Der Spitzenreiter empfängt den Tabellen-13. – doch ganz so klar sind die Verhältnisse beim Duell des 1. FC Köln mit Hertha BSC nicht. Dank eines brillierenden Fabian Reese kommen die Berliner als unangenehmer Gegner nach Müngersdorf.
Hertha BSC hat zu einem für den 1. FC Köln ungünstigen Zeitpunkt zurück in die Spur gefunden – und das ist zu einem hohen Maße sein Verdienst: Fabian Reese ist mit fünf Toren in den vergangenen drei Spielen der formstärkste Angreifer der 2. Bundesliga. Der kriselnde Hauptstadt-Club schoss zuletzt sowohl Braunschweig (5:1) als auch den KSC (3:1) ab.
Nun fordern Reese und seine wiedererstarkte Hertha den Spitzenreiter. Im RheinEnergieStadion treffen der FC und die Berliner zum bereits dritten Mal in dieser Saison aufeinander. Die ersten beiden Duelle, das 1:0 in der Liga im Olympiastadion und das 2:1-Drama im Pokal in Müngersdorf, gingen jeweils an die Kölner.
Pacarada: „Acht, neun entscheidende Spieler“
Diesmal geht es für den FC darum, die Tabellenführung zu verteidigen, während die Hertha sich weiter vom Keller entfernen will. Mit den jüngsten Siegen, den ersten beiden unter dem neuen Trainer Stefan Leitl, ist der Vorsprung auf Rang 16 für Reese & Co. auf acht Punkte angewachsen.
„Mich freut es für Fabian Reese persönlich, dass er nach einer schweren Verletzung wieder zurückgekommen ist. Ich wünsche ihm alles Gute, außer am Samstag“, sagt Leart Pacarada, der es in der FC-Defensive mit dem Berliner Torjäger zu tun bekommen wird, und warnt gleichzeitig: „Bei Hertha könnte ich sicherlich acht, neun Spieler aufzählen, die individuell so stark sind, dass sie alleine eine Partie entscheiden können. Ich würde mich grundsätzlich nicht nur auf Reese konzentrieren, sondern auf die gesamte Mannschaft.“
Neben Reese glänzte zuletzt insbesondere dessen Sturmpartner Derry Scherhant, der in den letzten beiden Spielen drei Tore vorbereitete und eines selbst erzielte. Der 22-Jährige debütierte anschließend an der Seite von Eric Martel und Jan Thielmann in der U21-Nationalmannschaft.
Gespräche vor Reeses Hertha-Wechsel
Um den nächsten Schritt in Richtung Aufstieg zu gehen, muss der FC das neue Berliner Erfolgsduo stoppen. Mit Reese bekommen es die Geißböcke dabei erstmals so richtig zu tun. In der Hinrunde hatte der gebürtige Kieler aufgrund der von Pacarada angesprochenen Sprunggelenksverletzung noch gefehlt, im Pokal war er gerade erst genesen als Joker eingewechselt worden – jetzt ist er in Topform.
Dass er mehr draufhätte als die 2. Liga, da braucht man nicht viel Fantasie.
Gerhard Struber
„Es ist beeindruckend, wie schnell er nach seiner Verletzung zurückgekommen ist. Er hatte mit ein paar Rückschlägen zu kämpfen. Vielleicht ist die Verletzungshistorie auch der Grund, warum er noch in der 2. Bundesliga aktiv ist“, sagt Thomas Kessler vor dem Aufeinandertreffen. Gerhard Struber bezeichnet Reese derweil als „Unterschiedsspieler“ für die Hertha und meint: „Dass er mehr draufhätte als die 2. Liga, da braucht man nicht viel Fantasie.“
Auch wenn Kessler sich bei der Spieltags-Pressekonferenz schmunzelnd nicht daran erinnern wollte, hatten die Qualitäten des Angreifers vor zwei Jahren auch das Interesse des FC geweckt. Vor seinem ablösefreien Wechsel zur Hertha soll der damalige Leistungsträger von Holstein Kiel zu einem persönlichen Gespräch in Köln geweilt haben. Reese entschied sich allerdings gegen den FC und für die Hauptstadt.
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