Ein Jahr nach bitterstem FC-Moment: Waldschmidt fast auf Augenhöhe mit Top-Duo

Luca Waldschmidt jubelt über sein 2:1 gegen Darmstadt. (Foto: Bucco)
Luca Waldschmidt jubelt über sein 2:1 gegen Darmstadt. (Foto: Bucco)

Luca Waldschmidt schwingt sich auf, beim 1. FC Köln vom Bankdrücker zum entscheidenden Mann im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr zu avancieren. Inzwischen ist er Damion Downs und Tim Lemperle auf den Fersen.

Als Schiedsrichter Florian Heft am späten Samstagabend auf Elfmeter für den 1. FC Köln entschied, schnappte sich Luca Waldschmidt ohne große Umschweife den Ball. Der viel gescholtene Offensivakteur verwandelte diesen im Aufstiegsrennen so bedeutenden Strafstoß, als wäre es das Normalste der Welt – erzielte damit wie schon in der Vorwoche in Ulm den entscheidenden Treffer.

„Hätte Kainzi auf dem Platz gestanden, wäre er wahrscheinlich da gewesen“, sagte Waldschmidt später bezüglich der Elfmeter-Hackordnung, die durch Kainz‘ Auswechslung zur Pause außer Kraft gesetzt wurde: „Da er schon unten war, war ich mir relativ sicher, dass ich ihn mir nehme.“ Mit Dejan Ljubicic stand zwar noch ein weiterer potenzieller Schütze auf dem Rasen, doch der hatte seinen letzten Versuch im Dezember in Regensburg vergeben.

Waldschmidt „würde ihn gerne immer nehmen“

„Ich fühle mich da gut. Ich würde ihn gerne immer nehmen“, bewarb sich Waldschmidt nach seinem ersten Elfmeter-Tor für den FC als Dauerlösung, merkte allerdings sogleich an: „Kainzi ist auch sehr sicher.“

Das hatte sich unter anderem am 28. April 2024 gezeigt. In einem Spiel, an das der selbstbewusste Waldschmidt wohl nicht dachte, als er am Samstagabend zum Elfmeter-Punkt schritt – der eine oder andere Anhänger des FC aber könnte sich erinnert haben.

Luca Waldschmidt nach seinem verschossenen Elfmeter in Mainz. (Foto: IMAGO / Treese)
Luca Waldschmidt nach seinem verschossenen Elfmeter in Mainz. (Foto: IMAGO / Treese)

Es war der Tag des Keller-Krimis zwischen dem Tabellen-15. Mainz und dem Vorletzten Köln, wobei die Gäste eigentlich unbedingt gewinnen mussten, um weiter vom Klassenerhalt träumen zu dürfen. Bei Stande von 1:0 für den FSV vergab Waldschmidt kurz nach der Pause vom Punkt, schoss rechts am Tor vorbei. In der Nachspielzeit war es dann Kainz, der dem FC per Strafstoß zumindest noch ein 1:1 rettete.

Für Waldschmidt war es der wohl bitterste Moment beim FC. Zumal Elfmeter eigentlich tatsächlich seine Spezialdisziplin sind. Der Strafstoß in Mainz war der einzige seiner Profi-Laufbahn, der nicht saß. Alle anderen elf, inklusive der gegen Darmstadt, fanden ihren Weg ins Tor. „Da habe ich schon viel Vertrauen in mich“, versicherte Waldschmidt am Samstagabend – fast ein Jahr nach seinem Fehlschuss in Mainz.

Struber behält doch recht

Im letzten Drittel seiner zweiten FC-Saison nimmt der hoch veranlagte Ex-Nationalspieler endlich die entscheidende Rolle ein, die sich die Verantwortlichen bereits bei seiner Verpflichtung im Sommer 2023 erhofft hatten. Mit seinen beiden Siegtoren gegen Ulm und Darmstadt liegt er in der Gamewinner-Statistik nur knapp hinter Tim Lemperle und Damion Downs, denen im Laufe dieser Zweitliga-Saison jeweils dreimal der entscheidende Treffer gelang.

Gerhard Struber hatte in den vergangenen Wochen immer wieder gepredigt: „Luca wird für uns noch ein ganz entscheidender Spieler sein.“ In der wichtigsten Phase der Saison könnte der FC-Trainer bestätigt werden. Inzwischen ist Waldschmidt mit seinen insgesamt sieben Pflichtspieltreffern der drittgefährlichste Kölner nach dem Top-Duo Downs (zehn) und Lemperle (neun). Im Schnitt trifft der zwischenzeitliche Bankdrücker alle 168 Minuten, ist hier fast auf Augenhöhe mit Downs und Lemperle (jeweils alle 161 Minuten).

Jetzt geht es in den Endspurt der Saison. Uns allen ist bewusst, was das bedeutet.

Luca Waldschmidt

Legt Waldschmidt nach der Länderspielpause in Paderborn nach, wäre das ein Novum für ihn: Ob für Freiburg, Benfica Lissabon oder Wolfsburg – noch nie traf der 28-Jährige in drei aufeinanderfolgenden Liga-Spielen.

„Jetzt geht es in den Endspurt der Saison“, blickte Waldschmidt nach dem 2:1 gegen Darmstadt auf die verbleibenden acht Partien voraus und versprach: „Uns allen ist bewusst, was das bedeutet. Die Spiele sind extrem wichtig. Wir können in der Länderspielpause noch mal an ein paar Dingen arbeiten, noch mal Kraft tanken und dann richtig stark da rauskommen.“ Für ihn persönlich gilt es, den Aufwärtstrend zu bestätigen.

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