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Skhiri mit Rückenproblemen: Höger übernimmt Verantwortung


Knapp dreieinhalb Monate nach seinem letzten Einsatz stand Marco Höger am Sonntag beim 1:1 (0:0)-Unentschieden gegen den FC Augsburg wieder für den 1. FC Köln auf dem Platz. Zuletzt schien der Routinier nur noch die vierte Wahl im defensiven Mittelfeld der Geißböcke zu sein. Am Sonntag zeigte der 30-jährige jedoch, dass er immer noch liefern kann, was von ihm verlangt wird. 

Augsburg/Köln – Es war der erste Einsatz für Marco Höger seit dem 22. Februar. Zuletzt war der defensive Mittelfeldspieler beim 5:0 bei Hertha BSC in der Schlussviertelstunde eingewechselt worden. Überhaupt war Höger beim Spiel in Berlin zu seinen einzigen zwölf Spielminuten in der Rückrunde gekommen. Bei der 0:2-Niederlage am 8. Dezember 2019 bei Union Berlin hatte der 30-jährige zuletzt in der Startelf der Geißböcke gestanden, ansonsten seither nur noch zuschauen dürfen. Sowohl für Höger als auch für den FC war das Duell an der Alten Försterei der Tiefpunkt der aktuellen Saison gewesen.

Skhiri mit Rückenproblemen

Während sich Ellyes Skhiri und Jonas Hector unter Markus Gisdol auf der Doppel-Sechs zum unantastbaren Stamm-Duo entwickelten, schien Höger keine Rolle mehr zu spielen. Elvis Rexhbecaj wurde zur ersten Alternative im zentralen Mittelfeld. Zwar stand Höger außer zum Rückrundenbeginn immer im Kader, auf einen Einsatz musste der Routinier seither jedoch meist vergeblich warten. Umso mehr überraschte Markus Gisdol am Sonntag beim FC Augsburg mit der Einwechslung von Höger für den laufstarken Skhiri.

Dass das tunesische Laufwunder in Bayern nicht gänzlich fit war, merkte man früh in der Partie. Nur etwas mehr als fünf Kilometer spulte der 25-jährige im ersten Durchgang ab. Normalerweise hat der Mittelfeldspieler zu diesem Zeitpunkt bereits zwischen sechs und sieben Kilometern auf dem Tacho. Überhaupt wirkte Skhiri am Sonntag nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Woran das lag, erklärte Gisdol hinterher: „Ellyes schleppt seit einigen Tagen eine Verletzung mit sich herum, eine Verspannung im Rücken. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht ganz frei in seinen Bewegungen war. Deshalb habe ich mich in der Halbzeit entschieden zu wechseln.“ Normalerweise hätte man zu diesem Zeitpunkt mit dem ähnlich laufstarken Elvis Rexhbecaj gerechnet, ersetzte dieser doch bereits gegen Hertha und Hoffenheim Kapitän Jonas Hector auf der Sechs. Doch dieses Mal entschied sich Gisdol für den erfahrenen Marco Höger als Ersatz für Skhiri.

Höger liefert was von ihm verlangt wird

Dieser dankte es dem Trainer mit einer routinierten und abgeklärten Vorstellung. Mit seiner Hereinnahme schien der FC an Kompaktheit und Stabilität im Zentrum zu gewinnen und ließ im zweiten Durchgang wesentlich weniger Torchancen der Augsburger zu als noch in den ersten 45 Minuten. Gisdol lobte den Mittelfeldspieler nach der Partie und erklärte, er habe nach seiner Einwechselung genauso „gebrannt“ wie Anthony Modeste. Auch Sportchef Horst Heldt hob Höger explizit heraus. „Er war der Schlüssel in der zweiten Halbzeit und hat das hervorragend gemacht. Vor allem, wenn man bedenkt, wie wenig Spielzeit er in den letzten Monaten hatte.“

Zwar konnte der Sechser im Spiel nach vorne kaum Akzente setzen, doch Höger wusste genau, was er im Abstiegskampf einbringen musste und was zu seinen Aufgaben gehörte: Durch seine Ruhe am Ball und mehrere Ballgewinne im Mittelfeld schaffte er es, das Kölner Spiel zu beruhigen und half gleichzeitig bei hohen Bällen mit seiner Kopfballstärke. Umso unglücklicher für den Einwechselspieler, dass das vermeintliche Foul von Finnbogason an ihm in der 88. Minute nicht geahndet wurde. Während Höger an der Mittellinie liegen blieb und somit vor dem Strafraum fehlte, erzielte Philipp Max nach Frambeger-Flanke noch den Ausgleich. Nichtsdestotrotz bewies der Routinier am Sonntag, dass er nicht nur ein Platzhalter auf der Bank, sondern noch immer eine Alternative im Zentrum der Geißböcke sein kann.

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