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Einzelkritik der Saison: Blickpunkt Offensive


.36 Spiele in der Bundesliga und der Relegation liegen hinter den Spielern des 1. FC Köln. Kaum ein Profi der Geißböcke konnte dabei Konstant über die Saison sein Leistungsmaximum erreichen. Daher fallen die Einzelkritiken der Saison in den meisten Fällen auch eher durchschnittlich aus. Nach den Defensivspielern wirft der GEISSBLOG.KOELN nun einen Blick auf die Offensive.

Köln – Der 1. FC Köln hat praktisch eine gesamte Saison ohne Stürmer gespielt. Sebastian Andersson fehlte die meiste Zeit verletzt, genauso wie Anthony Modeste, der im Winter nach Frankreich flüchtete. Tolu Arokodare entpuppte sich schnell als nicht Bundesliga-tauglich und Emmanuel Dennis scheitere letztlich an seinem Charakter. Somit mussten andere – positionsfremde –  Spieler in die Bresche springen. Die 34 Tore in 34 Spielen (die drittschlechteste Bilanz) zeigen aber, dass dies ebenfalls nicht von Erfolg gekrönt war. Aber wer waren die Lichtblicke?

Jonas Hector

Wo wäre der FC in dieser Saison wohl ohne Jonas Hector gelandet? Und das, obwohl der Kapitän ein Drittel der Saison verletzt verpasst hatte. Die Spielzeit begann für den 31-jährigen am ersten Spieltag mit einem katastrophalen Fehler, der zum frühen 0:1 für Hoffenheim führte. Danach begann seine lange Verletztenmisere. Fand schließlich erst in der Rückrunde zu alter Stärke und rettete den FC mit überragenden Leistungen gegen RB Leipzig und den FC Schalke 04 in die Relegation. Dort insbesondere im Rückspiel ein Garant für den Kölner Erfolg. Auch wenn die Noten trotz dreifacher Bestnote in der Gesamtabrechnung nur Durchschnitt sind, gehörte Jonas Hector zur den absoluten Lichtblicken im Kader des 1. FC Köln.

GBK-Ø: 3,4 User-Ø: 3,1*

Elvis Rexhbecaj

Sprang lange Zeit als Hector-Ersatz in die Bresche und machte seine Sache ordentlich. Führte mit fünf Treffern sogar einige Zeit die Torschützenliste bei den Kölnern an und machte sich spätestens mit seinem Doppelpack in Gladbach unsterblich. Seither wollte der Leihgabe aus Wolfsburg aber nicht mehr viel gelingen. Bekam insgesamt zwei Mal die Bestnote, aber auch zwei Mal eine 5 und einmal die 6. Wird mit 30 Einsätzen im Gepäck nun zunächst nach Wolfsburg zurückkehren.

GBK-Ø: 3,8 User-Ø: 3,7

Marius Wolf

Kam als Leihgabe aus Dortmund und entwickelte sich schnell zum Führungsspieler und Lautsprecher auf wie neben Platz. In den Spielen konnte Wolf jedoch nicht immer überzeugen, was unter anderem daran lag, dass er unter Markus Gisdol allzu häufig als Rechtsverteidiger aushelfen musste. Doch auch in der Offensive wollte nicht immer alles gelingen, zwei Tore und drei Vorlagen sind eine durchschnittliche Bilanz für einen Flügelspieler. Allerdings immer mit einer vorbildlichen Einstellung und einer der wenigen Mentalitätsspieler beim FC.

GBK-Ø: 3,8 User-Ø: 3,6

Dimitris Limnios:

Über drei Millionen Euro zahlte der 1. FC Köln im vergangenen Sommer für Limnios. Eine Summe, die der Grieche nie zurückzahlen konnte. Insgesamt saß der Flügelspieler häufiger auf der Tribüne (14 Mal), als dass er auf dem Platz stand (zwölf). Dabei kommt Limnios nur auf 369 Bundesliga-Minuten und konnte bislang noch nicht andeuten, warum der FC ihn geholt hatte. Eigentlich müsste man den Spieler mit einer 5 bewerten. Da jedoch in den Einzelkritiken nur die Leistungen auf dem Platz zählen, kommt der 23-jährige noch vergleichsweise gnädig davon.

