schluss noch einmal den Pfosten. Das Spiel war praktisch aus. Bis Hector in der Nachspielzeit traf und Köln vor der vierten Niederlage in Folge bewahrte.

Fazit

Zum Freuen: Endlich wieder ein Tor – endlich wieder ein Punkt.

Zum Ärgern: Wieder nicht ohne Gegentor.

Stimmung: Schalke die Tabellenführung vermiest.

Mann des Tages: Willkommen in der Bundesliga, Noah Katterbach!

Aufstellung

Horn – Ehizibue (80. Risse), Bornauw, Czichos, Katterbach – Skhiri, Hector – Schindler, Schaub (78. Modeste), Kainz – Terodde (69. Cordoba)

Tore

1:0 Serdar (71.)
1:1 Hector (90.+1)

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