„Könnte viele Dinge beim FC verbessern“: Bringt Vorstandsanwärter Podolski mit?

Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel im vergangenen Oktober. (Foto: Bucco)
Lukas Podolski bei seinem Abschiedsspiel im vergangenen Oktober. (Foto: Bucco)

Die wohl größte Ikone der jüngeren Vereinsgeschichte feiert runden Geburtstag. So könnte Lukas Podolski nach seinem Karriereende zum 1. FC Köln zurückkehren.

Am heutigen Mittwoch wird Lukas Podolski 40 Jahre alt. Dieser zumindest für einen Profi-Fußballer großen Zahl begegnet der Weltmeister, wie man ihn kennt: mit erfrischender Unbekümmertheit. „Ob da jetzt eine 4 oder irgendwann mal eine 5 stehen wird, ist mir am Ende persönlich egal“, sagte das Eigengewächs des 1. FC Köln zuletzt am Rande von Dreharbeiten für seine Netflix-Doku.

14 dieser 40 Jahre trug Podolski den Geißbock auf der Brust. Nach acht Jahren im Nachwuchs debütierte er 2003 unter Marcel Koller in der Bundesliga für die Profis und eroberte die Fan-Herzen auch über Köln hinaus im Sturm. Insgesamt 181 Spiele sowie 86 Tore für den FC folgten. Und seit Podolski seinen Heimatverein 2012, mit seinem Wechsel zu Arsenal, ein zweites Mal verlassen hat, ist eine Frage eigentlich allgegenwärtig: Wann und in welcher Funktion kehrt er zum FC zurück?

Wolf-Besuch blieb aus

Das Verhältnis zum aktuellen Vorstand galt über Jahre als kompliziert beziehungsweise nicht vorhanden. Podolskis großes Abschiedsspiel im vergangenen Oktober sollte dann ein fulminanter Startpunkt für weitere Gespräche sein; Präsident Werner Wolf kündigte an, „zeitnah“ nach Polen reisen zu wollen, um sich mit dem Publikumsliebling auszutauschen – tat das jedoch offenbar nicht.

„Der wollte mich eigentlich in Polen besuchen, hat er aber nicht gemacht“, sagt Podolski in einem Interview mit dem Express über den noch amtierenden Vorstand, der im September abgelöst wird. Konkrete Gespräche über eine Einbindung des 130-fachen Nationalspielers habe es demzufolge zuletzt nicht gegeben. Wobei die Zeit nicht wirklich drängt, Podolski hat unlängst angekündigt, eine weitere Saison für seinen polnischen Herzensclub Gornik Zabrze spielen zu wollen (der GEISSBLOG berichtete).

Ich bin mir sicher, dass ich sehr viel bewegen kann, wenn ein Verein die Hilfe wirklich will.

Lukas Podolski

Dass er sich beim FC in Zukunft engagieren könnte, steht für ihn dennoch außer Frage. „In den vergangenen Jahren habe ich viel im Business-Bereich gelernt. Dass ich viele Projekte erfolgreich aufgebaut habe, kommt auch nicht von ungefähr. Daher kann ich mir schon rausnehmen, dass ich viele Dinge beim FC verbessern und nach vorne bringen könnte, weil ich die Liebe, die Power und den Hunger habe, etwas zu entwickeln“, sagt er selbstbewusst.

In Zabrze ist Podolski nicht nur auf, sondern auch abseits des Rasens aktiv. „Ich schnuppere in Marketing- und Geschäftsführungs-Dinge rein. Wir haben einen Gewinn von drei Millionen Euro erwirtschaftet, das ging die letzten Jahre immer in die andere Richtung. Wir sprechen mit verschiedenen Ausrüstern, entwickeln uns enorm. Ich war da in viele Dinge involviert“, verrät er und ergänzt: „Daher bin ich mir sicher, dass ich sehr viel bewegen kann, wenn ein Verein die Hilfe wirklich will.“

„Der Gedanke, dem FC zu helfen, war immer da“

Eine Aussage, die natürlich vor allem ans Geißbockheim adressiert ist. Zumal Podolski auch betont: „Der Gedanke, dem FC zu helfen, war immer da.“ Dafür brauche er keine bestimmte Position, müsse gar nicht ins aktive Tagesgeschäft einsteigen. „Wenn Hilfe gebraucht wird, bin ich da“, versichert der Jubilar. Doch: „Das muss von beiden Seiten funktionieren.“

Meine private Meinung ist, dass er dem Verein guttun würde. Daher hat er meine Stimme.

Lukas POdolski über Wilke Stroman

Nach der Wahl im September könnten die Chancen hierfür durchaus steigen. Schließlich will mit Wilke Stroman ein langjähriger Wegbegleiter Podolskis neuer FC-Präsident werden. Der Weltmeister und der Sparhandy.de-Gründer sind sowohl freundschaftlich als auch geschäftlich verbunden.

„Ich kenne ihn schon seit 15 Jahren, habe mit ihm schon einiges auf die Beine gestellt. Er ist ein guter, positiv verrückter Typ, ein Kölner, ein Macher“, sagt Podolski über Stroman und unterstützt dessen FC-Ambitionen: „Meine private Meinung ist, dass er dem Verein guttun würde. Daher hat er meine Stimme.“

Podolski lässt sich alle Optionen offen

Dass sich die Chancen auf ein Engagement Podolskis erhöhen würden, sollte es Stroman gemeinsam mit Tugba Tekkal und Carsten Wettich ins Amt schaffen, dürfte sich von selbst verstehen. Seit dieser Woche sammelt das Trio, das wohl nicht vom Mitgliederrat vorgeschlagen wird, Unterschriften (der GEISSBLOG berichtete). 4500 Unterstützer aus der Mitgliederschaft sind notwendig, um definitiv zur Wahl antreten zu dürfen.

Podolski drückt gewiss die Daumen – und hält sich für seine persönliche Zukunft alles offen: „Man weiß nie, was passiert. Vielleicht kommt irgendwann ein Angebot eines Vereins oder vom DFB. Ich möchte mir nichts verbauen und will immer eine Lücke lassen. Wenn dann Gespräche gut sind und ich spüre, dass da jemand Bock auf mich hat, dann bin ich dabei.“ Egal, ob bei seinem Alter eine 4, eine 5 oder irgendwann sogar mal eine 6 vorne steht.

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