Trotz 40 Einsätzen: Bielefelder Pokal-Held verpasste FC-Durchbruch

40-mal spielte Leon Schneider für die U21 des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)
40-mal spielte Leon Schneider für die U21 des 1. FC Köln. (Foto: Bucco)

Arminia Bielefeld hat die Sensation geschafft, zu der dem 1. FC Köln zwei Minuten gefehlt haben: Der Drittligist hat Bayer Leverkusen aus dem DFB-Pokal geworfen, steht nun im Finale. Zu den Helden von der Alm zählt mit Leon Schneider auch ein Ex-Kölner.

Der eine oder andere Fan des 1. FC Köln dürfte es am Dienstagabend genüsslich verfolgt haben. Mit einer erschreckend schwachen Leistung scheiterte Bayer Leverkusen im Pokal-Halbfinale an Underdog Arminia Bielefeld, musste die größte Schmach in der Ära Xabi Alonso hinnehmen und wird die Saison wohl ohne großen Titel beenden.

Aus Sicht der Geißböcke kam das Aus der Werkself natürlich eine Runde zu spät. Schließlich hatte der FC im Viertelfinale selbst vor der Sensation gestanden, bis kurz vor Schluss mit 2:1 in Leverkusen geführt. Dann allerdings hatte das Schiedsrichtergespann dem Titelverteidiger eine achtminütige Nachspielzeit gegönnt, in der sich Bayer noch die Verlängerung sicherte, um letztlich mit 3:2 zu siegen.

Schneider überzeugt gegen Bayer-Stars

Am Dienstagabend auf der Bielefelder Alm zeigte der Vierte Offizielle nun sechs Minuten Nachspielzeit an, die Anfang Februar womöglich auch dem FC gereicht hätten, um Leverkusen rauszuwerfen. Die Arminia vollendete das Kunststück und so durfte zumindest ein Ex-Kölner über den überraschenden Einzug ins Pokal-Finale jubeln: Leon Schneider.

Der Innenverteidiger, 2023 vom Geißbockheim auf die Alm gewechselt, brachte die Bayer-Stars mit seiner robusten und fehlerarmen Zweikampfführung immer wieder zur Verzweiflung, gehörte zu den stärksten Bielefeldern an diesem Abend.

2020 mit FC-Profis im Trainingslager

Für den FC hatte Schneider, 2019 von Energie Cottbus gekommen, insgesamt 40 Pflichtspiele bestritten – ausnahmslos für die U21 in der Regionalliga West. Zweimal hatten die Geißböcke den gebürtigen Brandenburger verliehen, um ihm Spielpraxis auf höherem Niveau zu verschaffen, 2020/21 zum KFC Uerdingen und 2021/22 zu den Würzburger Kickers, wo er jeweils in der 3. Liga auflief.

Im Januar 2020 war Schneider – gemeinsam mit weiteren Youngsters wie Tim Lemperle und Jan Thielmann – mit den FC-Profis ins Winter-Trainingslager nach Benidorm gereist. Der Durchbruch nach oben gelang dem Abwehrspieler allerdings nicht. Im Sommer 2022 sagte Lizenzbereich-Leiter Thomas Kessler gegenüber dem GEISSBLOG dann: „Wir haben mit Leon Schneider gesprochen und ihm signalisiert, dass er in unseren Planungen für die Lizenzspielerabteilung keine Rolle spielt.“

FC-Talente 2020 in Benidorm: Sava Cestic, Tim Lemperle, Leon Schneider, Noah Katterbach und Jan Thielmann (von oben im Uhrzeigersinn). (Foto: Bopp)
FC-Talente 2020 in Benidorm: Sava Cestic, Tim Lemperle, Leon Schneider, Ismail Jakobs, Noah Katterbach und Jan Thielmann (von oben im Uhrzeigersinn). (Foto: Bopp)

Es folgte noch eine U21-Saison in der Regionalliga West und schließlich der ablösefreie Wechsel nach Bielefeld, wo Schneider seitdem in der 3. Liga zu den Stammkräften zählt. Im Pokal verpasste der 24-Jährige ab der 2. Runde keine Minute, warf mit der Arminia die vier Bundesligisten Union Berlin, SC Freiburg, Werder Bremen und schließlich Leverkusen raus. Nun darf Schneider vom Titel träumen. Am 24. Mai wartet im Berliner Olympiastadion entweder der VfB Stuttgart um Chris Führich oder RB Leipzig.

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