FC vor Pflicht-„Hürde“: Diktiert das Personal das System?

Dominique Heintz wirkte vor dem Abschlusstraining noch sichtlich angeschlagen. (Foto: GEISSBLOG)
Dominique Heintz wirkte vor dem Abschlusstraining noch sichtlich angeschlagen. (Foto: GEISSBLOG)

Der 1. FC Köln will mit einem Erfolg beim Tabellen-17. SSV Ulm im Aufstiegsrennen wieder Fahrt aufnehmen. Auf welches System Gerhard Struber setzt, bleibt ein Rätsel. Womöglich lässt ihm die angespannte Personalsituation kaum eine Wahl.

Drei Punkte sind Pflicht, doch mindestens drei der wichtigsten Spieler fallen aus. Mit Linton Maina (Sprunggelenk), Damion Downs (Handverletzung) und Eric Martel (Infekt) fehlen dem 1. FC Köln in Ulm die beiden Top-Scorer und der Mittelfeldchef. „Wir haben eine Situation, wo der eine oder andere Spieler die Möglichkeit hat, in Spielzeit zu kommen. Das gilt es, zu nützen“, hofft Gerhard Struber, dass andere Akteure die gewaltigen Lücken füllen.

Wie reagiert der FC-Trainer auf die personellen und sportlichen Rückschläge? Nach den erfolglosen vergangenen Wochen mit nur einem Tor und einem Punkt aus drei Partien wurde ohnehin über eine Rückkehr von der Dreier- zur Viererkette diskutiert. Womöglich diktieren die vielen Ausfälle nun sogar das System.

Viererkette und Thielmann erstmals offensiv?

Schließlich wackelt auch noch Dominique Heintz aufgrund eines Infekts. Der Innenverteidiger reiste am Freitag genau wie Leart Pacarada von der restlichen Mannschaft separiert nach Ulm. Kann Heintz nicht starten, spricht gegen defensiv ausgerichtete Ulmer noch mehr als sowieso schon für die Viererkette.

Im Mittelfeld ist Denis Huseinbasic ein Kandidat, um von der Bank in die Anfangsformation zurückzukehren – ob im Zentrum auf der Sechs oder einer offensiveren Position. Jan Thielmann winkt der erste Startelf-Einsatz unter Struber in der Offensive – als zweite Spitze oder im rechten Mittelfeld. Im Angriff, wo Comebacker Tim Lemperle zunächst nur als Joker eine Option sein dürfte, könnte Steffen Tigges erstmals seit dem 2:1 in Braunschweig eine Chance von Beginn an erhalten.

Gerhard Struber und Tim Lemperle auf dem Weg zum Mannschaftsbus. (Foto: GEISSBLOG)
Gerhard Struber und Tim Lemperle am Freitagnachmittag auf dem Weg zum Mannschaftsbus. (Foto: GEISSBLOG)

Struber ließ sich in dieser Woche weder im Training noch in der Pressekonferenz wirklich in die Karten schauen, sagte nur allgemein: „Wir haben versucht, gewisse Abläufe gut zu trainieren, um in die gegnerische Box und ins Toreschießen zu kommen. Diese Momente hat es immer wieder gegeben und daran wollen wir anknüpfen.“

Ebenso entscheidend wie die Systemfrage dürfte sein, ob seine Profis nach der internen Aussprache am Mittwoch (der GEISSBLOG berichtete) endlich wieder mutiger und offensiver auftreten. „Da ging es nicht nur um technisch-taktische Themen, sondern auch um das Mindset und darum, den Zusammenhalt zu stärken und uns bewusst zu machen, wer wir sind – was wir präsentieren wollen, wie wir das angehen wollen“, so Struber im Nachgang.

Kehrt der 1. FC Köln auf die Aufstiegsplätze zurück?

Nach Kaiserslauterns 1:1 gegen Elversberg am Freitagabend könnte der FC mit einem Sieg in Ulm wieder vorbeiziehen. Am HSV ebenso, zumindest vorerst. Hamburg hat am Samstagabend mit Fortuna Düsseldorf einen Verfolger zu Gast, müsste dann nachlegen. In jedem Falle gilt es, am Spitzenreiter dranzubleiben.

„Das Rennen um die Aufstiegsplätze habe ich so erwartet. Es ist nichts Überraschendes, dass es so ist, wie es ist“, sagt Struber und erinnert: „Ich habe oft schon von dem Marathon gesprochen, den wir da zu gehen haben, mit unterschiedlichen Hürden. Manchmal ein bisschen größer, manchmal ein bisschen kleiner.“

Der Zusammenhalt in der Mannschaft hat uns bis hierher gebracht und ist ein Schlüssel, um über diese Linie zu kommen, wo wir alle hinwollen.

Gerhard Struber

Aktuell erlebt der FC wieder eine Phase mit größeren Hürden – die es beim Tabellenvorletzten Ulm aus dem Weg zu räumen gilt. „Du musst einfach sehr zielstrebig bleiben und darfst dich von diesen Hürden, die immer irgendwo im Weg stehen, nicht durcheinanderbringen lassen, sondern musst eng beieinander bleiben. Der Zusammenhalt in der Mannschaft hat uns bis hierher gebracht und ist ein Schlüssel, um über diese Linie zu kommen, wo wir alle hinwollen“, gibt Struber die Marschrichtung vor.

So könnte der 1. FC Köln in Ulm beginnen: Schwäbe – Gazibegovic, Hübers, Schmied (Heintz), Finkgräfe – Ljubicic, Huseinbasic – Kainz, Waldschmidt – Thielmann, Tigges

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