GBK-Ø: 4,1 User-Ø: 3,7

Ondrej Duda

Ondrej Duda schwankte in dieser Saison zwischen Genie und Wahnsinn. Könnte der Mittelfeldspieler sein Genie an 34 Spieltagen  zeigen, würde er wohl nicht beim 1. FC Köln spielen. Immer wieder streut der 26-jährige Spiele ein, in denen er komplett abtaucht. Mit sieben Toren und sechs Vorlagen war Duda dennoch der erfolgreichste FC-Spieler in dieser Saison. Das dürfte allerdings nicht daran liegen, dass er zeitweise als falsche Neun agieren musste. Seine stärksten Spiele hat der Slowake hinter der Spitze gemacht. Zwei glatte Einsen, aber auch fünf Fünfen sorgen am Ende für eine durchschnittliche Note.

GBK-Ø: 3,6 User-Ø: 3,4

Ismail Jakobs

Wäre Ismail Jakobs nicht so verletzungsanfällig, er hätte wohl mehr als 25 Spiele absolviert. Aufgrund der Verletzung von Florian Kainz agierte der gelernte Linksverteidiger in dieser Saison fast ausschließlich in der Offensive. Mit nur einem Tor und einer Vorlage erwies sich der 21-jährige aber als wenig effektiv vor dem gegnerischen Tor. Insbesondere im Spiel mit dem Ball hat das Eigengewächs noch Luft nach oben. Kassierte insgesamt vier Mal eine Fünf, hatte aber immerhin auch vier Mal die Zwei vor dem Komma.

GBK-Ø: 3,8 User-Ø: 3,6

Florian Kainz

Lange Zeit schien unklar, ob Florian Kainz in dieser Saison überhaupt ein Spiel für den FC würde machen können. Verletzte sich bereits in der Sommer-Vorbereitung und fiel damit bis ins Frühjahr aus. Hatte dann aber kaum Anlaufschwierigkeiten und knüpfte schnell an die Leistungen der Vorsaison an. Machte am Ende immerhin noch neun Spiele (ein Tor, zwei Vorlagen). Zwischenzeitlich zwar in einem Tief, das war angesichts der langen Pause aber nicht überraschend. Mit seinen beiden Vorlagen im Rückspiel gegen Kiel noch einmal ein entscheidender Faktor im Kampf um den Klassenerhalt.

GBK-Ø: 3,4 User-Ø: 3,2

Dominick Drexler

Eine schwierige Saison für den Mittelfeldspieler. Zwar an den ersten sechs Spieltagen gleich mit zwei Toren, trotzdem gehörte Drexler nie wirklich zum Kern der ersten Elf. Insgesamt mit nur elf Startelfeinsätzen und auch als Joker nie wirklich effektiv. Durch seine „Spacken“-Aussage vor dem Gladbach-Spiel zudem in Ungnade gefallen. Hat zwar von der GBK-Redaktion wie auch von den Usern nur zwei Mal eine Fünf kassiert, wirklich herausstechen konnte Drexler aber in keinem Spiel.

GBK-Ø: 3,9 User-Ø: 3,8

Jan Thielmann

Der Youngster scheint in der Bundesliga angekommen zu sein. Zwar stand der 19-jährige nur neun Mal in der Startelf, trotzdem wirkte der Offensivspieler deutlich gereifter und abgeklärter als noch in seiner Debüt-Saison. Konnte gegen den VfL Wolfsburg sein erstes Bundesliga-Tor erzielten und traf enorm wichtig im Hinspiel gegen Schalke in der Nachspielzeit zum Sieg. Im Rückspiel zudem mit der immens wichtigen Vorlage zum Treffer von Bornauw. In seinen insgesamt 26 Einsätzen wurde Thielmann im Schnitt sogar am besten von allen Angreifern bewertet.

