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Was soll auf dem FC-Wunschzettel für 2020 stehen?


Frohes, neues Jahr, liebe GEISSBLOG-User! Ein Jahreswechsel ist immer auch der Beginn für neue Vorsätze, Hoffnungen, Wünsche und einen Startschuss, um alte Gewohnheiten aufzubrechen. Auch für den 1. FC Köln ist das neue Jahr eine neue Chance. Welche Wünsche sollen sich für den Effzeh im Jahr 2020 erfüllen?  

Köln – Die Fans des 1. FC Köln haben ihren Wunsch für 2020 im letzten Heimspiel gegen Werder Bremen deutlich gemacht. „Liebes Christkind, zu Weihnachten wünsche ich mir…“ stand auf einem großen Transparent, welches nach gut einer Stunde am Zaun der Südkurve befestigt wurde. Darüber hielten die Fans ein Banner in die Höhe, welches ein FC-Trikot mit der Nummer 10 und Lukas Podolski zeigte. Ein klares Zeichen, dass sich die Fans ihre Vereinsikone nicht nur in repräsentativer Form, sondern als Spieler auf dem Platz am Geißbockheim zurückwünschen.

Podolskis Vertag bei Vissel Kobe läuft bekanntlich am 31. Januar 2020 aus. Der 34-Jährige wäre ablösefrei zu haben. Immerhin: Dem Kölner Stadt-Anzeiger bestätigte Sportchef Horst Heldt, mit Podolski in Kontakt zu stehen. Ein Treffen im Januar sei bereits anberaumt, wobei es dabei wohl eher um eine wirtschaftliche Kooperation mit Podolskis Döner- und Eis-Restaurants gehen soll. In welcher Form ein Engagement bei seinem Herzensverein möglich sein wird, könnte da aber zumindest mal angesprochen werden. Zuletzt schien eine Rückkehr als Spieler eher das Wunschdenken der Fans zu bleiben. Interesse an einer sportlichen Verpflichtung des Weltmeisters zeigten zuletzt eher Chicago Fire und Gornik Zabrze.

Was also stehen neben einer Rückkehr von Lukas Podolski zum FC auf den Wunschzetteln der Kölner Fans und Verantwortlichen?

Der Klassenerhalt

Über allem steht im Neuen Jahr der Klassenerhalt. Ein erneuter Abstieg würde den Verein finanziell im Mark treffen. Der teure Kader wäre in der Zweiten Liga eine Belastung, ein Umbruch wäre vonnöten, aber aufgrund der vertraglichen Situation vieler Spieler kaum zu bewerkstelligen. Die Verantwortlichen sind im vergangenen Sommer ein finanzielles Risiko eingegangen, um die Liga mit aller Macht zu halten. Sollte dieses Vorhaben scheitern, wäre dies ein großer Rückschlag für den noch gesunden Klub. Alexander Wehrle machte zwar klar, dass man einen weiteren Abstieg finanziell verkraften könnte. Doch ein Kraftakt wie in der letzten Zweitliga-Saison für den sofortigen Wiederaufstieg wäre schwieriger zu meistern als zuvor – bei deutlich stärkerer Konkurrenz. Damit der Klassenerhalt am Ende dieser Saison 2019/20 also gelingt, müssen am besten 20 Punkte und mehr auf dem Wunschzettel für die Rückrunde stehen. Nur dann könnten sich auch die getätigten Investitionen lohnen, damit Spieler wie Sebastiaan Bornauw oder Ellyes Skhiri ihren wahren Marktwert aufbauen können.

Geschlossenheit auf allen Ebenen

Seit dem Niedergang ab 2017/18 hat sich der 1. FC Köln nur noch selten als Einheit präsentiert. Innerhalb der Mannschaft stimmte es nur selten. Das offenbarten im Zweitliga-Jahr Geschichten wie die „Spitzel-Affäre“ um Markus Anfang und seine Kiel-Spieler oder der verbale Ausbruch von Dominick Drexler nach der Niederlage in Dresden („Das machen die Stars“). Achim Beierlorzer wollte die Zusammengehörigkeit wieder fördern, die alten Kräfte im Kader schienen aber zu stark. Erst seit Markus Gisdol beim FC im Amt ist und das Team mit drei Siegen aus der Englischen Woche neue Hoffnung schöpfen konnte, scheint ein Prozess der Veränderung innerhalb der Mannschaft in Gang gesetzt worden zu sein. In der entscheidenden Saisonphase könnte ein solcher Zusammenhalt zu einem wichtigen Faustpfand werden. Dafür muss sich dieser in 2020 aber erst einmal positiv weiterentwickeln.

