Florian Wirtz‘ Wechsel zum FC Liverpool soll in den kommenden Tagen offiziell verkündet werden. Thomas Kessler hat erklärt, wie der 1. FC Köln als Ausbildungsclub anschließend seine Transferbeteiligung erhält.
Der größte Transfer in der Historie des deutschen Fußballs befindet sich in den finalen Zügen. Am Donnerstag wird Florian Wirtz in Liverpool erwartet, um seinen Medizincheck zu absolvieren. Am Wochenende könnte sein Wechsel von Bayer Leverkusen zum englischen Meister dann endgültig über die Bühne gehen – zur Freude des 1. FC Köln, der an dem Deal bekanntlich mitverdient.
„Man kann schon sagen, dass es für uns schöner ist, dass er nach Liverpool wechselt als zu Bayern München. Das steht schon mal fest“, schmunzelte Thomas Kessler beim Mitgliederstammtisch und heimste für diese Spitze reichlich Applaus ein. Hätte sich Wirtz für den deutschen Rekordmeister entschieden, wäre wohl eine geringere Ablöse und damit auch weniger Geld an den FC als Ausbildungsverein geflossen.
140 Millionen Euro Ablöse realistisch
Inklusive Boni soll Liverpool für Wirtz bis zu 150 Millionen Euro zahlen – 140 Millionen Euro davon gelten als realistisch. Die Frage bleibt, welchen Anteil der FC erhalten wird. Laut Fifa-Regularien gehen fünf Prozent einer Transfersumme an die Clubs, die einen Spieler vom zwölften bis zum 23. Lebensjahr ausgebildet haben.
Wirtz wechselte zwar bereits als 16-Jähriger vom Geißbockheim unters Bayer-Kreuz, erhielt in Leverkusen aber direkt einen Profi-Vertrag. Ob Bayer so noch als Ausbildungsclub gilt, ist unklar. Beim FC hofft man, die kompletten fünf Prozent einzustreichen – was bei einer Ablöse von 140 Millionen Euro satte sieben Millionen wären. Wertet die Fifa auch Leverkusen als Ausbildungsverein, sinkt die Kölner Beteiligung auf rund zwei Millionen Euro.
„Werden automatisch unseren Anteil bekommen“
Wie der FC an die Wirtz-Millionen herankommt, erklärte Sportdirektor Kessler beim Stammtisch: „Wenn es einen Transfervertrag gibt, werden die Einnahmen zentral beim Clearing House der Fifa gebündelt.“ Dabei handelt es sich um die Abrechnungsstelle des Weltverbandes. „Dann wird gesehen, welcher Club an welcher Transfersumme beteiligt wird. Wir werden automatisch unseren Anteil bekommen.“
Bezüglich der Höhe dieses Anteils habe man sich „intern natürlich schon Gedanken gemacht“, so Kessler weiter. Sportrechtler halten die Argumentation des FC, Wirtz‘ Zeit in Leverkusen nicht mehr als Ausbildung zu werten, zumindest nicht vollends, durchaus für nachvollziehbar. So könnte die Kölner Transferkasse noch einmal signifikant aufgefüllt werden.








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