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Zwölf Jahre nach Bremen II: Wie weit kann Köln kommen?


Der 1. FC Köln ist zuletzt vor zwölf Jahren im DFB-Pokal an einem Regionalligisten gescheitert. Vor der Partie am Dienstag beim 1. FC Saarbrücken hoffen die Geissböcke auf eine souveräne Vorstellung und den Einzug ins Achtelfinale. Die letzten Niederlagen als klarer Favorit gab es zwischen 2007 und 2010 gleich in Serie.

Köln – Dirk Lottner dürfte nicht vergessen haben, wie es sich als Spieler des 1. FC Köln anfühlt, gegen einen unterklassigen Verein aus dem DFB-Pokal geworfen zu werden. Mit den Geissböcken unterlag der einstige Mittelfeldspieler im August 2000 dem damaligen Oberligisten 1. FC Magdeburg sensationell mit 2:5 in Runde eins. Es war eine der größten Pokal-Blamagen in der Kölner Vereinshistorie, die in der jüngeren Geschichte nur von der Niederlage beim Beckumer SV (1995) in den Schatten gestellt wurde.

Nun ist Lottner der Trainer des bevorstehenden Kölner Gegners in der zweiten Pokalrunde am Dienstagabend. Der 1. FC Saarbrücken spielt in der Regionalliga, ist als Viertligist krasser Außenseiter beim Bundesligisten. Alles andere als ein Sieg der Geissböcke wäre eine Sensation. Auch, weil der FC in den letzten Jahren gegen unterklassige Gegner meist souverän seine Pokal-Aufgaben absolvierte. Beim Zweitligisten Wehen Wiesbaden brauchte es in dieser Saison zwar das Elfmeterschießen. Zuvor jedoch ließ man acht Jahre lang in Runde eins nichts anbrennen. Auch die zweite Runde erwies sich zumindest mehrheitlich als lösbare Aufgabe, wenngleich mit größerem Kampf. So war bei Wormatia Worms (2012) und beim MSV Duisburg (2014) das Elfmeterschießen nötig.

Vier Pleiten gegen unterklassige Klubs in Folge

Die letzten Niederlagen gegen unterklassige Klubs gab es dagegen von 2007 bis 2010 gleich in Serie. 2010 war im Achtelfinale gegen den MSV Duisburg Schluss. Ein Jahr zuvor scheiterte man im Viertelfinale beim FC Augsburg in einem hitzigen Duell mit drei Platzverweisen für den FC. In den zwei Jahren zuvor scheiterte der FC gegen Mainz 05 in Runde zwei und 2007 bei Werder Bremen II in Runde eins. Die Pleite in Bremen ist bis heute die letzte Niederlage des FC im DFB-Pokal gegen einen Regionalligisten. Am Dienstag will die Mannschaft von Achim Beierlorzer dafür sorgen, dass dies so bleibt.

Doch die Geissböcke sind gewarnt. Lottner und der FCS sind heiß auf die Begegnung mit dem FC, strotzen als Tabellenführer der Regionalliga Südwest vor Selbstbewusstsein und setzen auf eine mögliche Nervosität der Kölner nach deren Ligapleite in Mainz. Der FC wiederum kann sich auf eine jüngere Erfahrung besinnen, als man im Testspiel in der vergangenen Länderspielpause beim Drittligisten Viktoria Köln mit 6:0 gewann und den durchaus motivierten Gegner nach Belieben dominierte.

Schwache Pokal-Bilanz der letzten 30 Jahre

Überhaupt war nach dem vermeintlichen Glückslos Saarbrücken in Runde zwei die Sehnsucht der FC-Fans nach einem Weiterkommen im DFB-Pokal noch einmal gestiegen. Nicht nur, dass die Geissböcke gute Chancen auf das Erreichen des Achtelfinales haben. Dort werden aufgrund der Auslosung mindestens vier Zweitligisten oder niederklassige Teams stehen, die als potentiell machbare Gegner für den FC in Frage kommen könnten. Nur zwei Viertelfinale, zwei Halbfinale und gar nur ein Finaleinzug in den letzten 30 Jahren – am Geißbockheim will man von nichts anderem als vom Spiel am Dienstagabend in Völklingen wissen. Doch ein Sieg beim FCS könnte nicht nur ein Katalysator für die Bundesliga sein, sondern auch das Schwungrad im Pokal für den FC in Bewegung setzen.

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