Dazu kann der gesamte Verein beitragen. Die Machtkämpfe der letzten zweieinhalb Jahren haben den Klub viel Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Ruhe gekostet. Bis kurz vor Weihnachten gingen die internen Querelen weiter. Der Verein wird gut daran tun 2020 wieder an einem Strang zu ziehen und als Einheit aufzutreten. Dieses Ziel schrieb sich Geschäftsführer Horst Heldt mit Amtsantritt auf die Fahne, ebenso der neue Vorstand. Fans wie Mitarbeiter wünschen sich, dass dieses Ziel wieder gelebt wird. „Niemand ist größer als der Verein“, sagt Heldt. Nicht zuletzt durch seine Jubelläufe zeigte der 50-jährige, dass er für die Arbeit bei seinem Heimatverein brennt. Seine Aufgabe wird es sein, dieses Feuer im gesamten Geißbockheim zu entfachen und zu verbreiten.

Neuzugänge

Vom 1. bis zum 31. Januar hat das Transferfenster in der Bundesliga wieder geöffnet. Der FC hofft, sich mit zwei bis drei Spielern auf Leihbasis verstärken zu können. Verstärken ist dabei auch das entscheidende Stichwort, denn die Kölner brauchen Neuzugänge, die ihnen im Abstiegskampf auf Anhieb weiterhelfen können. Dafür richtet sich der Blick insbesondere auf den nationalen Markt, denn um sofort eine Verstärkung zu sein, müssen die neuen Spieler nicht nur fit sein, sondern die Bundesliga bereits kennen. Eine schwierige Aufgabe für die Verantwortlichen, doch gelingt Heldt ein Coup wie die Verpflichtung Mark Uths, könnten die Wintertransfers ein Signal für einen Neuanfang und einen Aufbruch in sportliche ruhigere Gewässer sein.

Kontinuität

Auch wenn der Klassenerhalt in dieser Saison über allem steht, reichen die Wünsche für 2020 darüber hinaus in die Spielzeit 2020/21 hinein. Denn mit dem Klassenerhalt kann es nur einen Wunsch geben: Kontinuität. Unter Jörg Schmadtke und Peter Stöger war das Gerüst beim FC solange stabil, solange man sich immer auf die Fahnen schrieb, der Klassenerhalt stünde über allem und sei das oberste aller Ziele. Dies vergaß man 2017 und schon stürzte der FC ab. Schafft es der FC in dieser Saison die Klasse zu halten, wird man nur mit der obersten Prämisse Erfolg haben, immer alles für den Verbleib in der Bundesliga zu tun – auf allen Ebenen. Andere Klubs wie Freiburg, Mainz, Frankfurt, Augsburg und Bremen schaffen es so seit Jahren in der Bundesliga zu bleiben. Markus Gisdol und Horst Heldt haben jeweils einen Vertrag bis 2021. Diese gelten jedoch nur für den Fall des Klassenerhaltes.

Nachwuchs und Frauen als wichtiger Teil des Klubs

Der Nachwuchs des 1. FC Köln feierte in der vergangenen Saison bereits zahlreiche Erfolge und konnte in der Hinrunde dieser Spielzeit daran anknüpfen. Herbstmeister in der U19, U17 und U16 – wann gab es das zuletzt? Sollten die Nachwuchsteams inklusive der wiedererstarkten U21 ihre überzeugenden Leistungen und vor allem individuellen Entwicklungen der Talente auch 2020 bestätigen können, dürften nicht nur weitere Titel realisierbar sein, sondern auch der größte Wunsch vieler FC-Fans in Erfüllung gehen: dass weitere Talente wie Katterbach, Jakobs oder Thielmann zu den Profis aufsteigen und eine neue Generation an Spielern bilden, mit denen sich die Anhänger identifizieren können und die eine potentiell erfolgreiche Phase in der FC-Historie einleiten können. Eine solche Entwicklung geht freilich nicht über Nacht und auch nicht alleine in 2020, doch die Grundlage dafür wurde 2019 gelegt.

Man darf auch gespannt sein, wie der 1. FC Köln weiter mit seiner Frauen-Bundesligamannschaft verfährt. Gelingt dem Team des künftigen Trainers Sascha Glass der Klassenerhalt? Dann könnte 2020 zu jenem Jahr werden, in dem der FC seine Liebe zum Frauenfussball erfährt und künftig dauerhaft in der Bundesliga vertreten sein will. Willi Breuer wird dafür kämpfen, so viel steht fest, wenn auch nicht mehr in erster Reihe. Doch alleine seinem Erbe zuliebe als langjähriger Trainer und erster Förderer des Kölner Frauenfußballs darf man hoffen, dass die Geissböcke den Klassenerhalt schaffen und sich in der ersten Liga etablieren. Der FC spricht gerne von seiner gesellschaftlichen Verantwortung in Köln. Da gehört ein Zeichen und Bekenntnis zum Frauenfussball dazu.

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