GBK-Ø: 3,5 User-Ø: 3,3

Sebastian Andersson

Was für eine Seuchen-Saison des Schweden! Der Angreifer sollte den abgewanderten Jhon Cordoba ersetzen, musste die meiste Zeit aber verletzungsbedingt zuschauen. Am ersten Spieltag direkt mit seinem ersten Tor, verletzungsbedingt insgesamt aber 15 Spiele auf der Tribüne. Auch im Saisonendspurt war der Stürmer nicht wirklich fit, konnte kaum trainieren, stellte seine Torjägerqualitäten in der Regulation gegen Kiel aber mit zwei Treffern unter Beweis. Bekam in seinen 16 Einsätzen aber ganze fünf Mal die Fünf. Trotzdem: Wird Andersson fit, könnte er nächste Saison noch wichtig für den FC werden.

GBK-Ø: 3,9 User-Ø: 3,9

Anthony Modeste

Nur drei Mal rutschte Anthony Modeste in die GBK-Wertung. So selten stand der Franzose bis zu seinem Weggang nach Frankreich auf dem Feld. Die Bilanz dabei ist verheerend: Eine Fünf und zwei Sechsen gab es für seine Auftritte. Die Durchschnittsnote der User ist nur minimal besser, weil Modeste für seine Kurz-Einsätze (unter 20 Minuten) etwas bessere Noten erhalten hatte. In seiner Form war Modeste diese Saison keine Hilfe für den FC.

GBK-Ø: 5,7 User-Ø: 4,8

Tolu Arokodare

Die Leihgabe aus Lettland stand so selten auf dem Feld, dass die GBK-Redaktion nicht eine Note für den Angreifer vergeben hat. Nur 103 Minuten absolvierte der Angreifer für den FC, 19 Mal stand er gar nicht im Kader. Von den Usern gab es für die Kurz-Auftritte im Schnitt trotzdem die 3,4.

GBK-Ø: – User-Ø: 3,4

Emmanuel Dennis

Diese Leihe hat sich gar nicht ausgezahlt. Kam im Winter als Hoffnungsträger für den Sturm, sah sich selbst aber nie als Mittelstürmer an und schon gar nicht als Teil des Teams. Zeigte in seinem ersten Spiel noch gute Ansätze, konnte sich aber nie integrieren. Kein Wunder, dass der FC den Transfer inzwischen bereut. Wurde schließlich für das Quarantäne-Trainingslager gar nicht mehr berücksichtigt und hatte keinen Anteil am Klassenerhalt.

GBK-Ø: 4,7 User-Ø: 4,2

*Info: Die GBK-Redaktion hat pro Partie die Spieler benotet, die mindestens 20 Minuten auf dem Feld gestanden haben. Die User konnten auch für kürzere Einsatzzeiten Noten vergeben. 

7 Kommentare
  1. kalla lux sagte:

    Lässt man mal Modeste und Dennis aussen vor, so könnte man bei einem 3,xxx er Schnitt meinen der wäre Offensiv einigermaßen gut aufgestellt.
    Was aber bei 34 Toren und 352 Torchancen das bedeutet, wo wir auch gelandet sind.
    Am Ende der BL. Also sind die Notendurchschnitte in meinen Augen zu hoch gegriffen.
    Das ist meine Meinung und jeder sollte sich seine eigene bilden.(❁´◡`❁)

    moderated
  2. Max Moor sagte:

    Lieber Herr Merten @ Geissblog Team , wie kann man solche Noten geben wo der Verein fast weg war ? Bitte um Erklärung . Wenn man schon Noten verteilt dann richtig und ehrliche Analyse , Bitte ! Wenn Ich das hier lese dann glaubt man der FC hat die Saison auf PLatz 6 oder 8 abgeschlossen aber nicht auf Platz 16 mit Relegation

    moderated
  3. Kapbock sagte:

    Ich glaube, der Limnios wird hier auch nicht fairer behandelt wie vom Gisdol. Limnios Anfang beim FC war ja alles anders als ideal, und Gisdol hat him keine Gelegenheit gegeben zu zeigen was er kann. Gisdol willste ja auch Meré keine Chancen bitten. Als er das gezwungenerweise musste, stellte sich Meré als unserer bester Spieler raus, jedenfalls nach Noten.

    Gisdol hat einige Spieler versaut. Limnios könnter einer vonen jenen Spielern sein. Ich hoffe, Baumgart gibt ihm die Chance, sich zu beweisen.

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